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Die Chemie, die Wissenschaft von der Beschaffenheit der Materie, hat die Menschen seit jeher beschäftigt. Der Grieche Aristoteles versuchte als Erster, den stofflichen Aufbau des Universums zu beschreiben. Er lehrte, dass die Materie aus vier Grundstoffen bestehe: Erde, Wasser, Luft und Feuer. Heute kennen wir schon über hundert verschiedene Elemente: Aus ihnen setzt sich unser gesamtes Universum mit allen Sternen, Planeten und Lebewesen zusammen.
Dr. Rainer Köthe gibt in diesem WAS IST WAS-Band eine Einführung in die Grundbegriffe der Chemie. Was ist ein Stoff? Was unterscheidet Atome und Moleküle? Wie sind Atome aufgebaut? Woraus bestehen Lebewesen? Diese und eine Fülle weiterer Fragen werden hier sach- und fachkundig beantwortet.
Über den Autor / die Autorin
Dr. Rainer Köthe, geboren 1948, studierte Physikalische Chemie und Biochemie. Er arbeitete als Wissenschaftsredakteur beim "stern" und als Chefredakteur beim Naturmagazin "kosmos" und ist Autor zahlreicher Sachbücher.
Vorwort
Der altgriechische Philosoph Aristoteles hat als erster versucht,
den stofflichen Aufbau der Schöpfung zu beschreiben. Nach
seiner Lehre bestand die Materie aus vier Grundstoffen, die er
"Elemente" nannte: Erde, Wasser, Luft und Feuer. Damit
hat er eigentlich nur die Zustände beschrieben, in denen
sich Stoffe befinden können, und zwar fest, flüssig
und gasförmig. Wegen ihrer eindrucksvollen Hitze und Leuchtkraft
galten ihm brennende Stoffe als ein eigenes Element.
Solche Sicht entspricht ganz und gar nicht dem, was man heute
"Chemie" nennt. Man hat den Denkern des Altertums vielleicht
mit Recht vorgeworfen, sie hätten über die Natur nur
nachgedacht, aber keine Experimente und Versuche angestellt, um
ihre Ideen zu beweisen. In der Tat hat unsere moderne Wissenschaft
erst ihren großartigen Aufschwung erlebt, als die Forscher
begannen, gezielte Fragen an die Natur zu stehen. Jedes Experiment
im Labor oder in der Natur ist nämlich eine geschickt gestellte
Frage. Das Ergebnis des Experimentes ist dann die Antwort.
Dabei hat der Mensch im Umgang mit den Stoffen in seiner Umwelt
schon seit je gekocht, gebrutzelt, geschmolzen, geschüttelt,
gemischt und gesiebt. Die mehr oder minder saubere Reindarstellung
der Metalle ist schon sehr alt; sie gelang durch Zufallsentdeckungen,
aber auch durch gezieltes Experimentieren im heutigen Sinne.
Die Bezeichnung "Chemie" selbst stammt von diesem handwerklichen
Experimentieren: das griechische Wort "chyma" heißt
auf deutsch "Metallguß".
Der alte Begriff "Element" hat heute eine viel wichtigere
Bedeutung: ein Element ist einer der über 90 chemischen Grundstoffe,
aus denen sich die Schöpfung aufbaut. Die chemischen Elemente
sind die Steine eines riesigen Baukastens, mit denen man ein ganzes
Universum mit Sonnen und Planeten, aber auch mit Lebewesen wie
uns selbst zusammensetzen kann. Die Fülle des Stoffes macht
dieses Buch so spannend.
Heinz Haber