Beschreibung
Produktdetails
| Autoren | Sina Scherzant |
| Verlag | park x ullstein |
| Inhalt | Buch |
| Produktform | Fester Einband |
| Erscheinungsdatum | 31.08.2023 |
| Thema |
Belletristik |
| EAN | 9783988160027 |
| ISBN | 978-3-9881600-2-7 |
| Anzahl Seiten | 368 |
| Abmessung (Verpackung) | 13.6 x 3.5 x 21.2 cm |
| Gewicht (Verpackung) | 420 g |
| Themen |
Familie |
Kundenrezensionen
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Authentisch, dramatisch, ergreifend
Das Buch hat keine klassischen Kapitel. Stattdessen ist es in drei Teile gegliedert. Mir hat das sehr gefallen, die Seiten flogen nur so dahin.
Im ersten Teil lernen wir unsere Protagonistin Katha kennen, ihre Vergangenheit, ihr Verhältnis zu ihrer Familie, ihre Art, durchs Leben zu kommen, später auch ihre neue Damenbande und weitere wichtige Personen im Buch. Ich fand die Sprache wahnsinnig gut. So ein ernstes Thema so unterhaltsam und doch tiefgründig zu beschreiben – da gehört einiges dazu.
Als Katha dann einen furchtbaren Schicksalsschlag erlebt, beginnt der zweite Teil. Hier befindet sie sich in einer Art Trauerdelirium, die Texte sind ganz bewusst etwas wirr und es hat mir sehr gefallen, darüber nachzudenken, was mit all den Metaphern gemeint sein könnte. (Wer hier gut aufpasst, versteht auch, was es mit dem Titel auf sich hat)
Beim dritten Teil springen wir 14 Jahre in die Zukunft und erfahren, wie Katha nach dem Verlust weitergemacht hat. Es war zwar schön zu sehen, wie sie sich entwickelt hat, aber dieser letzte Part war mir etwas zu sehr in die Länge gezogen und eine Sache fand ich nicht so rund.
Fazit: Ein humorvoller und zugleich bewegender Roman zu wichtigen Themen wie People Pleasing, Verlust und schwierigen Familienverhältnissen, der zum Mit- und Nachdenken anregt. Definitiv nichts, was man „mal eben zwischendurch“ liest. Ich mochte ihn sehr und empfehle ihn allen, die offen gegenüber etwas schwererer Kost sind. Und allen, die in den 90ern geboren wurden. Es gibt sooo viele herrliche Nostalgiemomente. -
Beginnt stark, lässt dann aber deutlich nach
"Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne" von Sina Scherzant lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Das aus drei Teilen bestehende Buch beginnt zunächst sehr vielversprechend. Teil 1 spielt im Jahr 2003, die Protagonistin und Ich-Erzählerin Katharina ist 14 Jahre alt und nach der Scheidung ihrer Eltern mit ihrer kleinen Schwester Nadine uns ihrer Mutter nach Dortmund gezogen. Katha ist ein angepasstes Mädchen, das versucht, alle in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen, Fehler anderer zu kompensieren und möglichst nicht aufzufallen. Sie bezeichnet sich selbst als "Lebenshandwerkerin". Ich konnte mich von Anfang an sehr gut in Kathas Gefühlswelt hineinversetzen, und wurde öfter an meine eigene Jugend erinnert. Auch der flüssige, direkte und moderne Schreibstil gefiel mir gut. Als etwas zu offensichtlich empfand ich allerdings den feministischen Tenor des Buches, der es sich zu leicht macht. Ob Zickenkrieg, der Wunsch, als Frau anderen zu gefallen oder die Angewohnheit, die Schuld an allem bei sich selbst zu suchen - die Wurzel allen Übels ist angeblich stets das Patriarchat. Alle Männer im Buch sich schwache egoistische Figuren, verantwortungslos und lächerlich. Das ist mir doch zu einfach und einseitig, und entspricht auch nicht meiner eigenen Wahrnehmung in meiner Generation, die nur wenig älter als Katha ist. Als etwas nervig empfand ich zudem, dass Kathas Prinzip der Lebenshandwerkerin immer und immer wieder betont wurde - da wäre weniger mehr gewesen.
Das Ende des ersten Teils stellt für mich einen Bruch dar, ab dem die Geschichte dann deutlich schwächer wurde. Mit dem zweiten Teil, der eine Mischung aus Tagträumen, Realitätsfluchten und Erlebtem darstellt, konnte ich so gar nichts anfangen, und das Buch zog sich hier für mich sehr in die Länge. Teil 3, der 14 Jahre später spielt, las sich zwar wieder angenehmer, konnte mich aber inhaltlich nicht mehr greifen.
Insgesamt hatte ich mir nach einem starken Beginn deutlich mehr von diesem Buch erwartet. Es zog sich ab dem zweiten Teil zusehends in die Länge, und ich war letztlich froh, als ich durch war. Die grundsätzlich interessanten Gedanken zur Sozialisation junger Frauen und Rollenmustern wurden mir zudem zu einseitig und plakativ dargestellt.
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