Ulteriori informazioni
Ein lebenslanges Anliegen Rudolf Steiners war die Ausarbeitung einer geisteswissenschaftlichen Menschenkunde, einer Brücke zwischen Natur- und Geisteswissenschaft oder, anders formuliert, die Erkenntnis des Zusammenhanges zwischen Leib, Seele und Geist.Eine singuläre Stellung an diesem 'Grenzort des Erkennens' nimmt der Vortrag vom 8. April 1911 in Bologna ein -, der einzige Auftritt Rudolf Steiners auf einem philosophischen Fachkongress, in dem er die Schlüsselfrage stellt, wo sich unser Ich eigentlich befindet. Die damals gegebene Antwort, dass sich dieses Ich gar nicht im Leibe, sondern außerhalb desselben befinde und diesen lediglich als Spiegel zur Bewusstwerdung benutze, hat eine zentrale Bedeutung für die Klärung des Leib-Seele-Problems und für ein auf innerer Erfahrung basierendes Menschenbild.
Info autore
Rudolf Steiner, geboren 1861, verstorben 1925 in Dornach, Studium der Mathematik, Naturwissenschaften und Philosophie in Wien. Anschluss 1902 der Theosophischen Gesellschaft, 1913 Trennung und Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft sowie 1919 die erste Waldorfschule. Entfaltung des anthropos. Denkansatzes durch zahlreiche Veröffentlichungen und eine umfangreiche Lehrtätigkeit. Steiners Geisteswissenschaft ist keine bloße Theorie. Ihre Fruchtbarkeit zeigt sie vor allem in der Erneuerung aller Bereiche des Lebens: der Erziehung, der Medizin, der Kunst, der Religion, der Landwirtschaft, bis hin zu jener gesunden Dreigliederung des ganzen sozialen Organismus, in der Kultur, Rechtsleben und Wirtschaft sich genügend unabhängig voneinander entfalten können.
Andreas Neider ist Leiter der Kulturagentur "Von Mensch zu Mensch", Vortragsredner, Buchautor und Herausgeber zahlreicher Publikationen insbesondere in den Bereichen Medienpädagogik und Anthroposophie.