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Hegel im verdrahteten Gehirn - Eine provokante Betrachtung der Gegenwart durch die Linse des großen Philosophen
Ist Hegel veraltet? Meisterdenker Slavoj Zizek behauptet das Gegenteil: Gerade weil Hegel unsere heutige Welt nicht vorhersehen konnte, bietet sein Denken einzigartige Einblicke in die Gegenwart. Zizek stellt die Frage auf den Kopf: Wie sieht unsere Zeit aus, wenn wir sie mit Hegels Augen betrachten?
Im Mittelpunkt steht das "verdrahtete Gehirn": Was geschieht, wenn der menschliche Geist sich mit Maschinen verbindet? Welche Auswirkungen hat das auf Subjektivität, das Unbewusste, Geist und Materie, Freiheit? Zizek diskutiert diese Fragen unter Rückgriff auf Denker wie Fichte, Lacan, Kurzweil und Harari sowie anhand von Hollywood-Filmen. Er durchdenkt eine für Hegel undenkbare Vision auf hegelianische Weise - und beweist damit die Aktualität des großen Philosophen. Denn wie Hegel sagte: "Philosophie ist ihre Zeit in Gedanken erfasst".
Ein aufregendes Buch über die Verschmelzung von Mensch und Technologie, das Hegels Denken neu beleuchtet und zeigt, wie es zum Verständnis unserer komplexen Gegenwart beitragen kann.
Über den Autor / die Autorin
Slavoj Žižek, geboren 1949, ist Philosoph, Psychoanalytiker und Kulturkritiker. Er lehrt Philosophie an der Universität von Ljubljana in Slowenien und an der European Graduate School in Saas-Fee und ist derzeit International Director am Birkbeck Institute for the Humanities in London. Seine zahlreichen Bücher sind in über 20 Sprachen übersetzt. Im S. Fischer Verlag sind zuletzt erschienen »Hegel im verdrahteten Gehirn« (2020), »Wie ein Dieb im Tageslicht. Macht im Zeitalter des posthumanen Kapitalismus« (2019), »Mut zur Hoffnungslosigkeit« (2018), »Absoluter Gegenstoß. Versuch einer Neubegründung des dialektischen Materialismus« (2016), »Ärger im Paradies. Vom Ende der Geschichte zum Ende des Kapitalismus« (2015), »Was ist ein Ereignis?« (2014) und »Das Jahr der gefährlichen Träume« (2013).
Zusammenfassung
Die provokante Schrift zur Aktualität Hegels
Hegel ist veraltet. Aber gerade deshalb – so die Pointe von Meisterdenker Slavoj Žižek – können wir durch seine Linse die Gegenwart besser verstehen. Anstatt also zu ermitteln, was an Hegels Denken heute noch aktuell ist, dreht Žižek die Frage um: Wie sieht unsere Gegenwart aus, wenn wir sie mit Hegel betrachten? Und es stellt sich heraus: Wir verstehen sie viel besser, gerade weil Hegel sie sich in keiner Weise vorstellen konnte.
Žižeks Gegenstand ist das »verdrahtete Gehirn«: Was wird geschehen, wenn der menschliche Geist sich tatsächlich mit einer Maschine verdrahten kann? Welche Auswirkungen wird das auf unsere Subjektivität haben? Werden wir noch vom Unbewussten sprechen können? Wie lassen sich Geist und Materie dann denken? Und was wird aus der Freiheit? Unter Rückgriff auf Denker wie u.a. Johann Gottlieb Fichte, Jacques Lacan, Ray Kurzweil oder Yuval Noah Harari, und unter Zuhilfenahme zahlreicher Hollywood-Filme als Beispiel, diskutiert Žižek die Implikationen einer technischen Vision. Ein Thema, das für Hegel undenkbar war – und damit bestens geeignet, seine Aktualität zu erweisen. Folglich durchdenkt es Žižek in Hegelscher Manier und beweist damit: »Philosophie ist ihre Zeit in Gedanken erfasst«.
Zusatztext
Ein Hegel-Jubiläum kann es nicht ohne ein Buch von Slavoj Žižek geben.
Bericht
Dass der slowenische Meister-Querdenker Slavoj Zizek erwartungsgemäß kein Problem hat, Hegel weiterzudenken, zeigt seine Essaysammlung. Kleine Zeitung 20200825