Ulteriori informazioni
Das Buch betrachtet Sachsen in historisch-vergleichender Perspektive. Von Übersee aus gesehen ist Sachsen zunächst nicht mehr als ein Punkt auf der Weltkarte. Doch zur Kraft des Regionalen in der Geschichte gehört es, daß von solchen Punkten Weltwirkung ausgehen kann, ja daß diese Punkte selbst wieder auf höchst komplexe Weise in »Welt«, in größere gesellschaftliche Einheiten, eingebunden sind. Die Beiträge greifen das Thema des politischen Bedeutungsverlustes Sachsens und der Aufwertung von Wirtschaft und Kultur als Wirkungsfelder sächsischer Selbstbehauptung auf. Sie untersuchen, wie sich hier landespatriotische, nationale und in der frühen Sozialdemokratie internationalistische und pazifistische Identitäten herausbildeten. Die Aufsätze verorten Sachsen in Deutschland, in der deutschen Geschichte und in der deutschen Historiographie. Sie zeigen, daß die Topographien des Lokalismus, des Regionalismus und des Nationalismus nicht nur politisch und geographisch, sondern auch sozial und kulturell geprägt waren.https://www.regionalgeschichte.de/detailview?no=0322https://d-nb.info/959119426
Info autore
Bei der regionalhistorischen Erschließung der "Neuen Bundesländern" herrscht auch nach mehr als zehn Jahren Wiedervereinigung immer noch spürbarer Nachholbedarf. Dieses Forschungsdefizit zu verringern und dabei neue Perspektiven der Regionalgeschichte aufzuzeigen ist das Anliegen des Sammelbandes "Sachsen in Deutschland", den der kanadische Historiker James Retallack herausgegeben hat. Als eine der am frühesten industrialisierten Regionen Mitteleuropas und als Kernland der deutschen Sozialdemokratie kommt Sachsen zudem eine über die Region selbst hinausweisende Bedeutung zu. Alles in allem bietet der Band "Sachsen in Deutschland" eine lesenswerte und anregende Sammlung von Aufsätzen zur politischen Kultur in einer historiographisch lange vernachlässigten Region. Die hier präsentierten Forschungsergebnisse demonstrieren die methodische Fruchtbarkeit einer vergleichenden Regional- und Lokalgeschichte. Michael Schaefer (Archiv für Sozialgeschichte Online, 26.7.2001)
Relazione
Im Sommer 1998 fand in Toronto eine Konferenz zur sächsischen Geschichte im 19. Jahrhundert statt. Behandelt wurden die politische und Kulturgeschichte sowie der Zugang zur Regionalgeschichte. Viele der Autoren aus Ost- und Westdeutschland, den USA und Kanada behandelten ihre sächsischen Themen mit übergreifenden Fragestellungen und einer Perspektive, die über Sachsen und Deutschland hinaus wies. Der nun vorliegende Tagungsband darf daher ein überregionales Interesse beanspruchen. Man liest das gut lektorierte Werk gern. Es ist eine interessante Fundgrube. Ewald Frie, in: Westfälische Forschungen 52, 2002