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Er stand meist im Schatten des strahlenden Silvius Magnago, des gewandteren Peter Brugger - aber er gehört zweifelsohne zu den Großen der Südtiroler Autonomiepolitik: Hans Dietl, 1915 geboren, ein Vinschger, der zunächst von der Peripherie aus von sich reden machte, dann zu einem der jungen Hoffnungsträger in der Südtiroler Volkspartei wurde. Doch Dietl war seiner Partei meist einen Schritt voraus: Er erzwang in einem einsamen Kampf Magnagos "Los von Trient", bekämpfte dessen Paket-Lösung, suchte das Gespräch mit den Italienern, war schließlich überzeugt, dass Südtirol Parteien- und Medienvielfalt braucht. Bis zu seinem frühen Tod 1977 führte Hans Dietl ein politisches Tagebuch, mit vielen überraschenden Einblicken in das Innenleben der Südtiroler Politik, in die Auseinandersetzungen mit Staat und Kirche, in die Vorbereitung und Planung der Südtirol-Anschläge, in den Ausschluss aus der SVP und den oppositionellen Aufbruch. Am Ende ist Hans Dietl ein Verzweifelter, der trotzdem nie aufgibt. Ein politischer Thriller aus historischen, vielfach neuen Fakten zur Südtirol-Politik.
Info autore
Geboren 1961 in Bozen, aufgewachsen im Unterland. Gehversuche als Journalist bei der Tageszeitung "Dolomiten", 1982 Wechsel zum Südtiroler Wochenmagazin "ff", dessen Chefredaktion er 1990 übernahm. Gründung des Konkurrenzblattes "SüdtirolProfil" und nach dessen Einstellung wieder Chefredakteur der "ff". Studienabschluss in Pädagogik 2006. Seit 2004 freier Autor und Essayist. Bücher: zusammen mit Astrid Kofler Graffiti in Tirol (Haymon 1999), zuletzt Wir Kinder der Südtirol-Autonomie (Folio Verlag 2003). Essays und Buchbeiträge: Schreiben in einem eingeklemmten Land (in Aus der Norm, Arunda 1998), Die Achse am Brenner (in Im Schatten der Geheimdienste; Studienverlag 2003), zusammen mit Dietmar Larcher et al. Fremdgehen. Fallgeschichten zum Heimatbegriff (Drava / Alpha Beta 2005). Zwei Theaterstücke, eines über die Liebe (Dekadenz, Brixen 1997), eines über Heimat (Theater in der Altstadt, Meran 1998). Preis des Bundeskanzleramtes beim Lienzer Literaturwettbewerb 2003 für einen Text über ein Tirol, das es nicht gibt.