Beschreibung
Produktdetails
| Autoren | Hannah Häffner |
| Verlag | Penguin Verlag München |
| Inhalt | Buch |
| Produktform | Fester Einband |
| Erscheinungsdatum | 25.02.2026 |
| Thema |
Belletristik |
| EAN | 9783328604334 |
| ISBN | 978-3-32-860433-4 |
| Anzahl Seiten | 416 |
| Abmessung (Verpackung) | 14.6 x 22 x 3.8 cm |
| Gewicht (Verpackung) | 572 g |
| Themen |
Familie |
Kundenrezensionen
-
Drei Frauen und ihr Platz in der Welt
Mit „Die Riesinnen“ hat Häffner ein wirklich wunderschönes Buch geschrieben! Ich mag Generationenromane, insbesondere aus weiblicher Sicht. Mir hat hier sowohl der Stil mit den tollen Naturbildern gefallen als auch die detailliert und mit Feingefühl beschriebenen einzelnen Charaktere.
Besonders bewundert habe ich zunächst mal Liese, die älteste der Riessberger-Frauen. Trotz des konservativen Frauenbildes in der dörflichen Umgebung der 60er Jahre hat sie eine unglaubliche innere Stärke und weiß was sie will. Dabei ist sie weder laut noch nach außen hin sonderlich selbstbewusst, es sei denn, es geht um die ganz wichtigen Dinge im Leben.
Beeindruckt hat mich auch der Beschützerinstinkt gegenüber ihrer Tochter, eine Eigenschaft, die sich durch die Generationen zieht. Lieses Tochter Cora lebt bereits in einer anderen Zeit, kann rebellieren, ausbrechen und die Welt entdecken. Sie sagt offen ihre Meinung, auch wenn sie aneckt, und muss nicht „dazugehören“. Liese wiederum lässt ihr diese Freiheit, auch wenn ihre Tochter nahezu ihr einziger Halt ist. Als starke Konstante im Leben steht Cora dann auch ihrer Tochter Eva zur Seite.
Allen drei Frauen ist gemein, dass sie entscheiden müssen, ob sie bleiben oder gehen sollen. Allen gemein ist ihre Verbundenheit mit der Natur und den Frauen vor und nach ihnen. Ihre tiefe Liebe zur Heimat muss sich zuerst gegen die Widerstände im Dorf, später dann gegen die Möglichkeiten der weiten Welt und die Vorbehalte derer behaupten, die „etwas Besseres“ für sie wollen.
Neben Liese, Cora und Eva gibt es noch weitere liebenswerte Figuren im Buch. Beispielsweise Franz, der noch mehr Außenseiter ist als die Riessbergers, und auch das Restaurant-Personal. Aber besonders gut ausgearbeitet sind natürlich die drei „Riesinnen“ mit so viel Persönlichkeit, so vielen Ecken und Kanten. Am Ende zeigt sich dann sogar, dass meine Favoritin Liese nicht immer fair gespielt hat…
Man sollte also auf keinen Fall Heimatroman-Feeling erwarten, sondern viel mehr ein großartiges Buch über Resilienz und das Finden des eigenen Weges. -
Drei Generationen Kampf und Akzeptanz
Hannah Häffner berichtet über drei Generationen von Frauen die sich mit Herkunft, Zukunftsplanung und Schicksalsschlägen auseinandersetzen müssen.
In gewisser Weise sind es drei Geschichten des Erwachsenwerdens, die in der gemeinsamen Verflechtung unheimlich gut funktionieren.
Hannah Häffner hat einen wunderbaren Schreibstil, durch welchen die Seiten nur so dahin fliegen und zwischendrin tolle Bilder baut. Es gibt viele unerwartete Wendungen, die einen sowohl aufatmen als auch den Kopf schütteln lassen.
Im Verlauf des Buchs fand ich besonders spannend, wie gut die Geschichte von Cora das Gesamtbild abrundet. Die Grundthematik ist immer die Frage von Herkunft, Zukunft und Verortung. Unterschiede bestehen in den Möglichkeiten und dem Umgang der Mütter mit den Wünschen der Kinder.
Bei Cora wird die Geschichte jedoch in eine Richtung erzählt, die ich bisher nur selten in Romanen gesehen habe, die jedoch mindestens genauso erzählens- und lesenswert ist.
Es sind letztlich auch drei Geschichten von Akzeptanz, wobei in jeder Generation ein anderer Aspekt akzeptiert werden muss und dabei die Kraft entwickelt wird das Beste aus den Gegebenheiten zu machen.
Von mir gibt es eine große Empfehlung für dieses Buch für alle, die sich mit Herkunft und Akzeptanz beschäftigen wollen oder gerne Familien-/Generationsgeschichten lesen. -
Dorf- und Generationenroman über starke Frauen
Wer gerne Familiengeschichten liest und nichts gegen einen feministischen Einschlag hat, für den ist dieses Buch genau das Richtige.
Es geht um drei starke Frauen, Großmutter, Mutter und Enkelin ab den 1960er Jahren. Sie leben in einem kleinen Schwarzwalddorf und sind allein aufgrund ihrer äußerlichen Erscheinung Außenseiter. Alle schaffen es, ihren Weg zu finden und bleiben ihrem Heimatdorf treu, nicht ohne, dass ein Teil von ihnen es in der Fremde versucht hat.
Die Autorin erzählt alles in einem sehr eigenen, bildhaften, poetischen Schreibstil. Immer wieder macht sie das Verwurzeltsein in der Heimat zum Thema. Dafür hat sie sich mit dem Schwarzwaldort und den symbolträchtigen Wurzeln der Waldbäume einen gut passenden Hintergrund gewählt. So erzählt sie etwa von ernstmeinenden Gewittern im dunklen Wald oder seinem spezifischen Duft.
Die Liebe der Autorin zum Schwarzwald, der sie während Besuchen bei Verwandten in ihrer Kindheit bleibend beeindruckt hat, ist im Text erkennbar. So wundert es denn nicht, dass gerade die Passagen, die außerhalb dieses Hintergrunds angesiedelt sind und von Aufenthalten der Frauen außerhalb ihrer Heimat erzählen, m.E. nicht so recht gelungen sind. -
Anderssein
In dem Buch „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner geht es um die drei Frauen Liese, Cora und Eva aus drei Generationen. Aufgrund ihres Andersseins haben die Frauen mit Ausgrenzung zu kämpfen.
Das Buch war sehr gut geschrieben und hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Den Schreibstil fand ich sehr gut, so dass man sehr gut mit der Geschichte mitkam und sich gut in die Frauen hineinversetzen konnte. Ich konnte gut nachempfinden, wie sehr die Figuren zwischen dem Wunsch nach Aufbruch und dem Bedürfnis nach Verwurzelung hin- und hergerissen sind.
Besonders gefallen hat mir, wie die Autorin die Beziehung zwischen Müttern und Töchtern darstellt – ehrlich, komplex und manchmal widersprüchlich. Auch das Thema Heimat gab ich sehr spannend und interessant und wurde sehr gut im Buch umgesetzt.
Ich kann das Buch definitiv weiterempfehlen, vor allem wenn man starke, vielschichtige Frauenfiguren, Familiengeschichten und poetische Sprache mag und ein Buch lesen will, welches noch lange im Gedächtnis bleibt
-
Langatmig
Der Roman "Die Riesinnen" von Hannah Häffner befasst sich mit Cora, die nach dem Tod ihres herrischen Mannes die Metzgerei im kleinen Dorf Wittenmoos im Schwarzwald übernimmt und fortan für die Erziehung ihrer Tochter Eva alleine verantwortlich ist. Das Mutter-Tochter-Gespann passt nicht so recht in das typische Dorfbild, obwohl Cora alles daran setzt, sich zu integrieren. Nachdem die naturverbundene Eva weggezogen ist, kehrt sie als erwachsene Frau mit ihrer Tochter zurück.
Der Leser erlebt also über die Jahre hinweg das Aufwachsen der Tochter und der Enkelin. Die Probleme im Dorf bleiben bei allen drei aber dieselben. Das arbeitet die Autorin sehr gut aus, obwohl ich am Anfang Schwierigkeiten mit den teils abgehakten Sätzen hatte, die sehr poetisch wirken. Mit der Zeit gewöhnt man sich an diesen Schreibstil, der im Laufe des Romans abschwächt.
Am besten haben mir die Passagen über die Landschaft im Schwarzwald gefallen. An dieser Stelle merkt man, wie sehr die Autorin dem Schwarzwald zugetan ist. Selbst wenn man noch nie dort war, kann man es bildlich sehr gut vorstellen.
Das Cover hat mich sofort angesprochen und erinnerte mich an den blauen DM-Schein, daher musste ich es unbedingt lesen.
Fazit: Ein bewegender Roman, der bei mir einen nachdenklichen und bleibenden Eindruck hinterlässt. Allerdings sind meine Erwartungen an das hoch gelobte Buch nicht ganz erfüllt worden. -
Von Größe, Kraft und Heimat
Drei Generationen von Riessberger Frauen wachsen in einem kleinen Dorf im Schwarzwald auf, gemeinsam haben sie ihre Körpergröße, ihre roten Locken und ihre hagere Gestalt. Liese hat es schwer mit ihrem Anderssein, wird gehänselt und auch vom eigenen Ehemann wenig geachtet, ist still, angepasst und möchte möglichst unauffällig sein. Als der heiß ersehnte Sohn ein Mädchen wird und Cora eindeutig auf die Mutter kommt wird schnell klar, dass beide es in der Dorfgemeinschaft nicht leicht haben. Cora ist laut und wütend, sie will weg aus diesem engen Dorf und scheitert doch an ihrer Flucht. Coras Tochter Eva soll es einmal besser machen, hinaus gehen in die weite Welt, doch sie liebt ihre Heimat und sucht lange ihren Platz im Leben.
Es sind drei starke und wundervolle Riesinnen, die Hannah Häffner in ihrem Roman beschreibt. Und mit jeder Generation ändert sich ein wenig, es ist wie eine Zeitreise durch die Geschichte, auch wenn das kleine Dorf im Schwarzwald immer konservativ und altmodisch bleibt.
Ich bewundere vor allem Liese, mit welcher Kraft sie den Menschen trotzt, ihrem Ehemann und den Schwiegereltern, wie sie über sich hinauswächst wenn ihr nichts anderes übrig bleibt. Die starke Liebe zu ihrer Tochter ist verständlich, auch wenn sie Cora damit immer wieder in die Enge treibt. Ich mag ihr Verhältnis zu Eva, das nicht mehr so stark geprägt ist vom Erziehungsauftrag, sondern von Toleranz und Verständnis. Sie verkörpert für mich eine Generation, die nicht über das Schlechte spricht, sich nicht beklagt, die sich abfindet und immer weiter macht, kostet es was es wolle.
Cora leidet ebenfalls in der Dorfgemeinschaft an ihrem Aussehen, fügt sich jedoch nicht still den Gegebenheiten, sondern geht ihren eigenen Weg. Als ihre hart erkämpfte Flucht hinaus ins Leben kläglich und schwanger wieder bei der Mutter endet, muss sie sich jedoch wieder anpassen und mit der Häme und der Herablassung der Nachbarn leben. Aus der Eroberung der Welt ist eine Rückkehr geworden in ein Leben, das sie nicht wollte und für das sie nun verurteilt wird. Doch sie bleibt immer ein wenig widerborstig und stolz, was ich sehr an ihr mag.
Evas hadert in ihrer Generation weniger mit ihrem ungewöhnlichen Aussehen, sie liebt tatsächlich den Wald und die ländliche Umgebung von klein auf. Doch Mutter und Großmutter wollen, dass ihr die Flucht aus dem Dorf gelingt, die die beiden Frauen vor ihr nicht geschafft haben. Der Druck, den sie auf Eva ausüben, ist immens, ohne dass sie sich dessen bewußt sind. Und so ist auch Eva auf ihre Art anders, hat andere Ziele und Interessen als die Menschen um sie herum und sucht lange nach einem Platz und ihrem eigenen Glück im Leben.
In einer wundervollen Sprache beschreibt die Autorin hier drei ganz besondere und starke Frauen und ihre (Hass)Liebe zur Heimat. Ihre Formulierungen sind oft ungewöhnlich, sehr poetisch und gehen tief unter die Haut. Eine eindringliche und einfühlsame Geschichte, die mich bis zur letzten Seite sehr bewegt hat.
Eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die neben einer interessanten Geschichte auch Wert auf eine schöne Sprache legen. -
ruhiger Roman über starke Frauen
„Die Riesinnen“ von Hannah Häffner ist ein ruhiges, aber dennoch sehr eindrucksvolles Buch.
Liese, Cora, Eva - drei Frauen, die in einem Dorf leben, und herausstechen. Das Buch hält viele Schicksalsschläge bereit, aber auch viel Kraft.
Schon nach dem ersten Teil merkt man, dass es nicht nur um eine Geschichte geht, sondern um Gefühle, die viele Menschen kennen. Die Riesinnen stehen für Sorgen, Ängste und innere Lasten, die manchmal so groß werden, dass sie einen überwältigen.
Teilweise finde ich das Ausgangsszenario der Frauen für das Buch aber nicht ganz gelungen - es wirkt daher etwas unglaubwürdig.
Hannah Häffner hat einen sehr besonderen Schreibstil, der das Buch für mich auch sehr besonders gemacht hat. Die Sprache ist ruhig, poetisch und leicht zu lesen. Die Stimmung im Buch ist oft melancholisch, aber nicht hoffnungslos. Ich habe mich beim Lesen immer wieder nachdenklich gefühlt und musste über mein eigenes Leben nachdenken.
Schreibe eine Rezension
Top oder Flop? Schreibe deine eigene Rezension.