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Das Vorkommnis - Roman

Deutsch · Fester Einband

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Beschreibung

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Lebenslinien - Liebeslinien - Liebesmuster
Eine Frau wird von einer Fremden angesprochen, die behauptet, sie hätten beide denselben Vater. Die überraschende Begegnung bleibt flüchtig, löst in ihr aber eine Welle von Emotionen aus. Fragen drängen sich auf, über Ehe und Mutterschaft, über Adoption und andere Familiengeheimnisse, über Wahrheit überhaupt. In 'Das Vorkommnis' erzählt Julia Schoch - eine der eindrücklichsten Stimmen autofiktionalen Erzählens in der deutschen Literatur - von einem Leben, das urplötzlich eine andere Richtung bekommt. Fesselnd und klarsichtig, so zieht sie hinein in den Strudel der ungeheuerlichen Dinge, die gleichzeitig auch alltäglich sind. Ein Roman von großer literarischer Tiefe und Schönheit, im Werk von Julia Schoch ein neuer Höhepunkt.

Über den Autor / die Autorin

Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, aufgewachsen in der DDR-Garnisonsstadt Eggesin in Mecklenburg, gilt als »Virtuosin des Erinnerungserzählens« (FAZ) und bekam für ihre von der Kritik hochgelobten Romane und Erzählungen schon viele Preise. Zuletzt erschien ihr Roman ›Das Vorkommnis. Biographie einer Frau‹. Für ihr schriftstellerisches Gesamtwerk wurde ihr 2022 die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung verliehen. Sie lebt in Potsdam.

Bericht

Alle reden über Cusk oder Ernaux, Schoch ist noch ein Geheimtipp. Feinsinnige karge autofiktionale Untersuchung, was es bedeutet, eine innerlich widerspenstige Frau zu sein. Mara Delius Welt am Sonntag 20221204

Kundenrezensionen

  • Lesenswerter Lebenseinschnitt

    Am 12. Februar 2022 von anonym geschrieben.

    Ob Julia Schochs neuer Roman, der Auftakt einer Trilogie sein soll, autobiografisch ist oder von einer fiktiven Autorin erzählt, bleibt offen, ist letztlich auch egal. Jedenfalls schreibt die (fiktive) Autorin über ein „Vorkommnis“ von vor inzwischen einigen Jahren, das sie die ganze Zeit über beschäftigt hat. Seinerzeit stellte sich ihr auf einer Lesung eine fremde Frau als ihre Halbschwester vor, als die ältere Tochter ihres gemeinsamen Vaters. Das ist Anlass für sie, über ihre Familie, insbesondere ihre Beziehungen zu ihren Eltern, ihrer mittleren Schwester und ihrem Mann, die Alltäglichkeit dieser neuen Familienkonstellation, ihre Kindheit in der DDR nachzudenken. Heraus kommen viele Erinnerungsbruchstücke. Ich empfand den Roman als sehr schön und faszinierend, durchaus auch anspruchsvoll zu lesen. Die geschilderten Gedanken sind es wert, dass ihnen nachgegangen wird. Gelungen ist, wie gekonnt Bezug auf andere bedeutende literarische Werke genommen wird.

  • Einblicke in eine Familie

    Am 11. Februar 2022 von Chris Rasser geschrieben.

    Bei diesem Buch handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie über eine Familiengeschichte. Es wird in der Ich-Form erzählt - die Erzählerin lernt auf einer Lesung ihre Halbschwester kennen. Bevor es zum Austausch von Kontaktdaten und Adressen kommt, ist diese auch schon wieder verschwunden. Die Atmosphäre im Buch ist sehr düster und traurig - es gibt einen Einblick in eine Familie, und was es mit der Halbschwester auf sich hat. Der Vater bringt etwas Licht ins Dunkel. Am Ende war ich etwas enttäuscht, man ist gerade so mittendrin in dem Buch und dann ein Ende. Ich finde es etwas unglücklich gewählt, hier eine Trilogie zu machen, weil zumindest der erste Teil mit 200 Seiten auch nicht besonders lang ist und man dann so richtig herausgerissen wird. Es ist ein gutes Buch, aber so richtig überzeugen konnte es mich leider nicht wirklich.

  • Die Wende

    Am 10. Februar 2022 von Barbara Bayer geschrieben.

    Das unerwartete Zusammentreffen mit ihrer Halbschwester, von deren Existenz sie nichts gewußt hat, läutet eine Wende in ihrem Leben ein: die Ich-Erzählerin beginnt, sich neu mit ihrem Leben auseinanderzusetzen. Dabei reflektiert sie über ihre Kindheit in der DDR genauso wie über die Beziehung zu ihren Eltern, ihrem Mann, den Kindern und der Schwester. Julia Schoch beschreibt das Vorkommnis, das Zusammentreffen mit der unbekannten Halbschwester, fast nebensächlich, eher unspektakulär. Doch es entpuppt sich als Auslöser für viele Emotionen rund um das Thema Familie. Ohne eine Handlungsabfolge springt die Ich-Erzählerin in kurzen Kapiteln in ihren Gedanken zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Das macht dieses Buch zum einen interessant, ist aber auch anspruchsvoll zu lesen. Zudem benutzt sie für die beschriebenen Personen keine Namen, hier ist lediglich die Rede von der Schwester, der Mutter, dem Mann, dem älteren Kind, etc. Das hat es für mich schwierig gemacht, eine persönliche Beziehung zu den Personen aufzubauen, sie bleiben - genauso wie die Ich-Erzählerin - eher abstrakt und distanziert. So kann ich auch die emotionale Achterbahnfahrt der Protagonistin nicht immer nachvollziehen oder verstehen. Gut gefallen mir die vielen Literaturvergleiche, die Julia Schoch in ihrem ersten Teil der Trilogie "Biographie einer Frau" zieht. Ein ungewöhnlicher Familienroman, anspruchsvoll zu lesen und sehr interessant für Literaturliebhaber.

  • Fiktion einer Verwirrung

    Am 09. Februar 2022 von amara5 geschrieben.

    Julia Schoch beginnt mit „Das Vorkommnis“ einen herausragenden und sehr klug komponierten Auftakt der Trilogie „Biografie einer Frau“, in der die autofiktionale Ich-Erzählerin und Autorin anhand einem verwirrenden Vorkommnis tief in ihre Erinnerungen, Wahrheiten und das zarte Geflecht ihrer Familie eintaucht. Bei einer Lesung kommt eine Frau auf sie zu und gibt zu verstehen, dass sie ihre Halbschwester ist – sie haben den gleichen Vater! Ein Familiengeheimnis, das eigentlich keins ist, denn schon lange ist das Dasein der zur Adoption freigegebenen Schattenschwester bekannt, aber das persönliche Treffen bringt die Autorin in einen Strudel der allgemeinen und tiefen Verwirrung, den sie gedanklich zu ordnen versucht. Assoziativ, philosophisch und intim geht sie auf Spurensuche in ihren zerbrechlichen Erinnerungen und bringt die vorbestimmte Geometrie einer Familie in ihren Gedanken erheblich zum Wanken. Wer sind ihre Eltern und ihre 'richtige' Schwester? Ist ihr Ehemann derjenige, den er vorgibt oder eine Täuschung? Was macht eine Ehe und eine Mutterschaft aus und kann man die Erinnerungen und Familiengeschichte umschreiben? Achronologisch verwebt Julia Schoch hierbei Ereignisse aus der Gegenwart der Autorin wie ihr Auslandaufenthalt in den USA, wo sie an einer Universität Vorlesungen zum Deutsch-deutschen Literaturstreit hält, mit Reflexionen zu ihrer Vergangenheit. Sie sinniert und entwirft neue Gedankenkonstrukte zu ihren Eltern, dem Aufwachsen in einem Provinzort der DDR sowie dem Da-Sein als Mutter und Ehefrau. Und sie geht noch weiter – gehemmt durch eine Schreibblockade taucht sie immer tiefer ein in das, was wir unsere feste Vergangenheit nennen und wie sie anhand des Schreibens eventuell umgeformt werden kann. Währenddessen liegt ihr Vater in Deutschland im Sterben, die Mutter kümmert sich um die kleinen Kinder in den USA, der Mann kommt zu Besuch und argwöhnisch sucht die Erzählerin ihm auf die Schliche zu kommen – könnte auch er anderswo Kinder gezeugt haben? Warum hat eine Familie diese festen Strukturen und unsichtbaren Geflechte? Vielschichtig, mit einer sprachlichen Stilsicherheit und klaren Poesie sowie sehr präzis-dichten Gedankengängen entführt Schoch den Leser in sein eigenes Lebenskonstrukt, in seine privaten Vorkommnisse und Katastrophen und stellt philosophische Fragen, ohne jemals pathetisch-rührselig zu wirken oder den Ball zur Geschichte zu verlieren. Subtil und virtuos spinnt sie einen literarisch brillanten Faden, der in die gedanklichen Geäste und Rückblicke der Erzählerin führt, in ihre Lebenslinien zwischen Wahrheit und Verwirrung und am Ende ein kluges Bild über gesellschaftliche Zusammenhänge präsentiert.

  • Emotionales Chaos

    Am 29. Januar 2022 von lectrice geschrieben.

    Es handelt sich bei dem vorliegenden Buch um den ersten Teil einer Trilogie. Die LeserInnen, die hier einen handlungsreichen Roman erwarten, werden wohl enttäuscht sein. Hier geht es viel subtiler zu; das Innen- und Seelenleben steht im Vordergrund. Gar nicht mal so sehr das titelgebende "Vorkommnis", obwohl dies einen Auslöser darstellt. Auf einer ihrer Lesungen wird die Autorin von einer Frau mit der Tatsache konfrontiert, sie hätten denselben Vater. Der Vater bekennt sich auch zu eben jener Halbschwester, die als Kind adoptiert worden war. Daraufhin ergibt sich eine Korrespondenz und ein Umdenken und Reflektieren des bisherigen Lebens. Es ist mehr diese innere Rückschau, die hier im Vordergrund steht. Die Beziehung zu ihren Eltern, aber auch das Verhältnis zu ihrem Ehemann und ihren Kindern wird immer wieder reflektiert. Durchaus ein gelungener Schreibstil, aber mir drehte sich die Handlung ein wenig zu sehr "im Kreis". Nicht schlecht, aber auch nicht überragend.

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