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Die Kinder sind Könige - Roman

Deutsch · Fester Einband

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Beschreibung

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Mélanie war als junges Mädchen ein großer Fan von Formaten wie 'Big Brother'. Sie hatte stets davon geträumt, gesehen und berühmt zu werden. Jahre später, als Mutter zweier Kinder, ist es ihr gelungen: Sie ist eine erfolgreiche YouTuberin mit Tausenden von Followern. Objekt ihrer Videos und Posts sind ihre Kinder, die auf Schritt und Tritt gefilmt werden. Seit Kurzem kommt ihre kleine Tochter dem Filmen jedoch immer unwilliger nach. Mélanie tut das als eine Laune ab. Denn wie könnte man die unendliche Liebe, die ihnen aus dem Netz entgegenkommt, als Last empfinden? Kurz darauf verschwindet Kimmy nach einem Versteckspiel spurlos. Wie, fragt sich die ermittelnde Polizeibeamtin Clara, soll man einen Verdächtigen ausmachen bei einem Kind, das Tausende Menschen kennen und mehrfach täglich sehen? Schnell begreift sie, dass ihre Methoden der Ermittlung in der virtuellen Welt vollkommen nutzlos sind ...

Über den Autor / die Autorin

DELPHINE DE VIGAN, geboren 1966, erreichte ihren endgültigen Durchbruch als Schriftstellerin mit dem Roman >No & ich< (2007), für den sie mit dem Prix des Libraires und dem Prix Rotary International 2008 ausgezeichnet wurde. Ihr Roman >Nach einer wahren Geschichte< (DuMont 2016) stand wochenlang auf der Bestsellerliste in Frankreich und erhielt 2015 den Prix Renaudot. Zuletzt erschien bei DuMont ihr Roman >Dankbarkeiten< (2019). Die Autorin lebt mit ihren Kindern in Paris.

DORIS HEINEMANN, geboren 1957, studierte Romanistik und Germanistik in Köln und Montpellier, arbeitete als Sprachlehrerin,als Übersetzerin im Generalsekretariat des EG-Ministerrats und übersetzt seit 1997 Literatur, u. a. von Christian Gailly, Gabriel Chevallier, Theresa Révay, Yann Queffélec, Jean-Claude Derey und Olivier Rolin.

Vorwort

»›Die Kinder sind Könige‹ ist so spannend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.« FAS

Zusatztext

»Ein ebenso faszinierender wie notwendiger Roman«
Le Figaro Littéraire

Bericht

»Die Kinder sind Könige« ist so spannend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. [...] Ein Roman, der sich gerade durch diesen Widerspruch so interessant macht, dass man ihn, kaum am Ende angekommen, gleich wieder von vorne lesen möchte« FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG

»Wie bereits bei ihren vorhergegangenen Büchern, mag man den Roman [...] kaum noch aus der Hand legen« Rudolf von Bitter, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»Dass die mediale Exposition des Intimsten ein Verbrechen an den Kindern ist, daran lässt Vigan keinen Zweifel. Man kann ihr nur zustimmen.« Niklas Bender, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

»Eine der kraftvollsten französischen Gegenwartsautorinnen.« NDR KULTUR »Ein gelungenes literarisches Werk [...] Sprachlich brillant.« Birgit Koß, DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

»Es reizt sie [de Vigan], der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, ohne die Rolle der Scharfrichterin zu spielen.« Ute Cohen, DIE WELT

»Mit 'Die Kinder sind Könige' hat [Delphine de Vigan] jetzt ihr Meisterwerk geschrieben - einen Roman, der sich wie ein Thriller liest.« Marietta Bernasconi, WDR 2

»Aktueller kann ein Roman nicht sein!« Bernd Kielmann, BUCH-MAGAZIN

»Ein hochaktueller, packender Roman.« Tanja Reuschling, FLOW

»So wie der Roman geschickt mit Elementen aus Kriminal-, Medien- und Gesellschaftsroman spielt, so zieht die Autorin auch stilistisch verschiedene Register.« Oliver Pfohlmann, TAZ

»Ein weiterer kurzweiliger Roman von Delphine de Vigan, in dem es um gar nicht so kurzweilige Problematiken geht.« SÜDDEUTSVHE ZEITUNG BÜCHER DES MONATS

»[de Vigan] schreibt über dieses hochaktuelle Thema wieder einmal in jener einzigartigen Mischung aus kühler Genauigkeit und poetischer Empathie, die auch ihre früheren Bücher auszeichnen.« Jutta Duhm-Heitmann, WDR

»Ein fesselnder, ausgesprochen erhellender Roman« Saskia Aaro, FREUNDIN

»Mit großer Erzählkunst und einem atemberaubenden Plot regt Delphine de Vigan in 'Die Kinder sind Könige' wieder einmal auf ihre einfühlsame Weise zum Nachdenken über ein hochbrisantes Thema an.« Franziska Trost, KRONEN ZEITUNG

»Aufwühlend!.[...] Ein tolles Buch.« Jörg Magenau, RBB KULTUR

»Eine Empfehlung von uns beiden - unbedingt! [...] Ein Buch, das man eigentlich allen Eltern schenken kann« Jan Ehlert & Katharina Mahrenholtz, NDR EAT.READ.SLEEP

»Sie schreibt über dieses hochaktuelle Thema wieder einmal in jener einzigartigen Mischung aus kühler Genauigkeit und poetischer Empathie, die auch ihre früheren Bücher auszeichnete.« Jutta Duhm-Heitzmann, WDR

»Großartig wäre es, wenn dieses Buch von Delphine de Vigan sofort zur Schullektüre würde. Es ist wahrlich spannend genug, um Leserinnen und Leser aller Altersklassen zu fesseln.« Annemarie Stoltenberg, NDR KULTUR

»Möge dieses Buch wachrütteln.« Barbara Weitzel, WELT AM SONNTAG

»Sind diese Kinder Könige oder vielleicht doch eher Sklaven?« Annabelle Hirsch, FAZ QUARTERLY

»Nüchtern, sozialkritisch, situationskomisch« Christine Ritzenhoff, EMOTION

»Eine der meistbeachteten literarischen Stimmen Frankreichs.« Romy Strassenburg, DER FREITAG

»'Die Kinder sind Könige' überrascht nicht nur mit einer unerwarteten kriminalistischen Auflösung, sondern vor allem mit einer Vielschichtigkeit, die zum Nachdenken anregt.« Sibylle Peine, DPA

»Delphine de Vigan hat ein untrügliches Gespür für gesellschaftliche Abgründe.« Martina Läubli, NZZ AM SONNTAG

»Eine brillante Mischung aus Auftrag, Empathie, Diskurshoheit und Offenheit.« René Hamann, NEUES DEUTSCHLAND

»So grandios wie verstörend« Cornelia Geissler, BERLINER ZEITUNG

»Mit feinem, genauem Blick auf psychische Vorgänge sensibilisiert die Autorin für ein brisantes Thema.« Karin Schütze, OÖNACHRICHTEN

»De Vigan [gelingt es], mit großer Eindringlichkeit auf die Fallstricke der schönen, neuen Social-Media-Welt hinzuweisen.« Anne Burgmer, KÖLNER STADT-ANZEIGER

»Dieses Buch sollte Schullektüre werden« Kristian Teetz, RND

»Zu fesseln, ja aufzurütteln vermögen 'Die Kinder sind Könige'.« Julia Schröder, STUTTGARTER ZEITUNG

»'Die Kinder sind Könige' überrascht nicht nur mit einer unerwarteten kriminalistischen Auflösung, sondern vor allem mit einer Vielschichtigkeit, die zum Nachdenken anregt.« Cornelia Geißler, FRANKFURTER RUNDSCHAU

»Ein wichtiges Buch« Katja Kraft, MÜNCHNER MERKUR »Dass man sich bestens unterhalten fühlt, liegt am bitterbösen Humor und der gekonnt orchestrierten Spannung.« Georg Renöckl, FALTER

»Ein wichtiges Buch« Michael Mahnke, LAND UND FORST

»Beklemmend und brillant« Madelaine Gullert, AACHENER ZEITUNG

»Ein guter und ein notwendiger Roman« Wolfgang Schütz, AUGSBURGER ALLGEMEINE

»schrecklich, erhellend und trotzdem so spannend, dass man es kaum aus der Hand legen kann.« Gabi Rudolph, FAST FORWARD MAGAZINE

Produktdetails

Autoren Delphine De Vigan
Mitarbeit Doris Heinemann (Übersetzung)
Verlag DuMont Buchverlag Gruppe
 
Originaltitel Les enfants sont rois
Sprache Deutsch
Produktform Fester Einband
Erschienen 07.03.2022
 
EAN 9783832181888
ISBN 978-3-8321-8188-8
Seiten 320
Abmessung 145 mm x 30 mm x 211 mm
Gewicht 468 g
Illustration Gebunden mit Lesebändchen,
Themen Belletristik > Erzählende Literatur

Familie, Internet, Kindheit, Eltern, Erziehung, Verhandlung, Werbung, Demonstration, Kinderarbeit, Medienkompetenz, Französisch, Frankreich, Einsamkeit, Instagram, Influencer, erste Hälfte 21. Jahrhundert (2000 bis 2050 n. Chr.), Kinder, Krankheit, Familienleben, Parallelwelt, Kamera, Alleinsein, Überwachung, Social Media, Realität, Follower, YouTube, entspannen, Ermittlerin, Ermittlung, Polizistin, Soziale Medien, Scheinwelt, Gesetz, Gericht, vermisst, verlorene Kindheit, Psychologe, Protest, Linksintellektuelle, Aufrufe, Twitter, Machtmissbrauch, Prix Renaudot, Big Brother, nach einer wahren Geschichte, Unboxing, das lächeln meiner mutter, tage ohne hunger, UN-Kinderrechtskonvention, Gesellschaftsanalyse, dankbarkeiten, TikTok, Kinderstar, verfolgungswahn, vermisstes Kind, beziehungsunfähigkeit, Starkult, Gerichtsurteil, social media star, berühmte Kinder, auseinandersetzen, Ruhmsucht, Sozialisten, Linksliberale, leichtlesen, prix des libraires, Kinderinfluencer, abonnenten, loft story, loyaliäten, leben im rampenlicht, no&ich, prix rotary international, vlogging, digtales zeitalter, krimi gesellschaftspolitisch, persönlichkeitsrechte von kindern, familienblogger, content creators, minderjährige influencer, familienkanäle, deutsches kinderhilfswerk, jugendarbeitschutz

Kundenrezensionen

  • Ich hatte mehr erwartet

    Am 13. Juni 2022 von Lesemama geschrieben.

    Zum Buch: Melanie ist bzw. war ein großer Fan von Big Brother und andere Reality-Formaten. Ich größter Traum war es, selbst berühmt zu werden und an so einer Show teilzunehmen. Clara wuchs in behüteten Verhältnissen auf, Fernsehen war verpönt. Trotzdem kennt auch sie die Reality-Formate. Als nun Melanies Tochter verschwindet ist Clara die Ermittlerin. Meine Meinung: Ich habe ja eine ganz eigene Meinung zu Bildern von Kindern im Netz und zu Influencern. Leider vermarkten mittlerweile sehr viele Menschen ihre Kinder und geben sie so der Öffentlichkeit Preis. Daher war ich sehr gespannt auf das Buch. Allerdings konnte es mich nicht überzeugen, ich fand es anstrengend zu lesen und auch den Anfang viel zu langatmig. Natürlich muss man Melanie und Clara erstmal vorstellen, aber so ausführlich hätte es nun auch nicht sein müssen. Aber gerade in der momentanen Zeit ist es vielleicht für so manche selbsternannten Medienpromis ganz gut mal darüber zu lesen was alles passieren kann. Denn wir müssen unsere Kinder vor Ausbeutung schützen. Melanie ist ein sehr unsympathischer Mensch, sie denkt nur an sich und ihre "Berühmtheit". Alles in allem war es nicht das, was ich erwartet hätte und konnte mich nicht überzeugen.

  • Schwieriges Thema

    Am 08. Juni 2022 von Lesehörnchen99 geschrieben.

    Melanie hat schon immer davon geträumt berühmt zu sein. Big Brother und solche Fernsehformate fand sie immer ganz toll. Nun hat sie selbst zwei Kinder und einen erfolgreichen Youtube-Chanel. Hier stellt sie ihr Familienleben vor. Ihre Tochter hat aber immer weniger Lust mitzumachen. Und eines Tages ist sie verschwunden ... Erschreckende Vorstellungen werden in dem Buch wahr. Was tut eine Mutter nicht alles für ein bisschen fame. Ich finde es gerade in der heutigen Zeit total realistisch,was in dem Buch passiert. Natürlich ist es überspitzt, aber dennoch sehr lesenswert und sehr spannend geschrieben. Für mich ist es das erste Buch der Autorin, ich fand aber ihren Schreibstil sehr gut zu lesen und werde sicher noch mehr von ihr lesen. Die Zukunftsvision fand ich dann doch ein wenig zu dramatisch, hoffen wir einfach, das es nie so endet. Ein sehr lesenswertes Buch.

  • Das Leid der Kinder der heutigen Zeit

    Am 27. Mai 2022 von jacky1304 geschrieben.

    Dieses Buch behandelt ein unglaublich wichtiges Thema, das aktuell ist wie nie zuvor: Social-Media. Genauer gesagt wie Kinder von ihren Eltern auf diversen bekannten Plattformen zur Schau gestellt werden, um damit Geld zu verdienen. Wir begleiten Melanie und ihre Familie durch viele Jahre. Der Leser erfährt, wie es zu diesem unglaublichen Darstellungsdrang von Melanie kommen konnte, wie sich ihre Social-Media-Präsenz verselbstständigte und wie ihre Kinder quasi ihre komplette Kindheit vor der Kamera verbringen müssen. Dieses Buch fasziniert und schockiert gleichermaßen. Wir alle folgen diesen Influencer-Familien wahrscheinlich von Zeit zu Zeit und beneiden sie vielleicht auch hin und wieder. Welche drastischen Auswirkungen das auf die Kinder der aktuellen Zeit hat, wird selten thematisiert. Oft sogar heruntergespielt oder totgeschwiegen. Und genau hier greift dieses Buch. Die Geschichte ist durchaus realistisch. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Geschichte irgendwo so passiert. Gut gefallen hat mir, dass wir am Ende ins Jahr 2031 springen und auch langfristig die Entwicklung der Familie Diore erleben dürfen. Dieses Buch sollte Schullektüre werden, um allen Kindern und Jugendlichen, die Influencer werden wollen, die möglichen Konsequenzen aufzuzeigen!

  • Vielschichtig und spannend

    Am 22. März 2022 von wonderland09 geschrieben.

    Inhalt: --------- Sam und seine jüngere Schwester Kim werden seit ihrer Geburt von ihrer Mutter Melanie gefilmt und die Filme auf YouTube und anderen Social Media Kanälen verbreitet. Das Konzept ist so erfolgreich, dass die Kinder immer häufiger gefilmt werden und die Familie durch die Einnahmen sehr vermögend leben kann. Dann verschwindet Kim plötzlich nach einem Versteckspiel und obwohl sie so bekannt ist, bleibt sie verschwunden. Die Polizistin Clara ist an der Ermittlung beteiligt und bekommt dabei eine Ahnung von einer Welt,die nicht so funktioniert wie die, die sie bisher kannte. Mein Eindruck: --------------------------- "Diese Frau war weder Opfer noch Henker, sie gehörte zu ihrer Epoche. Einer Epoche, in der es normal war, dass man gefilmt wurde, noch bevor man zur Welt kam. Wie viele Ultraschallbilder wurden jede Woche auf Instagram oder Facebook veröffentlicht? Wie viele Kinder- und Familienfotos, wie viele Selfies? Und wenn das Privatleben nur noch ein überholtes, abgelaufenes Konzept war oder, schlimmer noch, eine Illusion? Wenn jemand das wusste, dann Clara." Ich hatte schon viel von der Autorin gehört, aber dies ist das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe. Die Thematik hat mich angelockt und meine Erwartungen wurden sogar übertroffen. Der Roman ist sehr vielschichtig aufgebaut. Man erfährt im Wechsel zunächst etwas über die Entwicklung von der Mutter Melanie Claux sowie von Clara, der Polizistin. Die eine fühlt sich in ihrer Familie als drittes Rad am Wagen und sucht verzweifelt Liebe und Aufmerksamkeit in den Medien. Die Geburt ihrer Kinder verhelfen ihr plötzlich zusammen mit den Social Media-Instrumenten zu ihrem Traum-Leben und sie steigert sich völlig hinein. Mehr noch: sie zieht ihre Familie ohne Rücksicht auf Verluste mit. Dabei merkt sie nicht, welchen Schaden sie bei ihren Kindern, die doch als "Könige" behandelt werden, anrichtet. Dann ist da Clara, die körperlich eher klein ist und als Polizistin zwar den Härten des Lebens trotzt, innerlich jedoch gerne lieber verschwinden möchte und sich dem Boom der Influencer sowie der zunehmenden digitalen Bewachung zu entziehen versucht. Diese beiden Charaktere treffen durch die Ermittlung um Kims Verschwinden immer wieder aufeinander. Die Autorin versteht es dabei, durch die wechselnden Einblicke in die Gefühle und Gedanken der Protagonisten Verständnis des Lesers zu wechseln, aber auch eine permanente Spannung aufzubauen. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, ob und wie der Fall um das Verschwinden aufgelöst wird. Zwischendurch entwickelte ich eine leise Ahnung und doch hat mich die Auflösung dann doch überrascht. Dephine de Vegan versteht es hervorragend, ihre kritischen Gedanken zum Thema Social Media und Digitalisierung in die Handlung einzubauen. In der Regel endet ein Krimi, nachdem ein Täter gefunden ist. Tatsache ist aber, dass man hier nicht wirklich über "den Täter" reden kann und letztendlich die wahren Täter, die ihre Kinder letztendlich durch das permanente Filmen und Präsentieren seelisch missbrauchen, zunächst rechtlich ungeschoren davon kommen. In diesem Roman wird ein Ausblick auf 20 Jahre in die Zukunft gewährt, ins Jahr 2031. Man erfährt, was mit den Protagonisten bis dahin geschehen ist, welche Spuren die ständige Internet-Präsenz bei den Kindern hinterlassen hat und wie die nahe digitale (und in diesem Kontext rechtliche) Zukunft für uns aussehen kann. Ich empfand den Roman durch die wechselnden Perspektiven und das Einstreuen von Informationen über Technik und Psychologie als unglaublich vielschichtig und spannend. Er hinterlässt beim Leser Spuren, über die aktuelle Gesellschaft und ihre Entwicklung sowie das Thema Digitalisierung und Überwachung gründlich nachzudenken. Ich werde definitiv weitere Bücher der Autorin lesen. Fazit: ------------ Psychologisch vielschichtig und spannend geschrieben - Gefahren von Social Media werden hier emotional greifbar

  • Die Gefahren von sozialen Medien

    Am 15. März 2022 von cjaay geschrieben.

    In ihrem kürzlich erschienenen Buch greift Delphine de Vigan ein aktuelles und brisantes Thema unserer Zeit auf, das Posting in sozialen Medien, hier speziell Instagram. Mélanie Claux, junge Mutter zweier Kinder und scheinbar glückliche Ehefrau, beginnt aus Langeweile damit, Videos ihrer Kinder auf Instagram zu posten. Aus dem anfangs dilettantisch betriebenen Hobby wird bald der Haupteinkommenserwerb der Familie, Ehemann Bruno gibt seinen hochbezahlten Job auf und beide betreiben einen professionell gestalteten Videokanal. Die glückliche und erfolgreiche Familie, in der alle an einem Strang ziehen erweckt natürlich Neid, zumal auch andere Familien um Klicks konkurrieren. Doch mit der Entführung der kleinen Tochter Kimmy ändert sich alles. Der Roman zeigt eindringlich die Gefahren auf, die mit exzessiver Selbstdarstellung auf sozialen Medien verbunden sind. Eine Mutter, die selbst schon seit ihrer Kindheit davon träumt berühmt zu werden und ein Vater, der vielleicht auch um des Ehefriedens zuliebe mitspielt, beuten ihre Kinder skrupellos aus. Beginnender Widerstand der Kinder wird konsequent ignoriert, die psychischen Folgen bis ins Erwachsenenleben sind erschreckend. Als Gegenpol haben wir die Kommissarin Clara Roussel, Einzelgängerin, wenig interessiert an sozialen Medien, doch auch sie kann sich der Faszination, die von Instagram ausgeht nicht entziehen. Das Ende des Romans führt uns ins Jahr 2031 und wir erfahren mit welchen Problemen Sammy, der ältere Bruder, nach seiner öffentlich gelebten Kindheit kämpft.

  • Social Media - Segen oder Fluch?

    Am 14. März 2022 von lectrice geschrieben.

    Ich liebe die Bücher von Delphine de Vigan und habe bereits viele gelesen. Nun also ein ganz anderes Genre als sonst von ihr gewohnt. Doch aufgrund ihres guten Schreibstils und ihrem Ideenreichtum bezüglich auf außergewöhnliche Geschichten wurde ich als Leserin auch hier nicht enttäuscht. Die Autorin nimmt sich eines sehr aktuellen Themas an. Persönliches in Social Media verbreiten oder doch lieber für sich behalten? Immer im Hinterkopf der Gedanke: das Netz vergisst nie. Besonders gefährlich und unverantwortlich finde ich persönlich ja, wenn man Kinder im Netz allzu präsent macht. So hat es auch Mélanie mit ihren Kindern gemacht und fand es immer toll. Doch eines Tages verschwindet Kimmy, ihre Tochter, die so vielen Followern "bekannt" ist. Wo ist das Mädchen? Und warum sieht sie niemand, obwohl sie doch so einer großen Menge an Followern bekannt ist? Die ermittelnde Polizistin Clara und Mélanie sind hier die beiden Sichtweisen, aus denen berichtet wird, dazwischen gibt es immer wieder Auszüge aus den Polizeiakten. Immer wieder tauchen wir in die Vergangenheit der beiden Frauen ein. Ein Buch, das so viel mehr ist als ein Kriminalroman. Meisterhaft geschrieben ruft es zum Reflektieren der eigenen Social Media Nutzung auf.

  • Folgen von Social Media

    Am 14. März 2022 von div_ine geschrieben.

    Ein brandaktuelles Thema wird in diesem Buch aufgegriffen, und insbesondere aus dem inhaltlichen Grund hoffe ich, dass das Buch eine breite Leserschaft erreichen wird. Social Media - Segen oder Fluch? Manchen sind die Gefahren noch nicht so klar, Auswirkungen folgen oftmals erst in der Zukunft. Alles im Internet hinterlässt spuren, es kann also gar nicht oft auf dieses Thema/diese Gefahr hin sensibilisiert werden. Die Autorin zeigt sehr gut die Gefahren von Social Media in diesem gesellschaftskritischen Krimi auf - was passiert wenn Kindern in/mit Social Media groß werden - was macht es mit den Personen. Es wird auch darauf eingegangen, wie weit das ganze geht: Eltern die ihre Kinder für Social Media "ausbeuten". Teilweise geht es wirklich unter die Haut. Der Schreibstil ist gut und flüssig - die Geschichte wirklich interessant aufgebaut. Ich kann dieses Buch wirklich absolut weiterempfehlen - es ist ein Buch das beschäftigt, das Geschriebene wirkt noch lange nachdem man das Buch beendet hat, nach.

  • Reich des Konsums

    Am 14. März 2022 von amara5 geschrieben.

    Die erfolgreiche und feinsinnige Autorin Delphine de Vigan bleibt ihren gesellschaftskritischen Themen treu und behandelt diesmal die gefährliche und übertriebene Zurschaustellung von Kindern im Internet – einziges Ziel dieser Influencer-Eltern sind Geld, Klicks und Konsum, auch wenn darunter das eigene Familienleben in Mitleidenschaft gezogen wird. Mutter Mélanie Claux war früher fasziniert von Reality-TV-Shows und Fan von Loana, die durch diese Programme und besonders durch Loft Story berühmt wurde. Doch der eigene Erfolg in diesem Genre war Mélanie nicht vergönnt und so muss ihre eigene Tochter Kimmy herhalten, die zusammen mit ihrem Bruder mittlerweile zum Star des Instagram- und Youtube-Kanals Happy Récré mit unzähligen Werbeverträgen geworden ist. Alles was die Kinderkönige in ihrem eigentlich privaten Reich machen, wird online inszeniert, verkauft und zur Schau gestellt – eine Privatsphäre ist nicht mehr vorhanden, denn Millionen von Fans wollen mit ihrer Sucht nach Bildern bedient werden. Kimmy wird zunehmend abweisender und genervter von diesen vielen Inszenierungen – und dann wird sie bei einem Versteckspiel entführt, was zur Haupthandlung dieses brisant-spannenden Romans wird. In abwechselnden Passagen verknüpft Vigan brillant und gekonnt protokollartig die nüchtern-akribische Ermittlungsarbeit der engagierten Kriminal-Polizistin Clara mit der psychologisch-soziologischen Innenschau in die Familie, bei der die Leere des eigenen Lebens durch die suchtartige Faszination der ständigen Online-Exposition der Kinder kompensiert wird. Wie mit einem Schlag ins Gesicht, aber ohne belehrend oder wertend zu sein, erschafft die Autorin ein gesellschaftskritisches Zeitbild unseres Konsumverhaltens und über den Umgang mit Influencer-Kinderkönigen im Netz. Sensibel, intensiv und präzise sprengt sie literarische Genres, um fast dokumentarisch-wissenschaftlich den Finger in die Wunde eines hochaktuellen Themas zu legen. Wie wirkt sich der Drang nach dem eigenen Leben in der Virtualität samt Dopamin-Sucht mit jedem Klick und Like auf unser Leben und das unserer Kinder aus? Warum brauchen wir den Blick und Kommentar des anderen im Netz, während unser wirkliches Leben in der Langeweile versinkt? Ein direkter, kraftvoller und flüssig-tiefgründig geschriebener Roman mit scharfen Beobachtungen über die Konsequenzen und Folgen dieser zur Schau gestellten Kinder und deren gestohlenen Leben, der zum weiteren Nachdenken anregt und auch medienrechtliche Themen versiert recherchiert integriert. Außergewöhnlich auch das Ende, in dem die Autorin ins Jahr 2031 und auf die erwachsenen Kinderstars blickt und ein bewegendes Fazit zieht.

  • Die Auswüchse der Social Media

    Am 13. März 2022 von anonym geschrieben.

    Ein Gesetzesvorhaben in Frankreich aus dem Jahr 2021 hat die französische Autorin offensichtlich zu diesem fesselnden Roman inspiriert, nämlich gesetzliche Regeln für Online-Kinderstars. Das Buch handelt von der gnadenlosen Vermarktung der eigenen Familie, vor allem der Kinder, in den sozialen Medien mit den furchtbaren Folgen für ihre weitere Entwicklung. Sehr eindringlich und überspitzt wird dieses dem Kindeswohl total zuwider laufende Verhalten mit seinen Auswüchsen an den Pranger gestellt. In gewisser, zutiefst erschreckender Weise wird dem Leser auch ein Spiegel vorgehalten. Denn in dem Verhalten der Protagonistin Mélanie wird sich der eine oder andere selbst ein wenig wiedererkennen. Wer hat nämlich nicht schon einmal Bilder seines Alltags auf Instagram & Co. gepostet? Konträr zu der Influencerin Mélanie steht die weitere Protagonistin, die Polizistin Clara, für die die Welt der sozialen Medien völlig neu ist, ist sie doch bei der von ihr pedantisch betriebenen Polizeiarbeit in der Welt der Papierakten zu Hause. Beide geraten in Kontakt zueinander, als es die vermeintliche Entführung von Mélanies sechsjähriger Tochter aufzuklären gilt. Eine sehr fesselnde Mischung zwischen Thriller und Gesellschaftsroman.

  • Kritischer Roman unserer sozial vernetzten Zeit

    Am 03. März 2022 von Barbara Bayer geschrieben.

    Mélanie träumt schon seit sie Kind ist davon, selber ein Star in einer Reality-Show zu werden. Doch sie ist nicht schön genug, nicht klug genug, nicht besonders genug um ihr Ziel zu erreichen. Als sie nach der Geburt ihrer Kinder in Langeweile und Depressionen zu versinken droht hat sie die Idee, Videos von Kimmy und Sammy zu drehen und ins Netz zu stellen. Schnell wächst sich diese Freizeitbeschäftigung zu einer Obsession aus, wird immer professioneller und zur guten Einnahmequelle der ganzen Familie. Doch mit 6 Jahren beginnt Kimmy zu rebellieren und als sie plötzlich spurlos verschwindet, wird Mélanie mit dem Vorwurf der Ausbeutung ihrer Kinder konfrontiert. Es ist erschreckend zu lesen, wie Mélanie süchtig wird nach der Aufmerksamkeit und der "Liebe" von Millionen Followern, und das auf dem Rücken ihrer Kinder. Sie ist geprägt von Selbstzweifeln und Minderwertigkeitskomplexen und glaubt tatsächlich, ihren Kinder ein Leben wie die Könige zu ermöglichen. Seltsam blass bleibt der Vater Bruno, er scheint keine eigene Meinung zu haben, gibt seinen Beruf auf für die Filme, den Schnitt und die Geschäftsidee seiner Frau. Sein Verhältnis zu den Kindern ist nicht existent, wird immer überschattet durch die Vereinnahmung der Mutter. Auch er sieht nicht, dass hier das Kindeswohl auf dem Spiel steht. Als Leser leidet man mit den Kindern, hat Mitleid mit dem angepassten älteren Sammy und der leise rebellierenden Kimmy. Sehr interessant als Gegenpol zu Mélanie ist die Ermittlern Clara, die für sich ein völlig anderes Leben gewählt hat und auf der Suche nach dem verschwundenen Mädchen in die ihr fremde Welt von YouTube, Instagram und Co eintauchen muss. In einem zweiten Teil springt die Autorin in die Zukunft und der Leser erfährt, welche Spätfolgen die Kinder der Generation Social Media erleiden müssen. Dieser Teil ist mir persönlich ein bisschen zu kurz gekommen. Auch hätte ich mir einen Verweis zu Informationen über Influencer-Marketing und das französische Gesetz für Kinder-Influencer gewünscht, oder auch eine Anlaufstelle für Hilfe für Betroffene. Ein aktuelles Thema ist hier von Delphine de Vigan spannend und eindrücklich beschrieben worden. Ein ganz wichtiges Buch, das zum Nachdenken anregt.

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