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Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten begannen im Osten der Sturz von Denkmälern und die Umbenennung von Straßen, zumeist begleitet von heftigen Diskussionen. Warum war man in vielen Städten zu dieser schnellen Trennung von kulturellen Symbolen bereit? Nach welchen Kriterien hatte man in der DDR Ehrennamen ausgesucht? Inwieweit zeigten sich in ihnen der Machtanspruch und die Gedächtnispflege der Herrschenden? Die Autorin untersucht die Geschichte der Straßennamen im Osten und zeigt, wie in der Nachkriegszeit im Streben nach politischer Neuorientierung und Entnazifizierung zunächst auf sozialistische Helden gesetzt wurde. Seit den 70er Jahren sollte dann eher eine starke Heimatbindung erzeugt werden, weshalb in Anlehnung an »bürgerliche« Traditionen verstärkt lokalbezogene Namen auftauchten. Im Mittelpunkt der Studie stehen die Städte Berlin und Jena, kontrastiert von Eisenhüttenstadt, Hoyerswerda und Rostock. Johanna Sänger legt hier die erste umfassende überregionale Studie zur Benennungspraxis von Straßen- und Ehrennamen in Ostdeutschland zwischen 1945 und 1995 vor.
Info autore
Johanna Sänger, Jahrgang 1970, studierte Germanistische Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Soziologie und Kulturgeschichte in Jena und Lyon und promovierte 2005. Von 1999-2005 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Jena in Forschungsprojekten zur Geschichte der Kulturgeschichte und zur Festkultur um 1800.