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Seit Jahrzehnten empfinden sich die Deutschen als gefühlte Opfer und vertrauen seit der Rede Richard von Weizsäckers 1985 dem Versprechen, Erinnerung führe zu »Erlösung«. Diese Erinnerungsmoral untersuchen Ulrike Jureit und Christian Schneider historisch, geistesgeschichtlich und psychoanalytisch. Ihr Fazit: Eine vollkommene »Vergangenheitsbewältigung» bleibt eine Illusion.
Info autore
Ulrike Jureit, Dr. phil., geb. 1964, Historikerin, seit 2004 Wissenschaftlerin am Hamburger Institut für Sozialforschung. Arbeitsschwerpunkt: Sozial- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Biographie- und Lebenslaufforschung, Politische Kollektivität, Oral History, Generationenforschung, Erinnerungskultur und Gedächtnisforschung, Raum als politischer Ordnungsbegriff
Christian Schneider, Jg. 1951, arbeitet als Soziologe und Forschungsanalytiker am Siegmund-Freud-Institut in Frankfurt mit dem Schwerpunkt 'Psychoanalyse und Gesellschaft'.
Riassunto
Seit Jahrzehnten empfinden sich die Deutschen als gefühlte Opfer und vertrauen seit der Rede Richard von Weizsäckers 1985 dem Versprechen, Erinnerung führe zu »Erlösung«. Diese Erinnerungsmoral untersuchen Ulrike Jureit und Christian Schneider historisch, geistesgeschichtlich und psychoanalytisch. Ihr Fazit: Eine vollkommene »Vergangenheitsbewältigung» bleibt eine Illusion.
Prefazione
Das heikelste Thema der deutschen Zeitgeschichte
Relazione
"`Gefühlte Opfer von Jureit und Schneider ist ein Buch, das überfällig war, auch wenn manches bereits an anderer Stelle steht. Es tritt für eine reflektierte Erinnerungskultur ein, wendet sich gegen eine Banalisierung des Holocaust und gegen eine fahrlässige Verwendung von Auschwitz als Legitimation für alles und nichts. Ein wichtiges Buch, ein lesenswertes Buch." Fokke Joel, Stuttgarter Zeitung, 05.08.2011 "Schneider und seine Mitautorin Ulrike Jureit haben eines der wichtigsten Bücher dieses Jahres geschrieben." Peter Unfried, TAZ, 11.12.2010 "Jureits und Schneider kluges, scharfsinniges Buch ist der gelungene Versuch, der vielleicht wirklich etwas starr gewordenen, oft ins Leere laufenden, mitunter eine ganze Gedenkindustrie nährenden Erinnerungskultur neue und vielleicht eines Tages auch produktive Facetten abzugewinnen." Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel, 08.11.2010 "Dieses Buch stochert ebenso ungeniert wie schmerzhaft in der deutschen Amfortaswunde." Dorion Weickmann, Süddeutsche Zeitung, 09.08.2010 "Das Buch insgesamt ist wichtig. Und verdient eine intensive Diskussion." Richard Klein, Die Zeit, 29.07.2010 "Gerade weil die Verbrechen des Holocaust als negativer Gründungsmythos der Bundesrepublik zu einem gesellschaftlichen Paradigma geworden sind, richten Jureit und Schneider ihren Blick auf die Phänomene des Gefühlten Opfers. Aus dem Opferdenken haben mit wachsendem zeitlichen Abstand auch Aspekte des Schuldstolzes an Bedeutung gewonnen." Harry Nutt, Frankfurter Rundschau, 24.07.2010