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Die Zerstörung Jerusalems in deutschsprachiger Erzählliteratur über den Jüdisch-Römischen Krieg
Antijudaismus, Antisemitismus und Nationalismus

Tedesco · Copertina rigida

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Descrizione

Ulteriori informazioni

Im langen 19. Jh. zählt die Zerstörung Jerusalems (70 n.d.Z.) zu den am häufigsten in politischen Diskursen funktionalisierten historischen Ereignissen. Von der jüdischen Emanzipationsdebatte bis zur Etablierung des Antisemitismus fungiert sie in zentralen Texten (z.B. von C.K.W. Dohm, Moses Mendelssohn, Immanuel Wolf, Moses Hess, Wilhelm Marr oder Theodor Herzl) als historisches Exempel.
Die Studie untersucht, wie literarische Bearbeitungen des Stoffes dominante Deutungen sekundieren, rekonfigurieren oder dekonstruieren: So verdeutlicht die Vielzahl von christlich geprägten Romanen die Diskursmacht der christlichen Heilsgeschichte. Ludwig Philippsons Novelle "Der Flüchtling aus Jerusalem" (1839) hingegen stellt die opferzentrierte Perspektive des rabbinischen Judentums in der Diaspora infrage und bietet positivere Deutungen der Tempelzerstörung an. Max Rings Romanreihe "Das Haus Hillel" (1878) entwirft eine Gegengeschichte, die die exklusiv christliche Lesart hinterfragt.
Ein Ausblick ins frühe 20. Jh. zeigt die anhaltende Popularität des Stoffes: In Texten von Lion Feuchtwanger, Sven Hedin, Max Jungmann und Hans Kyser werden bis heute relevante Fragen über Identität, Historiographie und interkulturelle Verständigung diskutiert.

Info autore

Fabian Wilhelmi
, Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf.

Riassunto

Im langen 19. Jh. zählt die Zerstörung Jerusalems (70 n.d.Z.) zu den am häufigsten in politischen Diskursen funktionalisierten historischen Ereignissen. Von der jüdischen Emanzipationsdebatte bis zur Etablierung des Antisemitismus fungiert sie in zentralen Texten (z.B. von C.K.W. Dohm, Moses Mendelssohn, Immanuel Wolf, Moses Hess, Wilhelm Marr oder Theodor Herzl) als historisches Exempel.
Die Studie untersucht, wie literarische Bearbeitungen des Stoffes dominante Deutungen sekundieren, rekonfigurieren oder dekonstruieren: So verdeutlicht die Vielzahl von christlich geprägten Romanen die Diskursmacht der christlichen Heilsgeschichte. Ludwig Philippsons Novelle „Der Flüchtling aus Jerusalem“ (1839) hingegen stellt die opferzentrierte Perspektive des rabbinischen Judentums in der Diaspora infrage und bietet positivere Deutungen der Tempelzerstörung an. Max Rings Romanreihe „Das Haus Hillel“ (1878) entwirft eine Gegengeschichte, die die exklusiv christliche Lesart hinterfragt.
Ein Ausblick ins frühe 20. Jh. zeigt die anhaltende Popularität des Stoffes: In Texten von Lion Feuchtwanger, Sven Hedin, Max Jungmann und Hans Kyser werden bis heute relevante Fragen über Identität, Historiographie und interkulturelle Verständigung diskutiert.
 

Dettagli sul prodotto

Autori Fabian Wilhelmi
Editore Oldenbourg
 
Lingue Tedesco
Contenuto Libro
Forma del prodotto Copertina rigida
Data pubblicazione 13.02.2026
Categoria Scienze umane, arte, musica > Scienze linguistiche e letterarie > Altre lingue / altre letterature
 
EAN 9783119144551
ISBN 978-3-11-914455-1
Numero di pagine 377
Illustrazioni 1 b/w ill.
Dimensioni (della confezione) 15.5 x 23 cm
Peso (della confezione) 672 g
 
Serie Conditio Judaica > 103
Categorie Deutschland, Literaturwissenschaft: Antike und Mittelalter, Literatur: Geschichte und Kritik, Literaturwissenschaft, allgemein, LITERARY CRITICISM / Ancient & Classical, HISTORY / Jewish, LITERARY CRITICISM / Jewish, literary antisemitism, literarischer Antisemitismus, Destruction of the Second Temple, Zerstörung des Zweiten Jerusalemer Tempels
 

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