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Die Ära der Postpolitik ist vorbei
Dass die Politik wieder da ist, dass Debatten um Corona oder »Wokeness« längst über Twitter hinausgeschwappt sind, wird bestätigen, wer im Privaten heftige Streite erlebt. Nach einer Ära der Postpolitik, in der technokratisch verwaltet wurde, während die Bürger dies höchstens vom Sofa aus kommentierten, stehen wir vor einem allgegenwärtigen Zittern und Beben.
Anton Jäger hat dafür den Begriff »Hyperpolitik« geprägt. Zugleich stellt er fest, dass Aufregungswellen sich selten in kollektives Handeln übersetzen: Die Politisierung hat kaum politische Folgen. Dies, so Jäger in seinem Durchgang durch 150 Jahre Demokratiegeschichte, ist die Folge einer von digitaler Einsamkeit geprägten Situation, in der die Menschen nicht länger über Massenorganisationen am politischen Prozess beteiligt sind.
About the author
Anton Jäger lehrt Geschichte des politischen Denkens und der politischen Theorie am Department of Politics & International Relations der University of Oxford. In der edition suhrkamp erschien 2023
Hyperpolitik. Extreme Politisierung ohne politische Folgen
.
Heinrich Geiselberger arbeitet seit 2006 als Lektor im Suhrkamp Verlag. 2017 gab er in der edition suhrkamp den Band
Die große Regression. Eine internationale Debatte über die geistige Situation der Zeit
heraus.
Additional text
»Hyperpolitik ist ein sehr gutes Buch ... Sehr gut ist es, weil man nicht 2016 in einer hysterischen Nacht einer Partei beigetreten sein muss, um zu wissen, dass an Jägers Diagnose etwas dran ist. Es reicht in der Gegenwart zu leben.«
Report
»Alles will politisch sein, und doch verpufft aller Aktivismus. Dieses Buch erklärt, warum.« Marc Reichwein WELT AM SONNTAG 20231203