Beschreibung
Produktdetails
| Autoren | Anna Herzig |
| Verlag | Müller (Otto), Salzburg |
| Inhalt | Buch |
| Produktform | Fester Einband |
| Erscheinungsdatum | 23.02.2022 |
| Thema |
Belletristik |
| EAN | 9783701312931 |
| ISBN | 978-3-7013-1293-1 |
| Anzahl Seiten | 140 |
| Abmessung (Verpackung) | 12.5 x 2 x 19 cm |
| Gewicht (Verpackung) | 203 g |
Kundenrezensionen
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Ein etwas anderer Gesellschaftsroman, der zum Nachdenken anregt
„Die dritte Hälfte eines Lebens“ kann man ohne Zweifel als ungewöhnlichen Roman bezeichnen - und das im allerbesten Sinne. Obwohl mich das Cover eigentlich gar nicht so angesprochen hat, habe ich den Klappentext durchgelesen und fand diesen sehr interessant. Es wurde schon da deutlich, dass das Buch etwas ganz anderes ist. Der Leser bekommt einen Einblick in das Dorf Krimmwing und seine Bewohner. Völlig wertfrei schildert die Autorin die Einzelschicksale, die hinter den Personen stehen - und das tut sie in einer Form, dass man beim Lesen das Gefühl hat, man ist im Dorf und Teil der Gemeinschaft, die so viel Wert auf gesellschaftliche Normen legt und danach alles bewertet. Und genau das kennt ja irgendwie auch jeder selbst, der nicht in einer Stadt aufgewachsen ist: das hinter dem Rücken Tuscheln, die Gerüchte, dass viele sich nicht trauen, von der Norm abzuweichen und daran letztlich selbst zerbrechen. Der Roman ist sehr kurz, ist aber so dicht und regt so sehr zum Nachdenken an, dass es auch gar nicht mehr braucht. Wirklich ein ganz besonderes Buch.
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Reise durch eine Dorfgemeinschaft
Man darf in diesem Roman eine Reise antreten - eine Reise durch die Dorfgemeinschaft des Dorfes Krimmwing die sehr hart ist und alles verurteilt was auch nur etwas anders ist - sei es, ein dunkelhäutiger Vater, ein uneheliches Kind oder auch Depressionen werden verurteilt. Die Bewohner beobachten sich gegenseitig genauestens und alles wird verurteilt.
Seppi hat es mit seinem Schicksal nicht leicht - ein Seil und ein Apfelbaum sind der Ausweg... welch Überraschung, oder auch nicht.
Was für eine Ausgangslage. Was für ein atmosphärischer Erzählstil. Die Autorin geht genauestens auf die Machtverhältnisse im Dorf ein, sodass man sich wirklich gut einfinden kann und diese auch richtig gut "spührt".
Das Buch hat auch eine wirklich wichtige Botschaft: es regt dazu an, gesellschaftliche Normen zu überdenken.
Von mir gibt es eine absolute Empfehlung - toll geschrieben, lässt einem dieser Roman nicht mehr los.
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Macht nachdenklich
Der Roman "Die dritte Hälfte eines Lebens" von Anna Herzig handelt von den BewohnerInnen eines fiktiven Dorfes in Österreich: Krimmwing. Unter ihnen sind etwa Josef, "Sepp" genannt, der aufgrund seiner dunkleren Hautfarbe und des verschwundenen Vaters gehänselt und gequält wird. Oder die Frau mit den drei Brüsten, die sich nachts ihr Geld mit der Unterhaltung von Männern verdienen soll.
Schnell wird klar: In diesem Dorf lebt man einsam, wenn man anders als die Mehrheit ist. Die Geschichte ist somit auch Gesellschaftskritik, Kritik am Umgang der Gesellschaft mit bestimmten Individuen.
Der Roman rüttelt auf, regt zum Nachdenken an. Er wartet mit vielen plastischen Zitaten auf, ohne Verschnörkelungen und Verniedlichungen. All das gefällt mir an dem Buch! Es lässt sich auch sehr schnell binnen weniger Stunden lesen. Und obwohl die Geschichte so kurz und eigentlich schnell erzählt ist, gab es für mich die ein oder andere Länge. Daher gibt es von mir "nur" vier von fünf Sternen. -
Zweigeteilt
In dem Buch geht es um das fiktive österreichische Dorf Krimmwig. Jeder, der dort anders ist, als die Menschen es wollen oder schon ewig so hatten, hat es schwer und wird gemobbt oder muss sich ein Leben lang verstellen. Ob es Seppi ist, der als „Negerkind“ beschimpft wird, weil er einen farbigen Vater hat. Ob es dann später der Bürgermeister ist, der lieber eine Frau sein möchte. Oder Liesl, Die mit drei Brüsten Pooldance macht. Alles, was scheinbar nicht normal ist, wird nicht geduldet.
Die Beurteilung des Buches ist für mich zweigeteilt. Da geht es um die Geschichte selbst, die in extrem kurzen Abschnitten relativ lakonisch erzählt wird. Die Menschen werden beschrieben, ab und zu werden ihre Gefühle erwähnt, aber eher wenig. Es ist fast wie eine Sachbuchbeschreibung. Trotzdem hat die Geschichte einen gewissen Reiz und ist gut lesbar, obwohl es ein schweres, wenn auch aktuelles, Thema ist. Und würde von mir eigentlich eine sehr gute Bewertung bekommen.
Wenn ich nicht zum zweiten Teil meiner Bewertung kommen müsste. Das Buch nennt sich Roman. Ich habe extra noch mal nach der Definition eines Romanes geschaut. Dieser wird heute unter anderem als längere Erzählung in Prosa bezeichnet. Genau da beginnt mein Unbehagen. Das Buch hat ein kleines Format, mit Vorwort und Nachbemerkungen und vielen Leerseiten insgesamt 130 Seiten in großer Schrift. Für mich ist es maximal eine Erzählung. Und dafür ist der Preis von 22 € meinen Augen mehr als überzogen.
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