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Seit MeToo können Frauen öffentlich ihre erlebte sexualisierte Gewalt thematisieren - so zumindest eine häufig geteilte Annahme. Dagegen zeigt Ana Nenadovic auf, dass das Sprechen darüber keineswegs frei, sondern weiterhin tabuisiert ist. Aus intersektional-feministischer und post- sowie dekolonialer Perspektive erforscht sie aktuelle Romane aus Mexiko, Brasilien und Südafrika, um die tragende, aber in der Textstruktur verborgene Stimme der vergewaltigten Informantin zu enthüllen. Ihre Analysen zeigen Interaktionen zwischen Schweigen und Sprechen auf und plädieren für eine kritische Lektüre von Repräsentationen sexualisierter Gewalt und Trauma.
Zusammenfassung
Seit MeToo können Frauen öffentlich ihre erlebte sexualisierte Gewalt thematisieren – so zumindest eine häufig geteilte Annahme. Dagegen zeigt Ana Nenadovic auf, dass das Sprechen darüber keineswegs frei, sondern weiterhin tabuisiert ist. Aus intersektional-feministischer und post- sowie dekolonialer Perspektive erforscht sie aktuelle Romane aus Mexiko, Brasilien und Südafrika, um die tragende, aber in der Textstruktur verborgene Stimme der vergewaltigten Informantin zu enthüllen. Ihre Analysen zeigen Interaktionen zwischen Schweigen und Sprechen auf und plädieren für eine kritische Lektüre von Repräsentationen sexualisierter Gewalt und Trauma.
Bericht
»In der Tat hat Nenadovic gerade mit der 'vergewaltigten Informantin' ein innovatives Werkzeug erschaffen, wie insbesondere ihre Analysen von Bolaños 2666 und Wicombs David's Story eindrucksvoll belegen. Es ist die Vf. selbst, welche die 'vergewaltigte Informantin' immer wieder »aus ihrer Leerstelle« holt. Ihrem Buch ist nicht zuletzt deswegen eine breite Rezeption zu wünschen.«
Elena von Ohlen, Romanische Forschungen, 137/2 (2025) 20260112