Beschreibung
Produktdetails
| Autoren | Daniel Speck |
| Verlag | S. Fischer Verlag GmbH |
| Inhalt | Buch |
| Produktform | Fester Einband |
| Erscheinungsdatum | 25.02.2026 |
| Thema |
Belletristik |
| EAN | 9783758700316 |
| ISBN | 978-3-7587-0031-6 |
| Anzahl Seiten | 608 |
| Abmessung (Verpackung) | 15 x 4.6 x 22.2 cm |
| Gewicht (Verpackung) | 738 g |
| Themen |
Freundschaft |
Kundenrezensionen
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Freundschaft ein Leben lang
Villa Rivolta, Familiensaga von Daniel Speck, FISCHER E-Books
Eine auf wahren Begebenheiten beruhende Saga über Herkunft, Verlust, Schicksal und den Weg zur Selbstbestimmung im Mailand der 1950er und 60er Jahre.
Piero und Valeria sind Freunde, schon seit Kindheitstagen, obwohl sie in verschiedenen Gesellschaftsschichten geboren wurden. Piero der Sohn von Renzo Rivolta, dem Direktor der Iso-Automobilwerke und Valeria die Tochter einer Hausangestellten. Während die Firma Rivolta immer weiter aufsteigt, muss Valeria mitansehen wie ihre Mutter eine unglückliche Affäre erlebt. Piero muss schon früh das Erbe des Firmenvorstands antreten und die Firma aus einer Krise retten, derweil Valeria sich in den sizilianischen Arbeitersohn Flavio verliebt. Die Journalistin und alleinerziehende Valeria erzählt ihre Lebensgeschichte auf der Flucht zu ihrem Kindheitsfreund, ihrem Sohn Tonino, der eine illegale Waffe gefunden hat.
Daniel Speck erzählt in einem leichten, flüssigen und auktorialen Stil. Zu jeder Zeit ist der Leser ganz nah dran am Geschehen, das Setting, die Personen, alles ist so schön bildmalerisch geschildert, dass man das Gefühl haben könnte mitten drin im Geschehen zu sein. Ich mag Italien, die Sprache die Musik, die italienische Lebensart. Kursiv erscheinen auch immer wieder italienische Phrasen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt, direkt wie im Italienurlaub. Wer sich für Automobiltechnik interessiert wird hier bei der Lektüre, seine helle Freude haben. Auch die meisten Figuren und ihr Innenleben sind hervorragend charakterisiert. Sie sind authentisch und glaubhaft. Piero und auch Flavios Vater Antonio mochte ich sehr gerne, sie waren meine Lieblingspersonen. Mit Flavio wurde ich nicht warm, seine Rebellion hat mich abgestoßen und auch Valeria war mir suspekt, ihre Handlungen konnte ich nicht immer nachvollziehen. Ihre Emanzipation hätte ich mir konsequenter gewünscht.
Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass oft viel zu ausführlich erzählt wurde, gerade mit den technischen Aspekten konnte ich nichts anfangen. Die großen gesellschaftlichen Themen haben mich angerührt und mich betroffen gemacht, hier hat Speck bei mir gepunktet. Die sozialen Unterschiede in der italienischen Gesellschaft in den 50er und 60er Jahren sind sehr gut geschildert. Die lebenslange Freundschaft und Verbundenheit zwischen Valeria und Piero fand ich wunderschön und fundiert beschrieben. Ganz besonders gut gefallen haben mir die Lebensweisheiten und Zitate, einige habe ich mir notiert. Eine schön erzählte atmosphärische Familiensaga, mit für mich, uninteressanten Längen im technischen Bereich.
Ein Roman in zwei Zeitebenen, für alle die Familiensagas mögen, die italienisches Ambiente genießen oder sich für italienische Autos begeistern. Von mir 3 Sterne. -
Ein ruhiger und poetischer Schreibstil
Valeria und Piero, die aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen, kennen sich seit ihrer Kindheit und eine tiefe Freundschaft verbindet die Beiden. Während Piero als Sohn von Renzo Rivolta, eines Automobilunternehmers unbeschwert aufwächst, wird Valeria in bescheidenen Verhältnissen groß und der Garten der Villa Rivolta ist das Paradies auf Erden für sie. Doch hat diese Freundschaft wirklich Bestand?
Aufgrund einer Empfehlung meiner Freundin bin ich auf den Autor Daniel Speck aufmerksam geworden und ich muss sagen, sein ruhiger, teilweise poetischer Erzählstil hat mich verzaubert. Selten habe ich eine derart dichte Atmosphäre beim Lesen eines Buches gespürt. Alles wirkt sehr authentisch und ist greifbar. Der Schreibstil ist sowohl bildlich als auch fesselnd.
Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen und als Leser erhält man viele Einblicke in die Geschichte Italiens. Die Nachkriegszeit, als auch die goldene Zeit des Wirtschaftswunders, wird anschaulich beschrieben. Interessant fand ich auch die Erzählung rund um die Automobilindustrie.
Der Roman handelt in erster Linie von Freundschaft, Liebe und Verlust und ist in meinen Augen auch eine kleine Liebeserklärung an Italien. Die gesellschaftlichen Gegensätze und Umbrüche sind gut dargestellt und wirken nicht übertrieben.
Leider gab es ein paar Längen in der Geschichte, aber bei knapp 600 Seiten fallen diese kaum ins Gewicht. Auch wenn mich das Ende des Buches nicht ganz überzeugt hat, wurde ich dennoch bestens unterhalten und empfehle den Roman sehr gerne weiter.
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Der Preis für das Erwachsenwerden
Mailand 1979: Der dreizehnjährige Tonino findet in einer Baugrube vor dem Haus eine Wehrmachtspistole und nimmt sie am nächsten Tag mit in die Schule. Ehe er sich versieht ist er mit seiner Mutter Valeria auf der Flucht vor der Polizei. Sie fliehen zu Piero, dem Kindheitsfreund ihrer Mutter. Was Tonino nicht ahnen kann: Mit dem Fund der Pistole stochert er in einem alten Familiengeheimnis herum. Auf dem Weg zu Piero erzählt die Mutter ihm von ihrer Kindheit in und um der Villa Rivolta, dem Elternhaus von Piero.
Bresso 1946: Die vierjährige Valeria zieht mit ihrer Mutter in die Villa Rivolta. Während ihre Mutter dort als Haushälterin arbeitet, ist Valeria sich selbst überlassen und freundet sich heimlich mit dem Sohn der Revoltas an, mit Piero. Beide Kinder verstehen sich von der ersten Minute an ohne Worte. Zwei Seelenverwandte haben sich gefunden. Während Piero aufgrund seiner Herkunft alles zufällt und er alles erreicht, was er möchte, muss Valeria um alles kämpfen. Doch einen Kampf kämpft Valeria vergebens: den Kampf um ihre große Liebe Piero. Piero heiratet Lele und Valeria trifft den faszinierenden Flavio und wird von ihm ungeplant schwanger. Wird Valeria mit Flavio glücklich werden? Oder wird sie Piero ewig nachtrauern? Ist es besser, nicht zu heiraten, weil man so befreundet bleiben kann?
In diesem tollen Buch steckt so viel: eine Familiengeschichte, eine (oder mehrere) Liebesgeschichten, die Geschichte Italiens mit seinem nationalen Gefälle und die Geschichte der Firma Iso, deren Isetta wohl jeder kennt. Daniel Speck versteht es, alles leicht miteinander zu verbinden. Seine Erzählweise hat mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Ihm ist hier ein echter Pageturner gelungen. Die Figuren sind authentisch und als Leser leidet und fiebert man mit ihnen mit. Die italienischen Zitate, die Speck immer wieder einfließen lässt, kann man ohne Probleme verstehen und sie machen die Geschichte noch authentischer. Eine tolle Geschichte über Freundschaft, Herkunft, Leidenschaft und Verlust. Unbedingt lesen! -
Echt
Valerias Vater ist Revolutionär in Italien und wird von den Deutschen in den letzten Kriegstagen erschossen. Ihre Mutter geht mit ihr nach Mailand, wo Freunde des Vaters ihr eine Anstellung in ihrem Haus geben. Sie leben in der Villa Rivolta, dem Haus jener Autobauerfamilie, die mit der Isetta bekannt wurde und später sehr elegante und schnelle Sportwagen baute. So kommt es, dass Valeria in einer prächtigen Villa aufwächst mit Piero, dem Sohn des Unternehmers, als bestem Freund.
Die Geschichte ist sehr lebendig erzählt. Im Zentrum steht die Beziehung zwischen Valeria und Piero. Beide sind starke, unabhängige Persönlichkeiten, die sich ihren höchst unterschiedlichen Herausforderungen stellen. Die Sprache ist poetisch und bildreich. Das Nachkriegsitalien mit seinen bestimmenden Klassenunterschieden, seiner Hitze, seiner Autoleidenschaft und den revolutionären Träumen wird sehr anschaulich gezeigt. Man hat das Gefühl, mitten im echten Leben zu sein.
Ich fand es erschreckend und faszinierend zugleich, wie das Bewusstsein einer Klassenzugehörigkeit von den Eltern ganz unterschwellig an die Kinder weitergegeben wird. So hat der Unternehmersohn ein ganz anderes Selbstbewusstsein und Lebensgefühl in der Welt als die Arbeitertochter. Trotzdem sind sie enge Freunde. Dies ist keine klassische Liebesgeschichte, sondern eher eine Studie über Klassismus und das Verhältnis von Reich und Arm. Und über Freundschaft.
Ich habe es verschlungen. Ein großartiges Buch, auch wenn nicht alle Fragen geklärt werden. Aber das ist im Leben ja auch nicht anders.
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