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Gelbe Monster
Roman | lit.COLOGNE-Debütpreis 2026

German · Hardback

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Description

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Die Mathematikstudentin Charlie sitzt mit einem blauen Auge in der U-Bahn. Eben hat sie noch »schlechter Mensch« gegoogelt, jetzt ist sie auf dem Weg zu einem Antiaggressionstraining für Frauen. Nur wenn sie daran teilnimmt, darf sie weiter bei ihrer besten Freundin Ella wohnen. In die eigene Wohnung kann sie nicht zurück. Doch mit den »Schwerverbrecherinnen«, die sie in der Gruppe anzutreffen vermutet, will Charlie nichts zu tun haben. Ist es denn ihre Schuld, dass ihr Exfreund Valentin sie immer wieder zur Weißglut trieb? Dabei hatte es gut angefangen: Mit ihm an der Seite fühlte sie sich endlich schön, als besserer Mensch. Bis es eskalierte. Erst im Austausch mit den anderen Frauen beginnt Charlie, sich ihrer eigenen Verantwortung zu stellen, die Geschichte neu zu erzählen. Mit Ellas Unterstützung kämpft sie sich aus der Spirale von Wut, Schmerz und Scham heraus.
Mit Leichtigkeit und Witz erzählt Clara Leinemann in Gelbe Monster von einer Beziehung, die perfekt zu sein scheint - bis sie es nicht mehr ist. Von tradierten Liebesidealen, weiblicher Gewalt und emotionaler Abhängigkeit. Ein mitreißendes Debüt, dessen Antiheldin so liebenswert ist, dass man sich auf der letzten Seite nicht von ihr trennen möchte.

About the author

Clara Leinemann, geboren 1994 in Köln, studierte Kreatives Schreiben in Hildesheim und schreibt Prosa-, Dramen- und Hörspieltexte. Ihr Theaterstück
Buddeln
wurde mehrfach ausgezeichnet und in verschiedenen Häusern in Deutschland und in Übersetzung in den Niederlanden gespielt. Für ihre Arbeit erhielt sie verschiedene Stipendien, darunter das Berliner Senatsstipendium und das Arbeitsstipendium des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Arbeit. Sie lebt in Berlin.

Report

»Glaubwürdig erzählt Leinemann von Scham, Schuld, emotionaler Abhängigkeit und Wunden aus der Kindheit - und das mit einer verstörenden Leichtigkeit.« Silvi Feist emotion 20260303

Product details

Authors Clara Leinemann
Publisher Suhrkamp
 
Content Book
Product form Hardback
Publication date 11.03.2026
Subject Fiction > Narrative literature > Contemporary literature (from 1945)
 
EAN 9783518433003
ISBN 978-3-518-43300-3
Pages 192
Dimensions (packing) 13.8 x 21.8 x 1.8 cm
Weight (packing) 336 g
 
Subjects Gewaltprävention, Freundschaft, Berlin, Deutschland, Patriarchat, Eifersucht, Mitteleuropa, beste Freundin, Geschenk Freundin, Häusliche Gewalt, Nordostdeutschland, Rollenbilder, Toxische Beziehung, auseinandersetzen, toxische liebe, weibliche Wut, ca. 2020 bis ca. 2029, Die schönste Version, Ruth Maria Thomas, Anti-Aggressionstraining, Aggressionsproblem
 

Customer reviews

  • Bleibt leider hinter den Erwartungen zurück

    Written on 11. March 2026 by SimoneF.

    Charlie, Doktorandin der Mathematik und Ende 20, hat Blutergüsse im Gesicht und einen gebrochenen Arm. Sie sieht aus, als wäre sie geschlagen worden – wieder ein Fall von partnerschaftlicher Gewalt gegen Frauen, einer von knapp 140.000 jedes Jahr? Doch Charlie ist diejenige, die zum Antiaggressionstraining muss, nicht ihr Freund Valentin. Was ist passiert und warum?

    „Gelbe Monster“ widmet sich einem Thema, das gesellschaftlich wenig Beachtung findet: Der partnerschaftlichen Gewalt gegen Männer. Auch wenn über 80% der Opfer von Gewalt in Beziehungen weiblich sind und auch die Schwere der Verletzungen bei ihnen deutlich höher ist (BKA, Statistik 2024), muss auch über Gewalt gegen Männer gesprochen werden.

    Clara Leinemann erzählt aus der Sicht von Charlie und springt hierbei zwischen zwei Zeitebenen: Die erste spielt in der Gegenwart und ist im Präsens verfasst. Charlie ist vorübergehend bei ihrer Freundin Ella untergekommen, geht zur Therapie und versucht, ihr Leben nach der Trennung von Valentin wieder in den Griff zu bekommen. Die zweite schildert im Präteritum die Ereignisse in der Vergangenheit, beginnend mit dem Kennenlernen der beiden. Obwohl die Zeitsprünge nicht durch Kapitel voneinander abgetrennt sind, hatte ich keine Schwierigkeiten, diese entsprechend zuordnen zu können. Generell mag ich diese Art des Erzählens sehr.

    Der Klappentext verspricht eine „Antiheldin, [die] so liebenswert ist, dass man sich auf der letzten Seite nicht von ihr trennen möchte.“. Diese Einschätzung kann ich nicht teilen. Charlie war mir von Beginn an unsympathisch: Sie ist unsicher, verplant, oberflächlich und macht sich ständig Gedanken um ihre Außenwirkung. Sie ist nicht in der Lage, eine reife Beziehung einzugehen, ihre Bedürfnisse angemessen zu kommunizieren und ihren Partner so wahrzunehmen, wie er ist. Stattdessen lebt sie in einer Art Traumwelt mit einer idealisierten, stark von Äußerlichkeiten geprägten Vorstellung einer Beziehung. Auch Valentin, den man als Leser:in nur aus Charlies subjektiver Sicht erlebt, wirkt unreif und bleibt blass. Auch ihre berufliche Situation finde ich als Mathematikerin wenig realistisch – wer seine Doktorarbeit monatelang so stark vernachlässigt und eine PostDoc -Stelle in Madrid ausschlägt, dürfte sich keine Hoffnung machen, dieselbe Stelle zwei Jahre später nochmals angeboten zu bekommen – dazu sind die wissenschaftlichen Stellen in diskreter Mathematik viel zu umkämpft.

    Durch die Erzählweise bleibt sehr lange im Dunkeln, was nun genau vorgefallen ist und zu Charlies Verletzung geführt hat. Auch die Gründe für Charlies Unsicherheit und ihre mangelnde Selbstliebe werde nur angedeutet. Insgesamt werden viele wesentliche Aspekte kaum oder nur kurz angesprochen, so dass man am Ende mit vielen Fragen zurückbleibt. Hier hätten dem sehr kurzen Roman weitere 50 Seiten sehr gutgetan, um mehr Tiefe zu erreichen. So bleibt alles sehr oberflächlich und eine fundierte Auseinandersetzung mit der Thematik findet nicht statt.

    Problematisch finde ich, dass sowohl bei Valentin als auch bei den Fällen, die im Antiaggressionstraining geschildert werden, suggeriert wird, dass der Mann eine gewisse Mitschuld an der Gewalt trägt. Wenn der Freund der Frau auch vor Dritten zwischen die Beine oder an den Hintern fasst, wer kann da eine Ohrfeige verdenken? Natürlich ist zu beachten, dass wir als Leser:in nur die unzuverlässige Sichtweise der Täterinnen kennenlernen, dennoch bleibt ein unangenehmer Nachhall.

  • Toxische Beziehung mal anders

    Written on 10. March 2026 by lesenlesen.

    Eine Antiheldin, die so liebenswert ist, dass man sich am Ende des Buches nicht von ihr trennen mag? Diese Ankündigung des Verlags konnte ich nicht wirklich nachfühlen. Mir waren eher mal wieder alle unsympathisch beziehungsweise konnte ich das Verhalten einiger Personen nicht so wirklich nachvollziehen und mir sind sie einfach nicht richtig nahegekommen. Es war kein Charakter dabei, der nicht irgendwie seltsam war und dem ich mich irgendwie verbunden gefühlt hätte.

    Das macht aber das Buch nicht schlecht, sondern bewirkt eher, dass man keine klare Position einnimmt, sich mit keiner Seite fest solidarisiert. Und genau das ist das Interessante, da es immerhin um das Thema Gewalt in Beziehungen geht. Die Besonderheit: Diesmal ist es der weibliche Part, der gewalttätig wird. Nicht wirklich „schlimm“, und mehr gegen sich selbst als gegen den Partner, aber wie würden wir es empfinden, wenn die Rollen vertauscht wären?

    „Gelbe Monster“ regt definitiv zum Nachdenken an, das Buch wirkt nach, auch wenn man es erstmal so weggelesen hat. Wie viel Gewalt ist nachvollziehbar und hat Valentin nicht doch auch ein bisschen Schuld? Es ist ja offensichtlich, dass Charlie psychische Probleme hat, kann man ihr daraus wirklich einen Vorwurf machen? Die Verlustängste, die Eifersucht, macht das die Eskalation nicht irgendwie verständlich? Und nun stelle man sich vor, Valentin wäre der eifersüchtige Part gewesen und hätte Charlie nur mal eine kleine Ohrfeige gegeben.

    Gleichzeitig zeigt „Gelbe Monster“ auch, dass Gewalt in der Partnerschaft nicht nur in prekären Verhältnissen stattfinden muss. Das kommt zum ungewöhnlichen Setting nämlich hinzu: Charlie ist jung, intelligent, eine Akademikerin mit toller beruflicher Perspektive. Insgesamt bietet die Autorin hier sehr viel Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Das Ende lädt dazu ein, die Geschichte weiterzuspinnen.

  • Red Flags

    Written on 22. February 2026 by Jess.

    Clara Leinemann beschreibt in ihrem Roman "Gelbe Monster" den Aufbau und Verlauf einer Beziehung zweier Menschen die man heutzutage als sogenannte "Red Flags" bezeichnen würde.
    Während das Buch von Beginn an das problematische Verhalten der Hauptfigur Charlie ins Zentrum setzt, wird nur sehr subtil das problematische Verhalten des Partners, Valentin, in Szene gesetzt.
    Die Autorin beschreibt hier ein wichtiges Thema bei welchem sie viele unterschiedliche Facetten aufgreift und die Gleichzeitigkeit der Dinge verdeutlicht.
    Zusätzlich wird das Thema Freundschaft aufgegriffen und wie viel eine solche aushalten kann oder muss.
    Mir gefällt sowohl Leinemanns Schreibstil als auch ihr Zugang zum Thema. Sie ordnet nicht ständig ein oder gibt vor, wie das Verhalten von Charlie und Valentin zu bewerten ist. Sie lässt damit ausreichend Raum, um sich eigenständig mit dem Thema zu befassen, sich auf die Sicht von Charlie (und auch anderen gewalttätig gewordenen Frauen) einzulassen und vielleicht auch in einem gewissen Maß Verständnis und Mitgefühl für die Eskalationsspirale zu entwickeln.

    Das Cover ist ein Blickfang, doch ich finde es wird dem Buch nicht ganz gerecht, da es etwas Kindliches mit sich bringt.
    Auf der Rückseite des Buches ist ein Zitat von Charlotte Gneuß, die beschreibt, dass das Buch die Lesenden dazu bringe die Geschichte selbst weiterzuschreiben. Dem kann ich zustimmen, denn man legt das Buch nicht einfach zur Seite. Das Ende lies mich sofort in eine Gedankenspirale geraten: Wie könnte es weitergehen? Wie sollte es weitergehen?
    Ich würde mich sogar über eine Teil zwei freuen, bei dem allerdings nicht der Fortgang der Geschichte erzählt wird, sondern wir diese aus Sicht von Valentin verfolgen.

  • Literarischer Pageturner für jedermann

    Written on 19. February 2026 by ninzi-jh.

    Auch wenn mich das Cover und Clara Leinemanns Stil sofort begeistert haben, hätte ich nicht erwartet, dass sich »Gelbe Monster« zu meinem bisherigen Jahreshighlight mausern würde.

    Das Buch ist ein echter Pageturner und ich konnte es von Anfang an schwer, aber etwa ab der Hälfte auch beim besten Willen gar nicht mehr aus der Hand legen. Bei einem Buch, das ich im Genre Literatur verorten würde, ist mir das bisher noch nie passiert.

    Die Thematik »Gewalt durch Frauen« war für mich ein neues Leseerlebnis und wird hier vielschichtig und differenziert aufgearbeitet. Die Einblicke in Antiaggressionstrainings fand ich sehr spannend. Dabei schafft Clara Leinemann den Spagat, zu informieren und aufzuklären, ohne je belehrend zu wirken oder Längen einzubauen, die das Tempo herausnehmen. Stattdessen bleibt der Ton immer etwas frech, egal wie tragisch oder ernst die Thematik wird.

    Am meisten hat es mich aber begeistert, hautnah mitzuerleben, wie die Protagonistin tickt und wie sie sich schrittweise selbst auf die Schliche kommt. Überhaupt ist Charlie eine großartige Figur, authentisch und glaubhaft und so voller Fehler und guter Vorsätze, dass es unmöglich wird, sie vorschnell in eine Schublade zu stecken.

    »Gelbe Monster« ist meiner Meinung nach eines der wenigen Bücher, die jedem Leser viel zu bieten haben. Ich hoffe es bekommt die Aufmerksamkeit, die es verdient!

  • Ein Debüt, das hängen bleibt

    Written on 02. February 2026 by seitenmusik.

    Mit „Gelbe Monster“ legt Clara Leinemann ihr literarisches Debüt vor, erschienen beim Suhrkamp Verlag. Die Autorin, die zuvor vor allem für ihre Theatertexte ausgezeichnet wurde, erzählt in diesem Roman die Geschichte der Mathematikstudentin Charlie, die nach einem Gewaltausbruch gegen ihren Partner an einem Anti-Aggressionstraining für Frauen teilnehmen muss. Erzählt wird von einer toxischen Beziehung, weiblicher Wut, Scham, emotionaler Abhängigkeit und dem schwierigen Versuch, Verantwortung zu übernehmen.

    Meine Meinung

    Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Buch anfordern soll (Rezensionsexemplar), ob es aktuell „mein“ Thema ist. Am Ende habe ich es doch getan, weil ich den Blickwinkel ungewöhnlich fand. Und dann kam das Buch diese Woche an, ich wollte gestern um 22 Uhr „nur kurz reinlesen“. Knapp zwei Stunden später hatte ich es beendet. In einem Rutsch.

    Die Sprache ist extrem zugänglich, klar, schnörkellos und genau darin liegt ihr Sog. Leinemann schreibt nicht kompliziert, aber präzise. Viele Szenen entfalten ihre Wirkung gerade durch ihre Nüchternheit. Etwa Charlies erster Kontakt mit dem Antiaggressionstraining: „So, Sie wollen an unserem Antiaggressionsprogramm teilnehmen … weil Sie in Ihrer Beziehung gewalttätig geworden sind?“ (S. 12) Dieser sachliche Ton steht in scharfem Kontrast zu Charlies innerem Chaos und wirkt dadurch umso stärker.

    Inhaltlich hat mich vieles tief beschäftigt. Besonders gelungen finde ich, dass der Roman ein Thema ins Zentrum stellt, das selten literarisch verhandelt wird: Gewalt von Frauen gegen Männer. Charlies Verhalten ist in keiner Weise zu rechtfertigen und genau das versucht der Text auch nicht. Gleichzeitig macht er verständlich, wie sich Gewalt in toxischen Beziehungen entwickeln kann. Das erinnert stark an das Konzept des Victim-Offender-Overlap: Betroffene von Gewalt werden nicht selten selbst zu Täter:innen. Diese Ambivalenz hält der Roman konsequent aus.

    Viele Passagen haben mich emotional sehr getroffen, etwa Charlies verzweifeltes Bedürfnis nach Nähe und Bestätigung: „Ich bring mich um. Das hast du jetzt davon.“ (S. 180) Oder die erschreckend ehrliche Analyse der eigenen Wutspirale im Gruppengespräch: „Man muss immer krasser werden. Immer gewalttätiger. Um endlich was auszulösen.“ (S. 114)

    Was für mich nicht ganz aufgegangen ist und deshalb gleichzeitig mein einziger Kritikpunkt ist Charlies Vorgeschichte. Zwar wird ihre Mutter als gewaltvoll und tyrannisch angedeutet, doch dieser Aspekt bleibt auffallend unterbelichtet. Gerade hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, um Charlies innere Dynamik und wie es überhaupt soweit kommen konnte noch besser einordnen zu können. Ich denke, das war sicher eine bewusste Entscheidung, aber mir hat da was gefehlt. Ein gutes Beispiel wie das meiner Meinung nach super gelöst wurde ist Elisabeth Papes Roman "Halbe Portion".

    Fazit

    Gelbe Monster ist ein intensiver, perspektivisch ungewöhnlicher und unbequemer Roman, der mir sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Für alle, die sich mit toxischen Beziehungen, weiblicher Wut und Gewaltprävention auseinandersetzen wollen und bereit sind, Ambivalenzen auszuhalten. Kein leichtes Buch, aber ein wichtiges. Danke an Vorablesen.de und den Suhrkamp Verlag für das Rezensionsexemplar.

  • Eskalation

    Written on 01. February 2026 by Barbara Bayer.

    Wir lernen eine Charlie kennen, die sich verliebt hat. In den gut aussehenden Valentin, was die von geringem Selbstwertgefühl geplagte junge Frau ihr Glück kaum fassen lässt. Doch die Beziehung ist schwierig, sie wird zunehmend geprägt durch Eifersucht, Manipulation und Psychospielchen, bis eines Tages Charlie völlig eskaliert.
    Clara Leinemann erzählt die Geschichte in zwei Ebenen. In der Gegenwart lebt Charlie vorübergehend bei ihrer besten Freundin, körperlich und seelisch lädiert soll sie an einem Anti-Agressionstraing für Frauen teilnehmen. In Rückblicken wird die Beziehung zu Valentin erzählt, die sich im Laufe der Zeit immer toxischer entwickelt.
    Als Leserin durchlaufe ich mit Charlie verschiedenen Phasen: einerseits habe ich Mitleid mit ihr, wünsche ihr mehr Selbstbewusstsein und eine glückliche Beziehung. Andererseits ist sie mir wenig sympathisch wenn sie zur Stalkerin wird, aggressiv ist und die Realität nicht wahr haben will.
    Von Anfang an ist klar, dass Charlie ausgeflippt ist und mit Gewalt reagiert hat. Was man sonst vor allem von Männern kennt wird hier einmal aus der Sicht der Frauen thematisiert. Interessant zu lesen wie Charlie sich lange als Opfer sieht, sich in der Gruppe den anderen Frauen überlegen fühlt - sie glaubt, sie hat in der Anti-Agressionstherapie ja eigentlich nichts zu suchen. Auch die Geschichten der anderen Frauen in der Gruppe lesen sich fast alltäglich, bis es eben zu einer Reaktion mit körperlicher Gewalt kommt.
    Die Verleugnung der eigenen Schwäche ist immer wieder Thema, die Suche nach Ausflüchten und Entschuldigungen für den Partner und sich selber. Bis zum Ende hin das Ausmaß der gesamten Eskalation klar wird geht man beim Lesen durch viele Aufs und Abs einer schwierigen Beziehung zweier intelligenter junger Menschen in der heutigen Zeit. Das langsame Zusteuern auf die Wahrheit und das Ende gefällt mir sehr gut, es bleibt bis zum Schluß spannend und interessant.
    Leider ist dieser Roman nur knapp 200 Seiten lang. Auch wenn viel darin ausgedrückt wird hätte ich mir doch einige Aspekte noch etwas ausführlicher gewünscht. Einen Blick auf die Beziehung von Charlie zu ihrer Mutter und in ihre Kindheit zum Beispiel, hier liegen wohl auch schon Gründe für ihr geringes Selbstwertgefühl. Auch die Geschichten hinter den anderen Frauen der Gruppe hätten mich noch mehr interessiert oder die Sicht von Ella, Charlies bester Freundin. Deshalb einen Stern Abzug von einem Roman, den ich thematisch sehr empfehlen kann und der noch lange im Kopf bleibt.

  • Beeindruckendes und packendes Debüt über ein wichtiges Thema

    Written on 31. January 2026 by Bücherfreundin.

    Im Mittelpunkt von Clara Leinemanns Debütroman "Gelbe Monster" steht die junge Mathematikstudentin Charlotte, genannt Charlie, die gerade an ihrer Doktorarbeit schreibt und bei ihrer Freundin Ella aus Kindheitstagen wohnt. Sie ist in ihrer Beziehung gewalttätig geworden und wird an einem Antiaggressionsprogramm teilnehmen. Mit Unterstützung von Psychologen wird sie sich in 25 Sitzungen gemeinsam mit anderen Frauen über Gewalt, Konfliktverhalten, Macht und Kontrolle austauschen.

    Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Während wir Charlie im Hier und Jetzt in ihrem Alltag und bei den Therapiesitzungen begleiten, blättert sich im zweiten Erzählstrang ihre Vergangenheit langsam auf.
    Charlie schmiedet Zukunftspläne, als sie den attraktiven Literaturstudenten Valentin kennenlernt und sich in ihn verliebt. Doch der versprochene Anruf des jungen Mannes bleibt aus, erst ein Jahr später begegnen sie sich auf einer Vernissage wieder, treffen sich von nun an häufiger und werden schließlich ein Paar. Charlies Wunsch ist es, Valentin eine gute Freundin zu sein, und sie erkennt dabei nicht, dass er in ihrer Beziehung nicht glücklich ist ...

    Das Buch ist in klarer Sprache geschrieben und liest sich sehr flüssig. Der Autorin ist es gelungen, nicht nur die beiden Hauptcharaktere, sondern auch die Nebenfiguren sehr authentisch zu zeichnen. Ich hatte Mitgefühl für die unsichere Charlie, die uns tief in ihre Gefühls- und Gedankenwelt blicken lässt. Sie besitzt ein nur geringes Selbstwertgefühl, findet sich faul und hässlich und ist gleichzeitig gefangen in ihrem Zorn. Seit ihrer Pubertät versucht sie immer wieder, ein besserer Mensch zu werden. Mit Valentin an ihrer Seite fühlt sie sich endlich wie ein besserer Mensch, möchte nur bei ihm sein, alles andere wird zur Nebensache. Sie lehnt seinetwegen sogar eine Stelle in einer Forschungsgruppe in Madrid ab.

    Sehr gut gefallen hat mir die Beschreibung der Gruppenarbeit und Gespräche innerhalb des Antiaggressionsprogramms. Hier werden unterschiedliche Frauenschicksale und verschiedene Facetten von Gewalt in Beziehungen intensiv beschrieben.
    Die mitreißende Geschichte, in der es neben Liebe und weiblicher Gewalt auch um emotionale Abhängigkeit geht, ist mir unter die Haut gegangen und wird mich noch länger beschäftigen.

    Absolute Leseempfehlung für dieses großartige Debüt!

  • Hält was es verspricht

    Written on 30. January 2026 by I.wer.

    Von moidlvomberch

    zu aller erst möchte ich einmal auf das Cover zu sprechen kommen, denn ich finde es absolut genial und total gelungen - gelbe Monster, die Gestaltung, der Titel hier finde ich passt einfach alles, das Buch schreit einen nur förmlich so an es endlich zu lesen - ich konnte nicht wiedersehen und habe sofort angefangen. der Einstieg in das Buch bzw die Geschichte fielen mir sehr leicht. der Schreib- bzw Erzählstil sind sehr gut und flüssig zu lesen so war ich nach wenigen Seiten komplett gefesselt vom Buch. Vieles erfährt man erst im laufe der Seiten was eigentlich vorgefallen ist. schon relativ früh habe ich eine Bindung zur Haupt Protagonistin aufbauen können und habe ihr gerne bei ihren Erzählungen gelauscht, die gelben Monster, der Titel wurde zwar nur kurz angesprochen aber dennoch fand ich die Erklärung dazu recht gut. die kurzen Kapitel machen süchtig, ich wollte immer gerne eine kurze Pause einlegen schaffte es aber nie mich loszueisen und las immer mehr als ich wollte. so habe ich das Buch innerhalb weniger Stunden durchgelesen.
    Ich finde es klasse, da es absolut kein alltägliches Thema ist und ich einen tollen Einblick bekommen habe
    Daher von mir eine ganz klare Empfehlung!

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