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Heinrich Böll hat die Deutschen immer wieder mit ihrer jüngsten Vergangenheit konfrontiert. Bereits zu Lebzeiten galt der Autor von "Wo warst du, Adam?", "Ansichten eines Clowns" und "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" als moralische Instanz. Böll selbst wehrte sich vehement gegen die Rolle als Gewissen der Nation. Grund genug, Bölls Motiven, Themen und Leidenschaften erneut nachzuspüren und die komplexe Beziehung zwischen literarischer Arbeit und gesellschaftlichem Engagement zu durchleuchten. Jochen Schubert hatte erstmals uneingeschränkten Zugriff auf den Nachlass. Er entfaltet das Porträt eines widerständigen Künstlers und engagierten Intellektuellen. Bölls Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, seine Kritik an den restaurativen Tendenzen der Nachkriegszeit, aber auch sein Engagement in der Friedensbewegung zeigen den Nobelpreisträger an den Wendepunkten bundesrepublikanischer Kultur- und Gesellschaftsgeschichte.
Info autore
Jochen Schubert, Dr. phil., studierte Germanistik, Philosophie und Pädagogik in Bonn. Seit 1995 ist er Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung. Schubert hat umfassend zu Böll geforscht und publiziert. Unter anderem ist er Mitherausgeber von Heinrich Böll: »Werke« (Kölner Ausgabe).
Relazione
»Wer sich wie ich Heinrich Böll sehr verbunden fühlt, lernt ihn durch die Böll-Biographie von Jochen Schubert noch besser kennen. Was der Biograph über den Literatur-Nobelpreisträger zusammengetragen und unprätentiös beschrieben hat, liest sich wie die Wiederentdeckung eines großen Schriftstellers. Mit der Erkenntnis: Den damaligen Heinrich Böll könnten wir heute gut gebrauchen.« Fritz Pleitgen »Ein Buch, das Maßstäbe setzt.« Pfälzerischer Merkur