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Der Wiener Kinetismus, als eigenständige Rezeption von Expressionismus, Kubismus, Futurismus und Konstruktivismus, ist einer der wenigen Beiträge Österreichs zur internationalen Avantgarde der Zwischenkriegszeit. Entstanden als revolutionäres pädagogisches Experiment an der damaligen Wiener Kunstgewerbeschule in der Klasse von Franz Cizek, verkörpert sein vom griechischen Wort kinesis, kinein" (Bewegung, bewegen) abgeleiteter Begriff eine Kunstrichtung, die das Dargestellte in Bewegungsabfolgen bzw. in rhythmische Elemente zerlegt. Es waren vor allem junge Frauen, u.a. Erika Giovanna Klien, My Ullmann und Elisabeth Karlinsky, die in der Laboratmosphäre der Cizek-Klasse, frei von künstlerischen Konventionen, nach einem neuen Ausdruck suchten. Führende Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Wissenschaft wie Kandinsky, Prinzhorn, Krenek, Duncan, Prampolini, Marinetti und van Doesburg besuchen die Klasse.
Die Publikation stellt den Kinetismus als ein noch zu entdeckendes Kapitel der Wiener Moderne vor samt seinen historischen Bedingungen und ideengeschichtlichen Zusammenhängen.
Info autore
Gerald Bast studied legal and economic sciences; as of 2000 principal of the University for Applied Arts Vienna. Numerous publications.
Agnes Husslein-Arco, geb. 1954, Kunsthistorikerin und Kunstmanagerin. Von 1996-2000 Vorstandsmitglied der Wiener Secession, von 1981-2000 Geschäftsführerin von Sotheby's Österreich. 1990-98 Director of European Development des Guggenheim Museums und 1990-2000 Organisatorin der Guggenheim Association Salzburg und des Austrian Guggenheim Advisory Board. Sie ist Mitglied des World Wide Teams for Contemporary, Modern and Impressionist Art. Von 2001-2005 war Husslein Direktorin des Rupertinums in Salzburg. Die Eröffnung des Museums der Moderne am Mönchsberg im Jahr 2004 ist auch mit ihrem Namen verbunden. Ab 2007 Direktorin der Österreichischen Galerie Belvedere.
Relazione
Lesenswert ist die umfangreiche Begleitpublikation zur Austellung im Springer Verlag, die dem Wiener Kinetismus zu einer verspäteten wissenschaftlichen Wertschätzung verhilft. Die Furche, Nr. 14, 14. April 2011