Esaurito

Aus dem Sinn
Roman. Ausgezeichnet mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis 2007

Tedesco · Tascabile

Descrizione

Ulteriori informazioni

Im Jahre 1969 explodiert in Erfurt die Domuhr und der junge Mathematiker Eduard Meißerl verliert sein Gedächtnis. Beide Ereignisse sind zugleich Anfang und Ende dieser tragikomischen Geschichte über Eduard, seine Liebe Anna und den Freund Paul. Ein Roman über eine kleine Gemeinde vertriebener Sudetendeutscher, deren wunderliche Lebensspuren im Übergang zwischen Erinnerung und Zukunft deutscher Geschichte verlaufen.
Eduard, der Mathematiker und Zeitpedant, liebt Anna, die Sängerin. Und zum Glück liebt Anna auch Eduard. Es geschah einfach so, eines Tages in einer Erfurter Konsum-Filiale, der Anna als Leiterin vorsteht. Den lieben langen Tag singt sie in ihrem Filialleiterbüro und hat mit ihrer Stimme nicht nur Eduard sirenengleich angelockt. Paul Händl, Eduards Freund aus Kindertagen, geht es hingegen nicht um die Kunst, sondern um die verlorene Heimat, ums Egerland, aus dem sie alle nach Kriegsende vertrieben wurden: Eduard und seine Mutter Ella, Paul und sein wetterwendischer Vater, die Regalsteher im Braumann'schen Laden und Exgeheimrat Emil Gumpl. Hier in Erfurt ringen sie seither mit ihren Erinnerungen wie die Dämmerung mit der Nacht. 1969, am Tag des Eishockeyspiels UdSSR gegen C¡SSR, bricht Paul zu einer Kundgebung für die Rechte der Sudetendeutschen nach Prag auf. Auch Eduard landet, ganz gegen seine Absicht, zur selben Zeit in der tschechoslowakischen Hauptstadt, und von da an lungert einmal nicht die Erinnerung in ihren Köpfen herum, sondern schlägt die sozialistische Gegenwart zu. Bis Eduard sein Gedächtnis verliert, die Erfurter Domuhr explodiert und ein Stück deutsche Geschichte vor dem Vergessen bewahrt wird.

Info autore

Emma Braslavsky, 1971 in Erfurt geboren, lebt nach Zwischenstationen in Rom, New York und Tel Aviv heute mit ihrer Familie in Berlin. Seit Ende ihres Studiums der Russistik, Italianistik und Südostasienstudien 1999 in Berlin, Moskau und Ho-Chi-Minh-Stadt arbeitet sie als freie Autorin, Kuratorin und Übersetzerin. Sie ist Mitbegründerin und künstlerische Leiterin des papirossa - netzmuseums fuer sprache und Vorstandsvorsitzende des interdisziplinären Kunstvereins GdK Galerie der Künste e.V. Berlin. Würdigungen 2005, Werkstatt-Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin 2006, Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung 2007, Uwe-Johnson-Förderpreis 2008. Aufenthaltsstipendium am Studienzentrum Venedig.

Relazione

"Hinreißende Frauengestalten hat Emma Braslavsky den beiden jungen Männern an die Seite gestellt ... Überhaupt gelingt es der Autorin, ihr Personal so überreich mit Spleens und Schrullen auszustatten, dass ... die emotionale Erschütterung nicht auch noch pathetisch überhöht wird. ... Angepasst hat sich die Elterngeneration an das Leben in der DDR, angekommen jedoch ist dort keiner dieser Umsiedler des Erfurter Sudetenviertels. In einer der wenigen reflexiven Passagen ihres Romans fasst die Autorin dies ins Bild eines Transitraums ... . Beinahe zärtlich erhellt sie dieses Lebens gefühl. Bei aller Turbulenz ihrer Geschichte und trotz der schwer überwind lichen Brocken, die sie ihren Lesern zu Beginn in den Weg gelegt hat, ist Emma Braslavsky ein zündender Roman gelungen." (Fridtjof Küchemann, Literaturen)

"Eine Geschichte, die für mich zu den anrührendsten und gleichzeitig intellektuell weiterführendsten in diesem Frühjahr der jungen deutschen Literatur zählt. ... Er ist ein formal sehr ambitionierter Roman ..., ein großes, auch gelungenes Formexperiment, das mich von der ersten Seite in den Bann geschlagen hat." (Denis Scheck, druckfrisch)

"Ich empfehle den Roman 'Aus dem Sinn' von Emma Braslavsky ... Mit großer Fabulierkunst beschreibt sie Vertriebenenforderungen und aufmuckende Jugendliche, die sich gegen das System der DDR wehren, ... Braslavsky schreibt Geschichte neu: auf eigene Art, komisch, tragikomisch, satirisch." (Thomas Hocke (Literaturredakteur des ZDF/3sat), Focus)

"Das Bild, das Emma Braslavsky auf diese Weise entstehen lässt, speist sich aus ihrer eigenen Familiengeschichte. ... An dieser engen biografischen Bindung und an dem gleichzeitigen altersbedingten Abstand, den Braslavsky zu ihrem Gegenstand hat, mag es liegen, dass Aus dem Sinn kein bemühter Thesenroman ist, der sich im Diskurs deutscher Vergangenheitsbewältigung positionieren will. Das ist fast ein Wunder ... Dass Braslavsky das tun kann, ... liegt vor allem an ihrem erzählerischen Talent, mit dem sie ein phantastisch skurriles Ensemble von Figuren entwirft, die alle auf heillose und tragikomische Weise in das Netzwerk der deutschen Geschichte verstrickt sind. ... Ein bisschen Wille zur Nostalgie gehört schon dazu. Den bringt man allerdings nur allzu gern mit, wenn man auf eine junge Autorin trifft, deren Blick über den üblichen Tellerrand der eigenen Wohngemeinschaft befindlichkeit hinausgeht." (Wiebke Porombka, taz)

Dettagli sul prodotto

Autori Emma Braslavsky
Editore List TB.
 
Lingue Tedesco
Contenuto Libro
Forma del prodotto Tascabile
Data pubblicazione 08.05.2008
Categoria Narrativa > Romanzi
 
EAN 9783548608129
ISBN 978-3-548-60812-9
Numero di pagine 368
Dimensioni (della confezione) 12.5 x 18.8 x 2.1 cm
Peso (della confezione) 306 g
 
Serie List-Tb. > 60812
List Taschenbücher > Nr.60812
List Taschenbücher > 60812
 

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