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Sechzig Jahre nach der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager ist das Gedächtnis von Shoah und Lager an einem Wendepunkt angelangt. Mit dem absehbaren Tod der letzten Überlebenden wird sich die Erinnerungskultur zwangsläufig verändern. An die Stelle der Abwesenden werden ihre Zeugnisse und deren Bearbeitungen in den unterschiedlichsten Medien treten. Der Band sucht der Diversität eines Archivs gerecht zu werden, das nicht in Zeugnisse und Fiktionen, erste und zweite Generation, vergessene und kanonische AutorInnen, Lager-Texte und Shoah-Texte auseinander dividiert, sondern als lebendige "Erinnerungslandschaft" rekonstruiert werden sollte. Die Beiträge thematisieren die Übergänge vom Zeugnis zur Fiktion in der französischen Literatur nach 1945.
Über den Autor / die Autorin
Die Herausgeber: Silke Segler-Messner ist Hochschuldozentin am Institut für Literaturwissenschaft (Romanische Literaturen I) an der Universität Stuttgart. Ihre Forschungsgebiete sind Geschlechterbeziehungen in der frühen Neuzeit, Darstellungsformen der Shoah und interkulturelle Schreibweisen im 20. Jahrhundert.
Monika Neuhofer ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Romanistik I der Universität Mannheim und Lehrbeauftragte an der Universität Salzburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Erinnerungstexte Jorge Sempruns, KZ- und Shoah-Literatur, Autobiographie sowie französische Gegenwartsliteratur.
Peter Kuon ist Professor für Romanische Philologie an der Universität Salzburg und Leiter der Interdisziplinären Forschungsgruppe KZ - memoria scripta. Seine Forschungsgebiete sind KZ- und Shoah-Literatur, Avantgarde-Literaturen, literarische Metamorphosen, Literatur und Landschaft sowie Intertextualität.
Bericht
"Der vorliegende Band vereint Studien von (nahezu) gleichbleibender Qualität. Es ist ein glücklicher Umstand, dass die Texte der beiden Freiburger Sektionen gemeinsam veröffentlicht wurden, denn so entstand ein Band, der als Gesamtschau der Forschung in Frankreich und in Deutschland gelten darf. Für jeden, der sich mit der literarischen Verarbeitung des Holocaust auseinandersetzen möchte, ist dieser Band unentbehrlich. (Timo Obergöker, Romanische Forschungen)