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"Ich bestreite den Hass im Menschenherzen" - Zu Hermann Cohens Begriff des grundlosen Hasses

Deutsch · Taschenbuch

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Wie soll mit dem allgegenwärtigen Phänomen des Hasses umgegangen werden? In dem vorliegenden Sammelband beschäftigen sich Philosophen, Psychoanalytiker, Theologen und Politikwissenschafter mit verschiedenen Facetten dieses Gefühls. Ausgangspunkt ihrer Beiträge sind Hermann Cohens Reflexionen über den talmudischen Begriff des grundlosen Hasses.

Das Thema Hass hat in den letzten Jahren Konjunktur: Vor allem in der politischen und psychoanalytischen Diskussion wird es von mehreren Disziplinen aufgegriffen und nach verschiedenen Ansätzen behandelt. Diesem starken Interesse zum Trotz lässt sich aber der Eindruck kaum abweisen, dass "Hass" nach wie vor ein heikles Thema bildet und dass sogar sein Bestehen wie bei keinem anderen Affekt umstritten bleibt. Nur auf diesem Hintergrund lässt sich um nur ein Beispiel zu nennen die absichtlich provokante Geste verstehen, mit der André Glucksmann in seinem Le discours de la haine (2004) gegen die "Möchtegernspezialisten der Seele" auftreten zu müssen meint: "Dievon mir vertretene These lautet: Es gibt Hass, wir haben ihn alle kennengelernt." Nicht weniger provokant lautet die These, die unter umgekehrten Vorzeichen von Hermann Cohen und zwar trotz des Judenhasses, den er selbst hatte erleben müssen im letzten Kapitel seines mitten im Ersten Weltkrieg verfassten Nachlasswerks vertreten wird: "Ich bestreite den Hass im Menschenherzen. (...) Was ist der Hass? Ich bestreite seine Möglichkeit. Es ist ein eitles Wort, das einen solchen Begriff bezeichnen will." Von jeher haben Cohens Kommentare zum talmudischen Begriff des "grundlosen Hasses", in denen er die "Seelenkraft des Optimismus" erwecken und die "Zaubermachtdes Friedens" beschwören will, Faszination und Irritation in den Lesern ausgelöst.

Über den Autor / die Autorin

Pierfrancesco Fiorato, geboren 1959, lehrt Moralphilosophie an der Universität Sassari.

Peter A. Schmid, geboren 1961, lehrt praktische Philosophie an der Hochschule Luzern und ist als freier Supervisor tätig.

Zusammenfassung

Wie soll mit dem allgegenwärtigen Phänomen des Hasses umgegangen werden? In dem vorliegenden Sammelband beschäftigen sich Philosophen, Psychoanalytiker, Theologen und Politikwissenschafter mit verschiedenen Facetten dieses Gefühls. Ausgangspunkt ihrer Beiträge sind Hermann Cohens Reflexionen über den talmudischen Begriff des grundlosen Hasses.

Das Thema Hass hat in den letzten Jahren Konjunktur: Vor allem in der politischen und psychoanalytischen Diskussion wird es von mehreren Disziplinen aufgegriffen und nach verschiedenen Ansätzen behandelt. Diesem starken Interesse zum Trotz lässt sich aber der Eindruck kaum abweisen, dass 'Hass' nach wie vor ein heikles Thema bildet und dass sogar sein Bestehen wie bei keinem anderen Affekt umstritten bleibt. Nur auf diesem Hintergrund lässt sich – um nur ein Beispiel zu nennen – die absichtlich provokante Geste verstehen, mit der André Glucksmann in seinem Le discours de la haine (2004) gegen die 'Möchtegernspezialisten der Seele' auftreten zu müssen meint: 'Dievon mir vertretene These lautet: Es gibt Hass, wir haben ihn alle kennengelernt.' Nicht weniger provokant lautet die These, die unter umgekehrten Vorzeichen von Hermann Cohen – und zwar trotz des Judenhasses, den er selbst hatte erleben müssen – im letzten Kapitel seines mitten im Ersten Weltkrieg verfassten Nachlasswerks vertreten wird: 'Ich bestreite den Hass im Menschenherzen. [.] Was ist der Hass? Ich bestreite seine Möglichkeit. Es ist ein eitles Wort, das einen solchen Begriff bezeichnen will.' Von jeher haben Cohens Kommentare zum talmudischen Begriff des 'grundlosen Hasses', in denen er die 'Seelenkraft des Optimismus' erwecken und die 'Zaubermachtdes Friedens' beschwören will, Faszination und Irritation in den Lesern ausgelöst.

Produktdetails

Mitarbeit A Schmid (Herausgeber), A Schmid (Herausgeber), Pierfrancesc Fiorato (Herausgeber), Pierfrancesco Fiorato (Herausgeber), Peter A. Schmid (Herausgeber)
Verlag Schwabe Verlag Basel
 
Sprache Deutsch
Produktform Taschenbuch
Erschienen 01.03.2015
 
EAN 9783796533730
ISBN 978-3-7965-3373-0
Seiten 180
Abmessung 120 mm x 195 mm x 11 mm
Gewicht 194 g
Serien Schwabe reflexe
Schwabe reflexe
Themen Geisteswissenschaften, Kunst, Musik > Philosophie > 20. und 21. Jahrhundert

Ethik, Philosophie, Weltordnung, Hass, Talmud, Leidenschaft, Rücksichtslosigkeit, Hermann Cohen

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