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Sprachen der Ironie, Sprachen des Ernstes

Deutsch · Taschenbuch

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Beschreibung

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Der intellektuelle Diskurs ist seit Ende des 18. Jahrhunderts gekennzeichnet durch einen Wechsel zwischen pathetisch-emphatischem und relativierend-ironischem Stil. Die erste Szene dieses Wechsels ist das Pathos der Französischen Revolution und auch des deutschen Idealismus, das die vielfältigen Formen der ironischen Rede ablöste: Der buchstäbliche Ernst der idealistischen Philosophie und ihr Ironieverlust können als Präfiguration eines zwischen Heine und Richard Wagner verlaufenen Prozesses verstanden werden. Insofern hat sich Friedrich Schlegels Prophezeiung, das 19. Jahrhundert werde seine Ironie besser verstehen als die Zeitgenossen, nicht bewahrheitet - vielleicht, weil man, statt die kommunikationstheoretischen Voraussetzungen der Ironie in Betracht zu ziehen, sich an die Chimäre ihrer ontologischen Substruktion gehalten hat. Wie dem auch sei: im Verhältnis von Ironie und Ernst tritt auf phänomenologischer wie auf moralischer Ebene ein binäres Strukturgesetz der jüngeren Kultur- und Sittengeschichte zutage, das in diesem Band von führenden Sozial- und Geisteswissenschaftlern in seinen historischen und philosophischen Kontext gestellt und gemeinsam diskutiert wird.

Über den Autor / die Autorin

Karl Heinz Bohrer, geboren 1932, Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Bielefeld, seit 1984 Herausgeber des MERKUR. 2007 wurde Karl Heinz Bohrer der Heinrich-Mann-Preis verliehen.

Zusammenfassung

Der intellektuelle Diskurs ist seit Ende des 18. Jahrhunderts gekennzeichnet durch einen Wechsel zwischen pathetisch-emphatischem und relativierend-ironischem Stil. Die erste Szene dieses Wechsels ist das Pathos der Französischen Revolution und auch des deutschen Idealismus, das die vielfältigen Formen der ironischen Rede ablöste: Der buchstäbliche Ernst der idealistischen Philosophie und ihr Ironieverlust können als Präfiguration eines zwischen Heine und Richard Wagner verlaufenen Prozesses verstanden werden. Insofern hat sich Friedrich Schlegels Prophezeiung, das 19. Jahrhundert werde seine Ironie besser verstehen als die Zeitgenossen, nicht bewahrheitet – vielleicht, weil man, statt die kommunikationstheoretischen Voraussetzungen der Ironie in Betracht zu ziehen, sich an die Chimäre ihrer ontologischen Substruktion gehalten hat. Wie dem auch sei: im Verhältnis von Ironie und Ernst tritt auf phänomenologischer wie auf moralischer Ebene ein binäres Strukturgesetz der jüngeren Kultur- und Sittengeschichte zutage, das in diesem Band von führenden Sozial- und Geisteswissenschaftlern in seinen historischen und philosophischen Kontext gestellt und gemeinsam diskutiert wird.

Produktdetails

Mitarbeit Karl Heinz Bohrer (Herausgeber), Kar Heinz Bohrer (Herausgeber), Karl Heinz Bohrer (Herausgeber)
Verlag Suhrkamp
 
Sprachen Deutsch
Inhalt Buch
Produktform Taschenbuch
Erscheinungsdatum 01.01.2000
Thema Geisteswissenschaften, Kunst, Musik > Sprach- und Literaturwissenschaft
 
EAN 9783518120835
ISBN 978-3-518-12083-5
Anzahl Seiten 429
Abmessung (Verpackung) 10.8 x 17.7 x 2.2 cm
Gewicht (Verpackung) 338 g
 
Serie Edition Suhrkamp > 2083
Aesthetica
edition suhrkamp > 2083
Aesthetica
Themen Kulturgeschichte, Geisteswissenschaft, Sozialwissenschaft, Denken, Kultur, Philosophie, Moral, Erkenntnis, Sittengeschichte, Ironie, Ideen, Strömung, Phänomenologie, Idealismus, Phänomenologie und Existenzphilosophie, Aufsätze, Ernst, Schlegel, Philosophie Ästhetik
 

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