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Gespräche mit Fluchthelfern

Deutsch · Taschenbuch

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Beschreibung

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In den Begleitumständen, dem Bericht von seinen Erfahrungen als Schriftsteller in Ost wie West, schildert Uwe Johnson das Scheitern eines 1963 in Angriff genommenen Buches. In ihm wollte er die Arbeit von Fluchthelfern dokumentieren. Deshalb führte er mit den Mitgliedern der Gruppe Girrmann (diese half nach dem Mauerbau annähernd 1000 Menschen, die DDR zu verlassen) Gespräche über dasWarum und Wie ihrer Arbeit. Diese Unterredungen wurden auf Tonband aufgezeichnet, das Projekt von Johnson jedochabgebrochen. In den Begleitumständen erklärt er lapidar: »Ja - die Tonbänder sind gelöscht.« Hier irrte Uwe Johnson: Die insgesamt fünfstündigen Interviews mit Detlef Girrmann und Dieter Thieme haben sich erhalten, da Johnson sie ihnen zurückgab. Ihre Transkription wird hier zum ersten Mal veröffentlicht. Nun ist exemplarisch zu verfolgen, wie der Genauigkeitsfanatiker die Fakten erhebt, die er in sein Erzählen verwebt; es ist nachzulesen, was ihn amTun der Fluchthelfer beschäftigt. Zugleich wird, ebenfalls zum ersten Mal, die Tätigkeit dieser Personen aus der Innenperspektive geschildert. Sie berichten,wie die Gruppe sich zusammenfand, erzählen von ihren Absichten, ihren Methoden, Menschen aus der DDR zu schleusen, ihrer Haltung zur DDR und zur BRD, von ihren Siegen und Niederlagen - geleitet von den Fragen des neugierigen Reporter-Schriftstellers.
Uwe Johnson, geboren am 20. Juli 1934 in Kamien Pomorski im heutigen Polen, starb vermutlich in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 1984 in Sheerness-on-Sea. SeinWerk erscheint im Suhrkamp Verlag.

Über den Autor / die Autorin


Uwe Johnson wurde am 20. Juli 1934 in Kammin (Pommern), dem heutigen Kamien Pomorski, geboren und starb am 22. oder 23. Februar 1984 in Sheerness-on-Sea. 1945 floh er mit seiner Mutter und seiner Schwester zunächst nach Recknitz, dann nach Güstrow in Mecklenburg. Sein Vater wurde von der Roten Armee interniert und 1948 für tot erklärt. 1953 schrieb er sich an der Universität Leipzig als Germanistikstudent ein und legte sein Diplom über Ernst Barlachs
Der gestohlene Mond
ab. Bereits während des Studiums begann er mit der Niederschrift des Romans
Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953
. Er bot ihn 1956 verschiedenen Verlagen der DDR an, die eine Publikation ablehnten. 1957 lehnte auch Peter Suhrkamp die Veröffentlichung ab. Der Roman wurde erst nach dem Tode von Uwe Johnson veröffentlicht. Der erste veröffentlichte Roman von Uwe Johnson ist
Mutmassungen über Jakob
. Von 1966 – 1968 lebte Uwe Johnson in New York. Das erste Jahr dort arbeitete er als Schulbuch-Lektor, das zweite wurde durch ein Stipendium finanziert. Am 29. Januar 1968 schrieb er in New York die ersten Zeilen der
Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl
nieder. Deren erste ›Lieferung‹ erschien 1970. Die Teile zwei und drei schlossen sich 1971 und 1973 an. 1974 zog Uwe Johnson nach Sheerness-on Sea in der englischen Grafschaft Kent an der Themsemündung. Dort begann er unter einer Schreibblockade zu leiden, weshalb der letzte Teil der
Jahrestage
erst 1983 erscheinen konnte. 1979 war Uwe Johnson Gastdozent für Poetik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Ein Jahr später erschienen seine Vorlesungen unter dem Titel
Begleitumstände
. Sein Nachlass befindet sich im Uwe Johnson-Archiv an der Universität Rostock.

Zusammenfassung


In den
Begleitumständen
, dem Bericht von seinen Erfahrungen als Schriftsteller in Ost wie West, schildert Uwe Johnson das Scheitern eines 1963 in Angriff genommenen Buches. In ihm wollte er die Arbeit von Fluchthelfern dokumentieren. Deshalb führte er mit den Mitgliedern der Gruppe Girrmann (diese half nach dem Mauerbau annähernd 1000 Menschen, die DDR zu verlassen) Gespräche über dasWarum und Wie ihrer Arbeit. Diese Unterredungen wurden auf Tonband aufgezeichnet, das Projekt von Johnson jedochabgebrochen. In den
Begleitumständen
erklärt er lapidar: »Ja – die Tonbänder sind gelöscht.« Hier irrte Uwe Johnson: Die insgesamt fünfstündigen Interviews mit Detlef Girrmann und Dieter Thieme haben sich erhalten, da Johnson sie ihnen zurückgab. Ihre Transkription wird hier zum ersten Mal veröffentlicht. Nun ist exemplarisch zu verfolgen, wie der Genauigkeitsfanatiker die Fakten erhebt, die er in sein Erzählen verwebt; es ist nachzulesen, was ihn amTun der Fluchthelfer beschäftigt. Zugleich wird, ebenfalls zum ersten Mal, die Tätigkeit dieser Personen aus der Innenperspektive geschildert. Sie berichten,wie die Gruppe sich zusammenfand, erzählen von ihren Absichten, ihren Methoden, Menschen aus der DDR zu schleusen, ihrer Haltung zur DDR und zur BRD, von ihren Siegen und Niederlagen – geleitet von den Fragen des neugierigen Reporter-Schriftstellers.


Uwe Johnson, geboren am 20. Juli 1934 in Kamien Pomorski im heutigen Polen, starb vermutlich in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 1984 in Sheerness-on-Sea. SeinWerk erscheint im Suhrkamp Verlag.

Produktdetails

Autoren Uwe Johnson
Mitarbeit Burkhart Veigel (Herausgeber)
Verlag Suhrkamp
 
Inhalt Buch
Produktform Taschenbuch
Erscheinungsdatum 01.10.2024
Thema Belletristik > Erzählende Literatur > Gegenwartsliteratur (ab 1945)
 
EAN 9783518244357
ISBN 978-3-518-24435-7
Anzahl Seiten 247
Abmessung (Verpackung) 13.2 x 20.5 x 2.4 cm
Gewicht (Verpackung) 294 g
 
Themen Interview, Ostdeutschland, DDR, Tatsachenberichte: Entdeckungen, Geschichte, Wissenschaft, Republikflucht, Tonband, Periode des Kalten Krieges (ca. 1945 bis ca. 1990), Wilhelm-Raabe-Preis der Stadt Braunschweig 1975, Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck 1978, Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln 1983, Gruppe Girrmann
 

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