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In der meritokratischen Moderne sind Privilegien unsichtbar geworden. Die Privilege Studies plädieren daher für einen Perspektivwechsel bei der Betrachtung von sozialer Ungleichheit, Diskriminierung und Marginalisierung. In einer historisch-semantischen Analyse der drei Forschungsfelder Critical Whiteness Studies, Ableism Studies und Bildungsprivilegien arbeitet Katharina Walgenbach deren Impulse für ein Verständnis moderner Formen von Privilegierung heraus. Darauf aufbauend zielt sie auf eine grundlegende Bestimmung des Begriffs »strukturelle Privilegien«, der in der aktuellen politischen, wissenschaftlichen und populären Diskussion zwar häufig verwendet wird, aber bislang wenig geklärt ist.
About the author
Katharina Walgenbach ist Professorin für Bildung und Gesellschaft an der Universität Hamburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Intersektionalität, Sozialisation, Bildung und soziale Ungleichheiten. Darüber hinaus publiziert und forscht sie seit über 20 Jahren zum Thema Privilegien.
Summary
Soziale Ungleichheit und Diskriminierung werden in den Sozialwissenschaften vorwiegend mit einem Fokus auf Benachteiligung untersucht. Privilegien bleiben dabei allzu häufig unsichtbar. Katharina Walgenbach geht der Frage nach, welches analytische Potenzial ein konsequenter Perspektivwechsel hin zu Privilegien für die Analyse der Gegenwartsgesellschaft eröffnet. Dazu werden Ansätze der Critical Whiteness Studies, Ableism Studies sowie Studien zu Heteronormativität, Bildungsprivilegien, Männlichkeitsforschung und Okzidentalismuskritik herangezogen. Sie leistet damit einen dezidiert wissenschaftlichen Beitrag zu aktuellen Debatten über Privilegien und plädiert für ein übergreifendes Dachtragwerk der Privilege Studies als interdisziplinäres Forschungsprogramm.