Beschreibung
Produktdetails
| Autoren | Ursula Wiegele |
| Verlag | Müller (Otto), Salzburg |
| Inhalt | Buch |
| Produktform | Fester Einband |
| Erscheinungsdatum | 23.02.2023 |
| Thema |
Belletristik |
| EAN | 9783701313068 |
| ISBN | 978-3-7013-1306-8 |
| Anzahl Seiten | 225 |
| Abmessung (Verpackung) | 12.5 x 2.2 x 19.4 cm |
| Gewicht (Verpackung) | 312 g |
Kundenrezensionen
-
Enttäuscht etwas
Erzählt wird die Familiengeschichte der Familie Prochazka. Da der Vater ständig fremdgeht, trennt sich die Mutter Emma von ihm und fährt in die Schweiz zum Arbeiten. Das hat zur Folge, dass ihre vier Kinder verstreut aufwachsen. Die älteste Tochter Helga geht in ein Kloster, der ältere Sohn Fritz in einen Napola-Schule und die Jüngeren wachsen bei den Großeltern auf. Anfangs will Emma immer nur das Geld zusammenbekommen, um die Schulden zu bezahlen. Doch auch danach bleibt sie weiter in der Schweiz...
Im Buch wird die Familiengeschichte im ersten Teil aus verschiedenen Sichten der einzelnen Familienmitglieder erzählt. Im zweiten Teil beschreibt den Fortgang nur noch Helga. Das Ganze ist gut lesbar und direkt beschrieben, konnte mich aber nicht anfassen. Zum einen ist alles in extremer Kurzform, fast wie ein Protokoll, verfasst. Gefühle werden ab und zu genannt, aber wie in der ganzen Familie herrscht dabei eine für mich unheimliche Kälte und Unnahbarkeit. So macht es mir keine der Personen irgendwie besonders sympathisch. Helga ist dabei noch die wärmste Person. Verbunden ist das Ganze mit den Kriegsjahren und dem Kriegsende und der Vertreibung der Sudetendeutschen. Dies wird nicht einseitig, sondern sehr reflektiert beschrieben. Das hat mir gefallen. Trotzdem hat mich das Buch am Ende enttäuscht und ich kann nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen. -
Geschichte einer österreichischen Großfamilie
Den Roman halte ich für sehr lesenswert, insbesondere für Leser mit Interesse an Familiengeschichten.
Erzählt wird die Geschichte einer Familie aus Österreich im Wesentlichen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Schwierigkeiten bei der Einordnung der vielen Personen behebt das Personenverzeichnis eingangs des Buches. Alle Familienmitglieder haben einen speziellen, individuellen Hintergrund, der jeweils sehr interessant ist. Gelungen werden historische Ereignisse eingeführt verbunden mit den unterschiedlichen Einstellungen der Romanfiguren dazu. Manchmal erscheint der Grundton etwas melancholisch, was auf einige traurige Vorkommnisse zurückzuführen ist. In formeller Hinsicht besteht die Besonderheit, dass der erste Teil des Romans aus der Perspektive verschiedener Familienmitglieder erzählt wird und der letzte ausschließlich aus Sicht der ältesten Tochter. -
Familiengeschichte zwischen Brünn, Graz und Davos
Es ist ein vielschichtiger Roman über eine große Familie, den Ursula Wiegele mit "Malvenflug" erzählt.
Im ersten Teil des Buches wird die Geschichte der Familie Prochazka von 1940 bis 1945 erzählt, die mit der Vertreibung der Sudetendeutschen endet. Die Mutter Emma schuftet in Davos, um Schulden abzuzahlen und ihrer Familie ein gutes Leben zu ermöglichen. Der Vater kümmert sich wenig, die 4 Kinder wachsen oft getrennt bei den Großeltern auf. Die einzelnen Kapitel sind aus der Perspektive jeweils eines Familienmitgliedes geschrieben. Der Schreibstil ist sehr nüchtern und sachlich, obwohl es um hochemotionale Themen geht. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefgang in die Gefühlswelt der einzelnen Familienmitglieder gewünscht, viel wird nur angedeutet: die Sehnsucht der Kinder nach der Mutter, die Unzufriedenheit mit dem Vater, der Einfluß des Krieges, die Einsamkeit der Mutter und ihre Angst vor der Abschiebung aus der Schweiz.
Der zweite Teil wird dann aus Helgas Sicht geschildert, die älteste Tochter von Emma und Pavel Prochazka, die ein bewegtes Leben geführt hat. Hier kommen mehr Emotionen zur Sprache und auch der Titel des Buches wird verständlich. Trotzdem ist beim Lesen hohe Konzentration gefordert, denn die Erzählung springt zwischen verschiedenen Zeiteben hin und her. Sehr hilfreich ist hier das Personenverzeichnis zu Beginn des Buches, in dem man immer wieder nachschlagen kann.
Ein leises Buch, das ohne große Dramatik eine interessante Familiengeschichte mitreißend erzählt.
Schreibe eine Rezension
Top oder Flop? Schreibe deine eigene Rezension.