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No Way Home
Roman. Deutsche Ausgabe

German · Hardback

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Description

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Liebe als unheimliche, chaotische Kraft - niemand schreibt so über menschliche Abgründe wie T.C. Boyle. Sein neuer Roman als WeltpremiereT.C. Boyles neuer großer Roman über die obsessive Liebe zweier Männer zu einer Frau, die sich zwischen ihnen nicht entscheiden mag: Terry, ein Arzt aus Los Angeles, zieht nach dem Tod seiner Mutter in ihr Haus in Boulder City in der Wüste Nevadas. Eigentlich wollte er es verkaufen, wäre er nicht in einer Bar Bethany begegnet, die sich bei ihm einquartiert - gegen seinen Willen. Der eigenbrötlerische Terry kann ihr nicht widerstehen. Aber da ist auch noch ihr eifersüchtiger Ex-Freund Jesse, der immer wieder auftaucht und ihn warnt: »Sie ist Gift«. Mitten in der Wüste geraten die beiden Männer aneinander. T.C. Boyles »No Way Home« ist große Literatur über menschliche Abgründe.

About the author

T. Coraghessan Boyle, 1948 in Peekskill, N.Y., geboren, ist der Autor von zahlreichen Romanen und Erzählungen, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Er wurde unter anderem mit dem PEN/Faulkner-Preis, dem Prix Médicis, dem Henry David Thoreau Prize und dem Rea Award für Kurzgeschichten ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen zuletzt u.a. »Sprich mit mir« (Roman 2021), »Blue Skies« (Roman, 2023), »I Walk Between the Raindrops« (Storys, 2024) und »No Way Home« (Roman, 2025).Dirk van Gunsteren, 1953 geboren, studierte Amerikanistik in München. Er übersetzte u.a. T.C. Boyle, Thomas Pynchon, Jonathan Safran Foer, Patricia Highsmith, John Irving und Philip Roth. 2007 erhielt er den Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis, 2018 den Übersetzerpreis der Stadt München.

Additional text

»Eine uramerikanische Story voller Begehren, Eifersucht, enttäuschter Hoffnungen, Ängste und jeder Menge Sehnsucht nach dem besseren Leben. Bis zur letzten Seite spannend.« Florian Schmid, Der Freitag, 25.09.25

»T.C. Boyle schafft es, seinen Figuren immer wieder neue Facetten zu geben. Das ist Erzählkunst, die wieder richtig Spaß macht, und die durch die Hintertür eben doch wieder ein Kommentar ist auf die verrohte Gesellschaft und den Zustand der Welt mit all den Abgründen wie Klimawandel, die MAGA-Bewegung, toxische Männlichkeit; und die eine wirklich bestechende Atmosphäre schafft aus Unbehagen, Unbehaustsein und Bedrohung.« Nadine Kreuzahler, rbb radio3, 19.9.25

»Wenn Boyle abwechselnd aus der Perspektive der drei Protagonist:innen erzählt, bleibt er nicht zufällig in der dritten Person Singular. Die Meisterleistung bei der bewusst gewählten Oberflächlichkeit: Der Ausgang des Duells bleibt bis zur allerletzten Seite spannend.« Carsten Schrader, Kulturnews, 23.09.25

»›No Way Home‹ ist bei hohem Unterhaltungspotenzial eine sinistre Geschichte über Lethargie und Passivität.« Judith von Sternburg, FR, 16.09.25

»Routiniert und doch subtil erzählt T.C. Boyle die Geschichte einer ebenso gestörten wie unausweichlichen Dreiecksbeziehung.« Babara Beer, Kurier, 16.09.25

»T.C. Boyle erzählt gekonnt die Geschichte einer Frau, um die zwei Männern buhlen. Spannend ist es die ganze Zeit.« Andreas Heimann, Tagesspiegel, 15.09.25

Report

»Eine uramerikanische Story voller Begehren, Eifersucht, enttäuschter Hoffnungen, Ängste und jeder Menge Sehnsucht nach dem besseren Leben. Bis zur letzten Seite spannend.« Florian Schmid, Der Freitag, 25.09.25 »Der Roman lässt sich als literarisches Psychogramm über die Sehnsucht nach Zugehörigkeit lesen - und die Unmöglichkeit, sie zu finden.« Sandra Kegel, FAZ, 01.11.25 »Eine große Empfehlung. Boyle beweist einmal mehr: Er ist ein brillanter Erzähler.« Claudia ten Hoevel, emotion, 11/25 »Der Meister und sein jüngstes Kammerspiel. Es wäre nicht Boyle, steigerte er diese Ménage- à-trois nicht so gekonnt wie perfide in immer neue Wendungen. Kein Weg zurück, nirgends. Große Boyle-Prosa.« Wolfgang Paterno, profil, 20.09.25 »T.C. Boyle schafft es, seinen Figuren immer wieder neue Facetten zu geben. Das ist Erzählkunst, die wieder richtig Spaß macht, und die durch die Hintertür eben doch wieder ein Kommentar ist auf die verrohte Gesellschaft und den Zustand der Welt mit all den Abgründen wie Klimawandel, die MAGA-Bewegung, toxische Männlichkeit; und die eine wirklich bestechende Atmosphäre schafft aus Unbehagen, Unbehaustsein und Bedrohung.« Nadine Kreuzahler, rbb radio3, 19.9.25 »Wenn Boyle abwechselnd aus der Perspektive der drei Protagonist:innen erzählt, bleibt er nicht zufällig in der dritten Person Singular. Die Meisterleistung bei der bewusst gewählten Oberflächlichkeit: Der Ausgang des Duells bleibt bis zur allerletzten Seite spannend.« Carsten Schrader, Kulturnews, 23.09.25 »'No Way Home' ist bei hohem Unterhaltungspotenzial eine sinistre Geschichte über Lethargie und Passivität.« Judith von Sternburg, FR, 16.09.25 »Routiniert und doch subtil erzählt T.C. Boyle die Geschichte einer ebenso gestörten wie unausweichlichen Dreiecksbeziehung.« Babara Beer, Kurier, 16.09.25 »T.C. Boyle erzählt gekonnt die Geschichte einer Frau, um die zwei Männern buhlen. Spannend ist es die ganze Zeit.« Andreas Heimann, Tagesspiegel, 15.09.25

Product details

Authors T. C. Boyle
Assisted by Dirk van Gunsteren (Translation)
Publisher Hanser
 
Content Book
Product form Hardback
Publication date 16.09.2025
Subject Fiction > Narrative literature > Contemporary literature (from 1945)
 
EAN 9783446284234
ISBN 978-3-446-28423-4
Pages 384
Dimensions (packing) 15 x 2.9 x 22 cm
Weight (packing) 558 g
Original title No Direction Home
 
Subjects Gesellschaftskritik, Liebe, Dreiecksbeziehung, Wüste, Kalifornien, Vereinigte Staaten von Amerika, USA, Nevada, entspannen, exzentrisch, leichtlesen, Erste Hälfte 21. Jahrhundert (ca. 2000 bis ca. 2050)
 

Customer reviews

  • Solides Buch, was man schnell runterlesen kann

    Written on 21. October 2025 by Micky.

    Insgesamt gehört das Buch mal wieder zu den besseren Werken Boyles, doch es erreicht längst nicht das Niveau seiner bekanntesten, frühen Romane. Es zeigt Borgings Stärken, bleibt aber hinter den größten Meilensteinen seiner Karriere zurück.

    Der Schreibstil ist wirklich gut: flüssig, zügig lesbar und bildhaft. Boyle schafft es, die Handlung zügig voranzutreiben, ohne sich in Schnörkeleien zu verlieren, und der Text lässt sich recht leicht „von der Hand lesen“. Das macht das Buch auch für Leserinnen und Leser attraktiv, die eher zu zeitgenössischer Belletristik greifen.

    Was der Roman teilweise an Spannung und Tiefe fehlen lässt, macht er stilistisch oft wieder wett: Die Sätze fließen, die Szenen funktionieren rasch, und die Atmosphäre wird glaubwürdig eingefangen. Dennoch wirken einige Figuren blass: Charaktere wie Bethany und Terry, die nicht wirklich an Tiefe gewinnen, bleiben sichtbar, aber nicht greifbar. Ihre Motivationen und Entwicklungen ziehen sich eher exemplarisch durchs Buch, statt sich greifbar zu verankern.

    Fazit: No Way Home ist ein solides bis gutes Werk von Boyle mit einem starken, lesefreundlichen Stil. Es gelingt, schnell zu fesseln, bleibt aber hinter den außergewöhnlichsten Werken des Autors zurück, insbesondere in Bezug auf Charakterzeichnung und psychologische Tiefe. Wer Boyle mag, sollte zugreifen, doch wer dessen frühere Klassiker sucht, könnte enttäuscht sein.

  • Diese Dreiecksgeschichte konnte mich leider nicht abholen

    Written on 30. September 2025 by Lilli33.



    Inhalt:
    Nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter fährt der Assistenzarzt Terrence Tully, Anfang 30, von seinem Wohnort Los Angeles in die Wüste Nevadas, wo seine Mutter ein Haus besitzt, um die Beerdigung und alles Weitere zu regeln. In einem Café trifft er auf Bethany, die mit ihm die Nacht verbringt. Als Terrence wieder nach Los Angeles zurückkehrt, nistet Bethany sich unerlaubt im Haus ein. Terrence schafft es nicht, sich ihrer zu erwehren. Als dann auch noch Bethanys Ex-Freund Jesse auf den Plan kommt, eskaliert die Sache.

    Meine Meinung:
    Ich kenne bereits „Sprich mit mir“ und „Blue Skies“ von T. C. Boyle, die mich beide begeistern konnten. Daher freute ich mich sehr auf sein neues Werk, das im September 2025 im Hanser Verlag in der Übersetzung von Dirk van Gunsteren veröffentlicht wurde. Leider hat mir dieses nicht wirklich gefallen.

    Sämtliche Figuren blieben für mich bis zum Schluss unnahbar. Alle sind dermaßen unsympathisch und handeln für mich kaum nachvollziehbar. Das Geschehen empfand ich oftmals als nicht authentisch. Jede*r manipuliert jede*n und lässt sich manipulieren. Die Beziehungen der Beteiligten sind absolut toxisch. Der Autor konnte mir aber nicht vermitteln, warum die Protagonist*innen alles Mögliche mit sich machen lassen und sich nicht zur Wehr setzen.

    Mir fehlten hier einfach die Emotionen, denn erzählt wird eher sachlich-nüchtern. Allerdings ist der Schreibstil richtig toll, weswegen ich auch noch 3 Sterne gebe. Auch die im Hintergrund eingebaute Gesellschaftskritik ist ein Pluspunkt.

    Der Schluss konnte mich leider auch nicht überzeugen, denn es ist eigentlich keiner. Alles ist offen; ich fühle mich als Leserin

  • Gefährliches Beziehungsgeflecht

    Written on 29. September 2025 by lesenlesen.

    Ich habe fast alle Romane von T. C. Boyle gelesen und so muss sich „No way home“ mit einer ganzen Reihe toller Bücher vergleichen lassen. Dabei zieht es leider etwas den Kürzeren.
    Statt große Themen wie Klimaschutz zu bedienen oder historische Persönlichkeiten zum Leben zu erwecken, dreht sich hier alles um Zwischenmenschliches, es ist also aus meiner Sicht ein eher untypisches Werk. In der Dreiecksgeschichte erleben wir, wie Terry nach dem Tod seiner Mutter sich um deren Nachlass kümmert und dafür nach Colorado reist. Dort lernt er Bethany kennen, die beiden landen schnell im Bett und sie nistet sich in seinem Leben und im Haus seiner Mutter ein. Doch dann taucht immer wieder Bethanys Exfreund Jesse auf.
    Beide Männer sind eifersüchtig und so schrauben sich die Ereignisse immer weiter hoch und eskalieren immer mehr. Nach Angriffen auf beiden Seiten steht es Wort gegen Wort und auch Bethany steht zwischen den Fronten beziehungsweise wechselt hin und her. An Terry scheint sie sich eher zu halten, weil er ein Haus hat und als angehender Arzt ein anderes, gesetzteres Leben verspricht. Bethany mag ihn offenbar auch ehrlich, aber sie kommt nicht von ihrer Leidenschaft für Jesse los.
    Dabei tut in diesem Beziehungsgeflecht keiner dem anderen gut und als Außenstehende fragt man sich immer wieder, warum diese drei sich das alles antun. So richtig nachvollziehen konnte ich vor allem Terrys Perspektive nicht angesichts Bethanys Verhalten. Aber so wie Bethany vom emotionalen Wechselspiel in der Beziehung zu Jesse abhängig zu sein scheint, so hilflos agiert Terry gegenüber ihr. Immerhin: Alkoholgetränkte Abende gibt es mit beiden Männern.
    Sprachlich kommt der Roman unangestrengt und hakenlos daher. Die Handlung ist spannend und die Perspektiven der drei Hauptpersonen wechseln sich fließend ab und fügen sich nahtlos ineinander. Ich wollte natürlich auch wissen, wie es mit Terry, Jesse und Bethany weitergeht und worauf das Ganze hinausläuft und so habe ich an einem Tag das Buch fast durchgehabt. Boyle hat mich wie gewohnt bestens unterhalten, aber eine Kleinigkeit hat eben doch gefehlt. „No way home“ bleibt somit etwas hinter meinen Erwartungen zurück, die aber zugegebenermaßen auch recht hoch waren.

  • Menschliche Abgründe

    Written on 29. September 2025 by Barbara Bayer.

    Durch Zufall lernen Terry und Bethany sich in einem kleinen Kaff in Nevada kennen. Er ist angehender Arzt aus LA, der sich wegen des plötzlichen Todes seiner Mutter um ihr Haus kümmern muss, sie ist eine lebenslustige und ziemlich chaotische junge Frau. Es könnte eine Win-Win-Situation sein: Bethany hat ein Dach über dem Kopf, kümmert sich um das Haus und den Hund der Verstorbenen und sieht eine Chance, sich einen angehenden Arzt zu angeln. Terry hat die Affäre seines Lebens, zum ersten Mal beherrscht ihn nicht nur die zermürbende Arbeit und der arbeitsintensive Alltag. Doch dann taucht Bethany Exfreund Jesse auf und zwischen den beiden Männern entwickelt sich eine erbitterte Rivalität, die schließlich immer weiter ausartet.
    Es ist eine Dreiecksgeschichte voller menschlicher Abgründe, die T.C.Boyle hier in seinem unnachahmlichen Schreibstil beschreibt. Mit viel trockenem Humor, Ironie und Sarkasmus gewürzt erzählt er in wechselnder Perspektive aus der Sicht von Terry, Bethany und Jesse. Dadurch kommen einem die Figuren beim Lesen alle sehr nahe und schnell wird klar, dass die Situation irgendwann eskalieren wird.
    Es ist eine sehr amerikanische Geschichte, die so für mich in keinem anderen Land Sinn machen würde. Neben den menschlichen Dramen ist das sehr eigene amerikanische Gesundheitssystem Thema sowie die Natur in Nevada und das Leben in ländlichen Kleinstädten und einer Stadt wie LA.
    Die Figuren sind typisch amerikanisch gezeichnet, manchmal schon etwas klischeehaft: Terry als Assistenzarzt arbeitet unendliche Stunden in der Klinik für einen Hungerlohn, immer mit dem Hintergrund, dass er einen horrenden Studienkredit zurück zahlen muss. Als er Bethany kennen lernt verändert sie alles, was ihn bis dahin im Leben ausgemacht hat. Sie vermittelt ihm eine Leichtigkeit, die er so noch nie erlebt hat. Sein Kopf zieht ihn immer wieder auf seine vernünftige und etwas spießige Seite, aber er denkt in Bethanys Gegenwart eben nicht mehr mit dem Kopf. Sie macht aus ihm einen ganz anderen Menschen und so ist es ein ewiges Auf und Ab der Gefühle, das zu verfolgen einem beim Lesen manchmal sprachlos macht.
    Bethany ist der Inbegriff der naiven und dümmlichen Kleinstadtschönheit, gewieft und geschickt manipulativ. Sie träumt von einem Leben als Arztgattin, einem Haus, einem funktionierenden Auto und einem schönen Leben ohne Geldsorgen. Doch immer wieder fällt sie zurück in ihre Gewohnheiten, feiert und trinkt als gäbe es kein Morgen. Und da sie nie ganz von Jesse loskommt, der ihr vertraut ist und mit dem sie tatsächlich auch sehr schöne Seiten erlebt hat, steuert sie die beiden Männer auf Kollisionskurs.
    Jesse ist ein cooler Angeber, der sein gutes Aussehen und seinen Charme einsetzt, um sich nach außen toll darzustellen. Da fordert ihn ein spießiger kleiner Arzt aus der großen Stadt regelrecht heraus, um seine Verflossene mit allen Mitteln zu kämpfen.
    Boyle versteht es hervorragend, die einzelnen Charaktere darzustellen und sie auf ihre Art agieren zu lassen. Man ahnt, wie sich die ganze Geschichte entwickelt, das tut aber der guten Unterhaltung keinen Abbruch. Und hinter allem lauert immer ein gesellschaftskritischer Blick und der Fokus auf Natur und Umwelt. Thematisch für mich nicht sein stärkstes Buch aber trotzdem auch hier wieder viel Spaß beim Lesen.

  • Jede Menge Abhängigkeit

    Written on 16. September 2025 by jacky1304.

    Terry ist Anfang 30 und mitten in der Ausbildung zum Assistenzarzt, als seine Mutter überraschenderweise verstirbt. Um ihren Nachlass zu klären, reist er in den Wohnort seiner Mutter und lernt dort direkt am ersten Abend Bethany kennen. Die junge Frau ist nach der Trennung von ihrem Exfreund Jesse ohne Wohnsitz und schafft es irgendwie Terry davon zu überzeugen, im Haus seiner verstorbenen Mutter unterzukommen. Die Beiden beginnen eine Beziehung, die aber alles andere als harmonisch ist. Denn auch Jesse spielt noch eine Rolle in Bethanys Leben.

    Anfangs geht es viel um Terry, der, vollkommen überrumpelt vom Tod seiner Mutter, versucht den Nachlass zu regeln. Was passiert mit dem Haus, dem Auto und vor allem Hund Daisy? Bevor er sich wirklich kümmern kann, schafft es Bethany ihn vollkommen von sich einzunehmen. Mit ihrer Art kommt sie quasi direkt bei ihm unter, obwohl Terry arbeitsbedingt zeitnah wieder nach L.A. zurück muss. Währenddessen fährt sie sein Auto, lässt diverse Freunde bei „sich“ wohnen und kümmert sich um den Hund.
    Was Terry an ihr findet, ist mir bis zuletzt schleierhaft geblieben. Es gibt zwar immer mal wieder Momente, in denen auch er an der Beziehung zu zweifeln beginnt, kommt aber trotzdem nicht wirklich von ihr los.

    Spannend wird es, als die Kapitel aus Jesses Sicht dazukommen. Er ist wirklich kein Sympathieträger und bringt so einige Aktionen, die mich sprachlos haben werden lassen.

    Das ganze Buch ist eine einzige Geschichte rund um Abhängigkeit: Terry und Bethany. Bethany und Jesse. Diverse Personen zum Alkohol.
    Leider wurde es mir irgendwann zu anstrengend. Ich wollte alle Charaktere nur noch schütteln und fragen, was eigentlich mit ihnen los ist. Und vor allem, warum Beth sich nicht endlich entscheiden kann. Ist es das Geld? Denn wirklich anziehend findet sie Terry scheinbar nicht…

    Auch die Nebencharaktere gingen mir ziemlich auf die Nerven.

    Wichtig zu wissen ist, dass es einige Trigger-Themen gibt: (sexuelle) Gewalt, Gewalt gegen Tiere, Alkoholmissbrauch usw.
    Gerade das Thema Alkohol kam mir viel zu häufig vor. Ständig wird morgens vor der Arbeit schon getrunken, um den Tag zu überstehen - keine gute Message.
    Gelangweilt haben mich leider auch die ärztlichen Themen. Es wurden viele Krankheiten und Diagnosen erwähnt, aber dann nicht erläutert. Für mich als Nicht-Medizinerin schwierig.

    Das Ende gefiel mir leider ebenfalls nicht. Aber das ist wirklich Geschmackssache und könnte für andere Leser*Innen perfekt gelöst sein.

    Alles in allem meiner Meinung nach aufgrund diverser Schwachstellen nur mittelmäßig.

  • Ein typischer Boyle

    Written on 15. September 2025 by SimoneF.

    Terrence Tully ist Assistenzarzt in L.A. und Anfang dreißig. Als seine Mutter plötzlich stirbt, bricht er nach Boulder City in Nevada auf, um sich um die Beerdigung und ihr Haus zu kümmern. Kurz nach seiner Ankunft trifft er in einer Bar die junge Bethany, die ihm dem Kopf verdreht. Er verbringt eine Nacht mit ihr und reist zurück nach Los Angeles. Als Bethany sich kurzerhand im Haus der verstorbenen Mutter einnistet, ist Terrence ist hin- und hergerissen: Einerseits misstraut er ihr und verübelt ihr die unverfrorene Besetzung des Hauses, andererseits ist er ihr vor allem körperlich verfallen. Dann taucht auch noch Bethanys Ex-Freund Jesse auf, der die Beziehung noch längst nicht aufgegeben hat und Terrence und Bethany keine Ruhe lässt.

    Die karge Wüstenlandschaft von Boulder City ist eine wunderbare Kulisse für das Setting, das mich an ein archaisches Duell zweier Männer um eine Frau erinnert und mit Klischees spielt: Der gebildete, zurückhaltende, körperlich unterlegene Arzt, gegen den athletischen, attraktiven, aber prolligen Biker Jesse, einen klassischen Macho-Typen. Dazwischen die attraktive Bethany, die sich nicht entscheiden kann, Terrence vor allem als sichere und finanziell interessante Partie ansieht, während sie sich von Jesse weiterhin angezogen fühlt.

    Boyle schreibt gewohnt sprachgewaltig, lebendig und voller bissigem, schwarzem Humor. Wie immer enthält auch „No way home“ einiges an Gesellschaftskritik: Er thematisiert unter anderem Armut und Obdachlosigkeit, den allgegenwärtigen Drogenkonsum, der in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und das problematische Gesundheitssystem.

    Wie meist bei Boyle fällt es mir schwer, Sympathie für die Protagonisten aufzubringen, was mich jedoch nicht stört, da ich schwierige Charaktere, an denen man sich beim Lesen reiben kann, besonders spannend finde. Am stärksten fühlte ich mit Terrence mit, auch wenn mich seine mangelnde Entschlossenheit und Durchsetzungskraft nervten. Die Geschichte lässt tief in die menschlichen Abgründe blicken: Rache, Lügen, Eifersucht, verletzter Stolz, übersteigerte Männlichkeit, triebgesteuertes Handeln. Sämtliche Figuren, stehen in dysfunktionalen Beziehungen zueinander, und ihre moralischen und charakterlichen Schwächen führen dazu, dass sich eine unheilvolle Eigendynamik entwickelt. Dementsprechend war ich sehr gespannt, wie sich alles weiterentwickeln würde. Der Schluss hat mich leider nicht überzeugt und kam für mich sehr abrupt, so dass ich hierfür einen Stern abziehe.

    Abgesehen davon ein lesenswerter, sehr unterhaltsamer Roman in typischer Boyle-Manier, aber nicht sein bestes Werk.

  • Brillant erzählt und mitreißend

    Written on 15. September 2025 by Bücherfreundin.

    Im Mittelpunkt von "No Way Home", dem neuen Roman von T.C. Boyle, steht Dr. Terrence Tully, genannt Terry. Der 31-Jährige arbeitet in einem Krankenhaus in Los Angeles. Als Assistenzarzt im dritten Jahr, der sich eine Zulassung als Internist wünscht, arbeitet er an 6 Tagen in der Woche, 14 Stunden täglich. Er lebt allein und hat kaum Sozialkontakte. Während einer Visite erreicht ihn die traurige Nachricht, dass seine Mutter Katie ganz plötzlich verstorben ist.

    Terry begibt sich auf die lange Reise nach Boulder City in der Wüste Nevadas, wo seine Mutter lebte, um die notwendigen Formalitäten abzuwickeln und sein Erbe, das Haus und den Hund der Mutter, zu übernehmen. Am Abend lernt er in einer Bar die 24-jährige Bethany Begany kennen, die beiden verbringen eine gemeinsame Nacht. Bethany hat sich von ihrem Freund Jesse getrennt und möchte übergangsweise im Haus von Terrys Mutter wohnen. Obwohl Terry ablehnt, zieht sie nach seiner Abreise in das Haus. Terry, der verschuldet ist und das Objekt eigentlich verkaufen möchte, verliebt sich in die junge Frau, doch es gibt da noch ihren Ex-Freund, der alles daran setzt, Bethany zurückzugewinnen ...

    Der Roman ist, wie man es von T.C. Boyle kennt, in intelligenter Sprache geschrieben, mitreißend und äußerst unterhaltsam. Seine Protagonisten, die er sehr präzise skizziert, sind keine einfachen, keine liebenswerten Charaktere: auf der einen Seite der eher unauffällige und kontaktarme Terry, der sich in seiner Verliebtheit von Bethany ausnutzen und einwickeln lässt, und auf der anderen Seite die lebenslustige und dreiste Bethany, die sich von ihrem Ex-Freund nicht zu lösen vermag, sich aber gleichzeitig mit Terry einen Mann mit Vermögen und Ansehen angeln möchte, und schließlich der gutaussehende und rücksichtslose Jesse, der auch vor Gewalttaten nicht zurückschreckt. Ich konnte verstehen, dass die attraktive Bethany eine gewisse Faszination auf Terry ausübte, habe aber einige seiner Handlungsweisen überhaupt nicht nachvollziehen können und hätte ihn am liebsten geschüttelt. 

    Die Geschichte ist aus den Perspektiven der drei Hauptcharaktere erzählt, sie liest sich sehr flüssig und hat mich von Beginn an gefesselt. Ich habe das Buch sehr gern gelesen, neben der Ménage à trois enthält es, wie so oft in T.C. Boyles Romanen, eine Menge Gesellschaftskritik. Es geht neben Liebe, Leidenschaft und Eifersucht auch um Gewalt, Manipulation, Abhängigkeit und Drogen. Häufiger Alkoholkonsum nimmt im Buch meinem Empfinden nach zu viel Raum ein. 
      
    Die Beschreibung von Terrys anstrengendem Klinikalltag fand ich sehr interessant, das Ende der Geschichte lässt mich allerdings etwas unzufrieden zurück.

    Absolute Leseempfehlung für diesen brillant geschriebenen Roman über menschliche Abgründe!

  • mega guter Roman

    Written on 11. September 2025 by sadfasd.

    Ich habe vorher erst ein Buch von T.C. Boyle gelesen und das hat mich so mitgerissen, daß ich diesen Roman ebenfalls lesen musste und wie erwartet, war ich begeistert von der Lektüre! Ich liebe den Schreibstil. Er ist so bildhaft und man kann sich richtig in das Geschehen hineinversetzen. Die Charaktere sind so detailliert beschrieben, daß man sie fast vor sich sieht, wenngleich ich keinen der Charaktere so richtig sympathisch fand - alle haben viele Ecken und Kanten und auch, wenn sich die Handlung vom Beginn bis zum Schluss rasant entwickelt, sieht man doch in den Persönlichkeiten der Charaktere keine richtige Entwicklung, denn sie drehen sich eigentlich mit sich selbst im Kreis bis zum großen Finale im Buch, was ich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen konnte (deshalb einen Punkt Abzug). Die Konstellation zwischen den drei Hauptcharakteren Bethany, Terry und Jesse ist extrem kompliziert und zwischen allen drei gibt es Spannungen, Anziehungspunkte und Abstoßungspunkte. Die Konstellation ist aber mega interessant für den Verlauf des Romans, denn beide Männer fühlen sind scheinbar emotional abhängig von Bethany, wohingegen Bethany in Terry einen für sie interessanten finanziellen und Sicherheits-Aspekt sieht und in Jesse das Abenteuer und die sexuelle Anziehungskraft findet. Durch Bethany entwickelt sich zwischen den beiden Männern eine extrem gefährliche Konstellation, die sich bis zum Schluss immer weiter aufschaukelt und zuspitzt. Ich habe den Roman verschlungen und konnte kaum aufhören zu lesen. Zwischendurch gibt es immer mal wieder ein paar Längen im Roman, aber dann geht es schon wieder rasant weiter. Hat mir wieder richtig gut gefallen! Der Autor hat sich inzwischen schon zu einem meiner Lieblings-Autoren entwickelt.

  • Bonnie und Clyde um 5 vor 12

    Written on 08. September 2025 by zebra.

    Abgesehen von schulischer Zwangslektüre gehörte T. C. Boyle lange nicht zu meiner bevorzugten literarischen Kost. Das änderte sich aber mit „Das Licht“, sodass „No Way Home“ nun quasi freiwillige Zwangslektüre war.

    Worum es geht, ist ohne zu spoilern, fix umrissen: Terry (Assistenzarzt im 3. Jahr) glaubt jobbedingt mit dem Tod vertraut zu sein, wird jedoch eines Besseren belehrt, als seine Mutter stirbt. Um ihren Nachlass zu regeln, bricht er nach Nevada auf, wo er in einer Bar Bethany trifft. Nach einer gemeinsamen Nacht fackelt sie nicht lange und zieht ins Haus seiner Mutter – zum Missfallen ihres Ex Jesse, dessen Warnungen vor Bethany Terry als bloße Eifersucht abtut. Doch will Jesse ihn wirklich warnen, ist Bethany toxisch, was ist wahr, wie soll es weitergehen?

    Vordergründig geht es um eine Art Dreiecksbeziehung, doch das wäre zu simpel für Boyle. Indem er mit Terry einen Assistenzarzt als Protagonisten wählt, kann er deren Ausbildung kritisieren: Denn nur wegen Terrys immenser Belastung, verschärft durch den Tod seiner Mutter, gelingt es Bethany (und Jesse) ihr Spiel mit ihm zu spielen, und zwar in einer Selbstverständlichkeit, die ihresgleichen sucht. So wird Terry ein leichtes Opfer für ein Paar, das ein bisschen wie Bonnie und Clyde wirkt, wobei Jesse zwar einerseits als wandelndes Bikerklischee ein guter Bonnie wäre, andererseits aber spießig wirkt (ich sage nur kurzärmeliges Button-down-Hemd mit Krawatte …). An sich sind Bethany und Jesse Verlierer, die sich nicht anders zu helfen wissen, als durch eine Form gewisser krimineller Energie ihr Leben zu bestreiten. Doch auch mit ihnen kann man irgendwie Mitleid haben, da Jesse Bethany nur mit ein paar Extra-Dollar bei Laune halten kann. Irgendwie sind alle drei Opfer ihrer eigenen Ansprüche, ihrer Leben und der Umstände, unter denen sie leben, wobei sie nicht die typischen Verlierer sind (zumindest Terry nicht, bei man sich jedoch fragt, warum er das Spiel nicht schneller durchschaut und ihm ein Ende bereitet). Boyle kontrastiert hier einen recht typisch städtischen (vermeintlich) Privilegierten mit kleinstädtisch-ländlich Unprivilegierten (Boulder City ist sicher nicht nur wegen des an alte Western erinnernden Settings Handlungsort). Dass die Geschehnisse völlig aus dem Ruder laufen, ist klar; klar ist auch, dass Boyle manchmal in die Vollen langt, aber so manche Beschreibung hätte es wahrlich nicht gebraucht. Boyle zieht alle Register: Liebe, Eifersucht, menschliche Schwächen und Abgründe, Gerechtigkeit (insbesondere die Verteilung von Geld), Drogen und Alkohol, Klischees … kann man mögen, muss man nicht. Doch was er einmal mehr beweist, ist seine sprachliche Qualität: Es ist keine „klassisch-schöne“ Sprache, sondern kleine Seitenhiebe, mit denen er seine Schläge verteilt. Alles in allem verhält es sich mit dem Buch ein bisschen wie mit einem Unfall o. Ä., an dem man vorbeifährt: Man will nicht hinschauen, kann aber den Seitenblick nicht verhindern und schaut dann doch gebannt zu – und dabei ertappt man sich und fährt den eigentlichen Erkenntnisgewinn ein … seine letzten beiden Romane gefielen mir besser, dennoch lesenswert.

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