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Fabian Fohrbeck, Professor der Kulturwissenschaften, verliert mit 62 Jahren den Boden unter den Füßen. Seine langjährige Frau und Seelenverwandte Dorothea ist überraschend gestorben, an der Uni droht ihm wegen Sparmaßnahmen die Stellenstreichung, er bäumt sich auf - und bricht fast zusammen. Fohrbeck findet sich in einer psychosomatischen Rehaklinik wieder, widerwillig zwar, aber auch neugierig. In den Gesprächen mit seiner Therapeutin entsteht ein vielschichtiges und liebevolles Bild von Dorothea und dem gemeinsamen Leben. Die Trauer um seine Frau geht einher mit einer spannenden Selbsterkundung, die in die verdrängten Zonen seiner eigenen Familiengeschichte führt. Zugleich lernt er nach und nach seine Mitpatienten kennen. Über-raschend viele von ihnen sind abgekämpft, erschöpft, ausgebrannt, ein Spiegelbild der modernen Arbeitswelt. Fohrbeck wird klar, dass der fehlgeleitete Umgang mit der Zeit ein Grund für diese Entwicklung sein muss. Leistungsdenken, Selbstoptimierung und Beschleunigung sind die bestimmenden Faktoren unserer Zeit, aber es gibt neue Glücksverheißungen - auch für ihn. Die Begegnung mit der charismatischen Tanztherapeutin und Sängerin Lea wird für Fabian zu einer erotischen Obsession, die ihn auf neue Höhen, aber auch in Abgründe führt.
Mit scharfem Blick und großem Feingefühl, aber auch mit Witz und Ironie erzählt Michael Schneider von Abschied und Neubeginn, Trauer und Liebe - und zeigt eine Gesellschaft, die in ihrem eigenen Paradox gefangen ist: Trotz aller Techniken zur Zeitersparnis bleibt uns keine mehr.
Über den Autor / die Autorin
Michael Schneider
wurde 1943 in Königsberg/ Ostpreußen geboren. Er studierte Biologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Sorbonne/ Paris. Anschließend studierte er an der Freien Universität Berlin noch Philosophie, Sozial- und Religionswissenschaften. 1974 promovierte er über Marx und Freud. Er arbeitete als Lektor im Verlag Klaus Wagenbach, als freier Journalist und Schriftsteller. Ab 1975 arbeitete er als Schauspieldramaturg und Hausautor am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden. Ab 1981 war er ständiger Mitarbeiter des
ZDF
-Matinees. Seit 1991 arbeitet er als Dozent und seit 1995 als Professor an der Filmakademie Baden-Württemberg im Fachbereich Drehbuch. Er ist Mitglied des
PEN
-Clubs, des Akademischen Beirates von
Attac
Deutschland und des
MagischenZirkels
. Sein Werk besteht aus zahlreichen Veröffentlichungen, Essays, Novellen und Theaterstücken.
Wissenschaftliche Publikationen und Essays (Auswahl):
Neurose und Klassenkampf.
Über das Verhältnis von Psychoanalyse und Marxismus (Reinbek bei Hamburg 1973, Übersetzung in sieben Sprachen)
Die Lange Wut zum langen Marsch
, Aufsätze zur Politik und Literatur (Reinbek bei Hamburg1975)
Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom
, Essays, Aphorismen und Polemiken (Köln 1984)
Iwan der Deutsche. Eine deutsch-sowjetische Reise aus der Vergangenheit in die Gegenwart
, mit Rady Fish (Darmstadt 1989)
Die abgetriebene Revolution
. Von der Staatsfirma in die DM-Kolonie (Berlin 1990)
Das Ende eines Jahrhundertmythos.
Eine Bilanz des Staatssozialismus (Köln 1992).
Daneben Beiträge für
Konkret
,
Kursbuch
,
Literaturmagazin, FAZ, F.R., Freitag
und in über 50 Anthologien und Magazinen.
Theaterstücke:
Der Fall E., dokumentarisches Schauspiel zu den Berufsverboten
(U.A. 1975 am Hessischen Staatstheater, Wiesbaden)
Die Wiedergutmachung
. Eine ironische Farce über die Entnazifizierung nach 1945 (U.A. 1976 am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, Buchausgabe mit Dokumentation, Köln 1987)
Eine glatte Million
, Songspiel nach dem gleichnamigen Roman von Nathanel West (U.A. 1977 am Hessischen Staatstheater Wiesbaden)
Luftschloß unter Tage
. Über das Innenleben der Achtundsechziger (U.A. 1982 am Landestheater Tübingen)
Das Beil von Wandsbek
. Ein deutsches Drama nach dem gleichnamigen Roman von Arnold Zweig (U.A. 1988 am Hessischen Staatstheater Darmstadt)
Völker, leert die Regale!
(Zonys Erben). Eine deutsch-deutsche Narrenrevue (U.A. 1993 an den Städtischen Bühnen Münster)
Drehbücher:
Bettine von Arnim – Kobold in Preußen
(ZDF 1985)
Das Leben wird ein Epigramm.
Zum 100. Geburtstag von Georg Büchner (ZDF 1987)
Teiresias im Exil.
Zum 100. Geburtstag von Arnold Zweig (ZDF 1987)
Die Dichter und die Räterepublik.
Spurensuche einer vergessenen Revolution (ZDF 1990)
Preise und Förderungen:
1980
ZDF-Aspekte-Literaturpreis
für die Zaubernovelle
Das Spiegelkabinett
1981
Preis zur Förderung des kulturellenLebens
der Landeshauptstadt Wiesbaden
- 1986 Writer in residence am German Department der Universität Warrick/ Großbritannien
- 1988/89 Writer in residence am Deutschen Haus New York
Mehrfache Stipendien durch den
Deutschen Literaturfonds
e.V.
Zusammenfassung
Ein zweites Leben
- Ein ergreifender Roman über Neuanfang, Trauer und die Suche nach dem Glück in einer hektischen Welt.
Fabian Fohrbeck, Professor der Kulturwissenschaften, verliert mit 62 Jahren den Boden unter den Füßen. Seine geliebte Frau Dorothea ist überraschend gestorben und an der Uni droht ihm wegen Sparmaßnahmen die Stellenstreichung. Fohrbeck bäumt sich auf, bricht fast zusammen und findet sich schließlich in einer psychosomatischen Rehaklinik wieder. Widerwillig, aber auch neugierig, lässt er sich auf die Gespräche mit seiner Therapeutin ein. Nach und nach entsteht ein vielschichtiges und liebevolles Bild von Dorothea und ihrem gemeinsamen Leben.
Die Trauer um seine Frau geht einher mit einer spannenden Selbsterkundung, die Fohrbeck in die verdrängten Zonen seiner eigenen Familiengeschichte führt. Während er seine Mitpatienten kennenlernt, wird ihm klar, dass der fehlgeleitete Umgang mit der Zeit ein Grund für Erschöpfung und Burnout in der modernen Arbeitswelt sein muss. Leistungsdenken, Selbstoptimierung und Beschleunigung bestimmen unseren Alltag, doch es gibt Hoffnung auf neue Glücksverheißungen - auch für ihn. Die Begegnung mit der charismatischen Tanztherapeutin Lea wird für Fabian zu einer erotischen Obsession, die ihn auf neue Höhen, aber auch in Abgründe führt.
Mit scharfem Blick, Feingefühl und einer Prise Ironie erzählt Michael Schneider in
Ein zweites Leben
von Abschied und Neubeginn, Trauer und Liebe. Er zeigt eine Gesellschaft, die in ihrem eigenen Paradox gefangen ist: Trotz aller zeitsparenden Technologien bleibt uns keine Zeit mehr für das Wesentliche.
Vorwort
Keine Zeit sich zu besinnen – der Roman eines unfreiwilligen Neuanfangs mit Anfang 60