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Rote Kreuze - Roman

Deutsch · Fester Einband

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Beschreibung

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Alexander ist ein junger Mann, dessen Leben brutal entzweigerissen wurde. Tatjana Alexejewna ist über neunzig und immer vergesslicher. Die alte Dame erzählt ihrem neuen Nachbarn ihre Lebensgeschichte, die das ganze russische 20. Jahrhundert mit all seinen Schrecken umspannt. Nach und nach erkennen die beiden ineinander das eigene gebrochene Herz wieder und schließen eine unerwartete Freundschaft, einen Pakt gegen das Vergessen.

Über den Autor

Sasha Filipenko, geboren 1984 in Minsk, ist ein weißrussischer Schriftsteller, der auf Russisch schreibt. Nach einer abgebrochenen klassischen Musikausbildung studierte er Literatur in St. Petersburg und arbeitete als Journalist, Drehbuchautor, Gag-Schreiber für eine Satire-Show und Fernsehmoderator. >Rote Kreuze< ist der erste seiner fünf Romane, der auf Deutsch erscheint. Sasha Filipenko ist leidenschaftlicher Fußballfan und lebt in St. Petersburg.


Produktdetails

Autoren Sasha Filipenko
Mitarbeit Ruth Altenhofer (Übersetzung)
Verlag Diogenes
 
Originaltitel Krasny Krest
Thema Belletristik > Erzählende Literatur > Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Sprache Deutsch
Produktform Fester Einband
Erschienen 26.02.2020
 
EAN 9783257071245
ISBN 978-3-257-07124-5
Seiten 288
Abmessung 122 mm x 186 mm x 22 mm
Gewicht 315 g

Kundenrezensionen

  • Gekratze an der Oberfläche

    Am 02. März 2020 von LaberLili geschrieben.

    Ich habe so gut wie gar keine Ahnung von russischer Geschichte, wenn man mal vom wohl gängigen Stalin-Wissen absieht und davon, dass es da mal eine Zarenfamilie gab, von der bis in dieses Jahrhundert hinein ständig irgendeine alte Frau (die auch häufiger mal wechselte) behauptete, die Tochter zu sein. Aber ich mag Bücher, in denen alte Menschen ihre Lebensgeschichten erzählen, und Vorschusslorbeeren gibt es für Bücher dieser Art, in dem alte Menschen aus anderen Ländern und Kulturen ihre Lebensgeschichte erzählen: Rein formal hätte ich „Rote Kreuze“ also lieben müssen, aber hier haperte es für mich ein wenig an der Umsetzung. Gleich zu Beginn erging es mir wie Alexander, der sich offen fragte, warum seine Nachbarin ihm unvermittelt ihre Biografie zu erzählen begann: ja, warum denn eigentlich? Der Grund blieb bis zuletzt unbekannt und wie auch Alexander ließ ich mich halt einfach darauf ein und ließ Tatjana erzählen, aber dabei hatte ich die ganze Zeit über das Gefühl, dass Tatjana ebensogut mit der Wand hätte sprechen können. Ich hatte an nicht einer einzigen Stelle das Gefühl, dass eine echte Beziehung zwischen diesen beiden Figuren entstand geschweige denn dass sie sich überhaupt mal nur ein wenig annäherten. Schließlich erzählt Alexander auf Nachfrage hin, wieso er mit seinem Baby alleine ist und ja, das ist eine tragische Geschichte, die mir aber auch eher nebenher abgefrühstückt zu werden schien. Das hatte für mich etwas von „der Alex muss zwecks Daseinsberechtigung in diesem Buch halt auch mal was Krasses von sich erzählen, damit er nicht völlig unnütz zwischen den Zeilen rumsteht; toll, wenn da ebenfalls Verlust drin vorkommen sollte!“ Tatjanas Leben fand ich sehr interessant, aber ich muss zugeben, dass es mir in diesem Fall besser gefallen hätte, würde sie nicht am Lebensende von sich erzählt haben, solange sie sich nun noch erinnern konnte, sondern wäre ihre Geschichte hier nun von außen und zwar von Anfang an erzählt worden, und zudem ganz ohne Nachbarn. „Rote Kreuze“ ist ein diogenes-typisch handliches Buch; Tatjana ist alt und in sehr unruhigen Zeiten erwachsen geworden und mir war das häufig zu komprimiert, zu viele Infos auf relativ wenige Seiten gepresst, und klar, dass da keine besondere Tiefe erreicht werden konnte. Das fand ich schade, denn ich hatte mir da deutlich weniger Distanz zur Figur erhofft. So wirkte „Rote Kreuze“ auf mich allerdings doch eher nüchtern bis steif erzählt. Was bleibt, ist allerdings ein wenig mehr Einblick in die russische Politikgeschichte des 20. Jahrhunderts – auch wenn er doch vergleichsweise oberflächlich bleibt, aber letztlich ist das doch der Aspekt, wegen dem ich „Rote Kreuze“ auch aufs Neue lesen würde, wenn ich es halt noch nicht kennen würde. Als Roman zum wiederholten Lesen sehe ich „Rote Kreuze“ allerdings nicht unbedingt an.

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