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Was hier vermessen wird, könnte jede Heimat sein, auch unsere, auch Ihre, die Ähnlichkeiten sind frappant. Sie werden Dingen begegnen, die Sie kennen, aus Ihrem Dorf, aus Ihrer Stadt: dem Platz, dem Rathaus, der Kirche, der Schule, denen, die dort das Sagen haben. Und doch werden Sie nichts von dem wiedererkennen, was Sie für Ihre Heimat gehalten haben, so unheimlich verwandelt sich das uns Selbstverständlichste unter dem Blick und in der Sprache dieses Autors. More geometrico, mit mathematischer Genauigkeit, nähert er sich seinem Untersuchungsfeld und installiert zwei Figuren auf einem Beobachtungsposten am Dorfplatz: Die beiden wollen den Platz überqueren. So einfach ist das freilich nicht. Und doch ist es am Ende auch wieder nicht so schwer, Sie werden sehen.Schon mit seinem ersten Buch hatte sich Gert Jonke in die vorderste Reihe der zeitgenössischen Literatur geschrieben. Zeitgenössisch ist es fast 50 Jahre später immer noch, und unter anderem darum ist es unverzichtbar. Vielleicht auch deshalb, weil es, wie Peter Handke nach seinem Erscheinen im Spiegel feststellte, »ein vergnügliches Buch« ist, eines, das sein ernstes, virtuoses Spiel treibt.
About the author
Gert Jonke, geboren 1946 in Klagenfurt. Er machte während der Mittelschule eine Klavierausbildung am Landeskonservatorium in seiner Heimatstadt, ab 1968 studierte er Germanistik, Geschichte, Philosophie und Musikwissenschaft in Wien. Er hielt sich längere Zeit in London, Argentinien und Deutschland auf. 1980 war er Stadtschreiber in Graz. Er erhielt den Ingeborg Bachmann Preis 1977, den manuskripte-Preis 1984 und den Österreichischen Staatspreis für Literatur 2001. Jonkes Stil ist beeinflußt von Techniken und Schreibweisen konkreter Poesie und gesellschaftskritisch. Sein Werk umfaßt Erzählunge, Romane, Essays, Theaterstücke, Drehbücher und Hörspiele. Jonke verstarb im Januar 2009.
Bernhard Fetz geboren 1963, ist Direktor des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek und Dozent am Institut für Germanistik der Universität Wien.
Summary
Was hier vermessen wird, könnte jede Heimat sein, auch unsere, auch Ihre, die Ähnlichkeiten sind frappant. Sie werden Dingen begegnen, die Sie kennen, aus Ihrem Dorf, aus Ihrer Stadt: dem Platz, dem Rathaus, der Kirche, der Schule, denen, die dort das Sagen haben. Und doch werden Sie nichts von dem wiedererkennen, was Sie für Ihre Heimat gehalten haben, so unheimlich verwandelt sich das uns Selbstverständlichste unter dem Blick und in der Sprache dieses Autors. More geometrico, mit mathematischer Genauigkeit, nähert er sich seinem Untersuchungsfeld und installiert zwei Figuren auf einem Beobachtungsposten am Dorfplatz: Die beiden wollen den Platz überqueren. So einfach ist das freilich nicht. Und doch ist es am Ende auch wieder nicht so schwer, Sie werden sehen.Schon mit seinem ersten Buch hatte sich Gert Jonke in die vorderste Reihe der zeitgenössischen Literatur geschrieben. Zeitgenössisch ist es fast 50 Jahre später immer noch, und unter anderem darum ist es unverzichtbar. Vielleicht auch deshalb, weil es, wie Peter Handke nach seinem Erscheinen im Spiegel feststellte, »ein vergnügliches Buch« ist, eines, das sein ernstes, virtuoses Spiel treibt.