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Fehler haben keinen guten Ruf Wer gefehlt hat, duckt sich besser. Verfehlte Ziele bedeuten Niederlagen - egal, wie unklug die Ziele gewesen sein mö gen. Werden Fehler - oder gar Verfehlungen - offensichtlich, ist man gut beraten, nach einer akzeptablen Rechtfertigung Ausschau zu halten: etwa, man habe es nicht besser wissen können, es handele sich also um keinen eigentlichen Fehler, sondern höchstens um einen Irrtum, der Kritiker vergrei fe sich also in der Kategorie. Woody Allen versucht es mit diesem Notbehelf, als er in Shadows and Fogs es mit Vertretern einer Bürgerwehr zu tun be kommt, die ihm vorwerfen, sich bei der Verfolgung eines die Stadt in Angst und Panik versetzenden Mörders vollkommen inkompetent anzustellen. Allen (beziehungsweise der von ihm gespielte Nonkonformist) hat aber eigentlich nur versucht, sich aus der Treibjagd herauszuhalten. So ist es nur logisch, daß seine Antwort, die selbstredend bei den Bürgern auf wenig Gegenliebe stößt, lautet: "Ich weiß zu wenig, um inkompetent zu sein!" Wird die Rechtfertigung nicht akzeptiert, ist man nach einem Fehler gut beraten, sich Asche aufs Haupt zu streuen und mit einem "mea culpa, mea maxima culpa" zu versichern, es beim nächsten Mal besser zu machen. Feh ler bedeuten Versagen: geistiges oder charakterliches, und zu häufiges Ver sagen wird bestraft: durch schlechtes Zeugnis, in der Schule wie im Beruf oder in Beziehungen oder im öffentlichen Leben. Daß es dabei Leute gibt, die aufgrund von Macht oder Chuzpe mit all ihren Fehlern durchkommen, bes sert den Ruf des Fehlers durchaus nicht.
Info autore
Wolfgang Althof, geb. 1936 in Bremen, wohnhaft in Rostock. Ausbildung zum Ingenieur für Seevermessung und beschäftigt beim Seehydrographischen Dienst der DDR. Letzter Dienstgrad: Korvettenkapitän. 1965 bis 1967 Studium an der Seefahrtsschule Wustrow mit Abschluss "Kapitän auf großer Fahrt". Nach Studium in der Fachrichtung Seeverkehrswirtschaft an der Universität Rostock 1972 Dipl.Ing.oec, 1973 Promotion an der Univ. Rostock zum Dr. oec.. Forschung und Lehre auf den Gebieten Seeverkehrswirtschaft und Ökonomie des Tourismus. 1977 Habilitation und 1980 Berufung zum Hochschuldozenten. Seit 1996 Gastprofessur an der Universität Oriente in Santiago de Cuba. Mehrere Lehr- und Sachbücher zum Seeverkehr und Tourismus.
Riassunto
Menschen machen Fehler - sie begreifen oder berücksichtigen wichtige Dinge nicht, sie treffen falsche Entscheidungen. Auch von Menschen erdachte oder gesteuerte Systeme - Gedankensysteme, soziale oder technischeSysteme - können fehlerhaft sein.
Fehler gelten als etwas Negatives, als etwas, das tunlichst zu vermeiden oder abzustellen ist. Doch können Fehler auch lernträchtig sein. Sie können in bestimmten Fällen sogar eine unersetzliche Erfahrung darstellen, die später hilft, das Falsche zu erkennen und das Richtige zu tun. Die Beiträge dieses Bandes nähern sich diesen Phänomenen aus unterschiedlichen Perspektiven.