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Während Emmanuel Levinas (1906-1995) in Frankreich zu jenen Denkern der Gegenwart gehört, die weit über die Universität hinaus Wirkung entfaltet haben, stößt er hierzulande seit einigen Jahren auf ein eher akademisches Interesse.
Bernhard H.F. Taureck arbeitet in seiner Einführung das zentrale Motiv von Levinas' Philosophie heraus: den extremen Humanismus einer sich verpflichtenden Hinwendung zum anderen Menschen. Insbesondere anhand der Hauptwerke Totalität und Unendlichkeit (1961) und Jenseits des Seins oder anders als Sein geschieht (1974) stellt der Autor Levinas' Fragestellungen, die Probleme und Kritik seines extremen Humanismus dar und erhellt den theologischen Hintergrund seiner Philosophie in der jüdischen Tradition.
Die erweiterte Auflage wurde insbesondere mit Blick auf die international geführte Kontroverse um Levinas aktualisiert. Dabei stehen sich vor allem Richard Rortys Vorwurf einer Demokratieferne bei Levinas und Jacques Derridas Hoffnung gegenüber, Levinas ' Denken für ein anderes Politikkonzept fruchtbar zu machen.
Über den Autor / die Autorin
Prof. Dr. Bernhard H. F. Taureck, geb. 1943, ist Professor für Philosophie an der TU Braunschweig. Zahlreiche Veröffentlichungen.
Bericht
"Es empfiehlt sich, auf Taurecks ausgezeichnete kleine Einführung zurückzugreifen, die Levinas' philosophisch-ethische Herausforderung - entgegen der immer noch gängigen theologisch zentrierten Rezeption - wirklich ernst nimmt." (Neue Zürcher Zeitung)