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Jochen Kelter ist 1946 in Köln geboren. Studium der Germanistik und Romanistik in Köln, Aix-en-Provence und Konstanz. Lebt seit 50 Jahren auf der Schweizer Seite des Bodensees in Ermatingen (von 1993 bis 2014 zudem in Paris). Lyriker, Erzähler, Essayist.
1988 bis 2001 war er Präsident des European Writers’ Congress, der Föderation der europäischen Schriftstellerverbände, und von 2002 bis 2010 Präsident der Schweizer Urheberrechtsgesellschaft ProLitteris.
Jochen Kelter hat Lyrik aus dem Italienischen, Französischen und Englischen ins Deutsche übersetzt.
Jochen Kelter ist Mitglied des AdS (Autorinnen und Autoren der Schweiz) und des PEN-Zentrums Deutschland.
Riassunto
Starke Gedichte eines weitgereisten, politisch engagierten und belesenen Autors, der sich zu Hause am Bodensee, in einer Oase des Friedens, fühlt wie «Ikarus an Land»:
unsichtbare Vögel zwitschern aus
noch unbegrünten Bäumen irgendwo
löst sich ein Schuss hörbare Stille
befreit die Seele so nah doch so fern
der immer aufgebrachteren Welt
Jochen Kelter hat seine neuen Gedichte in zehn Zyklen komponiert: ein Streifen der Gedanken und Gefühle durch Zeiten und Räume, Landschaften, menschliche Schicksale, Kämpfe und Kriege. Der Autor spürt «Die Trauer der Dinge» und die eigene Trauer über Vergangenes, Verlorenes oder im raschen Lauf des Lebens nur Gestreiftes. Die Atmosphäre der Orte, wo auch immer auf der Welt, in den Anden, in Asien oder am Bodensee, steigt aus seinen fliessenden Zeilen auf.
Das Private wird politisch und das Politische privat. Kelter sieht die Bruchlinien der Geschichte, die Verheerungen des Kolonialismus, sieht, wie alte Dämonen wieder die Köpfe heben. Schreibend führt er auch Dialoge mit anderen: Politiker, Schriftsteller, Künstler. Dazwischen hin und wieder ein stilles Zwiegespräch mit der Landschaft. Das Glück: Oasen-Momente in einer entgleisten Welt.
Schreibe dem Wesen der Dinge
Zeile für Zeile den Ton deiner
Seele ein deiner Zeit und das
Grauen der Macht die allein
sichtbar werden im Licht einer
denkenden Pupille auf dem Papier
Die Poesie soll kein «kulturelles Luxusgut» sein, sondern Stellung beziehen. Schreiben als politisches Engagement – das ist bei Jochen Kelter nie Agitprop, sondern immer starke Lyrik.