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"Dichter kommen entweder zu früh oder zu spät: vorzubereiten, was kommen soll, oder in die Dauer zu erheben, was vergänglich und vielleicht vergangen ist; sie stehen in einem merkwürdigen, aber unberechenbaren Zusammenhang mit dem Volksgeschick." Eine Grundüberlegung des Dichters, die selbst in der Auswahl noch erkennen läßt, welche Beweggründe in jedem einzelnen Fall zur Auseinandersetzung herausforderten, die immer wieder zu überraschenden Charakterisierungen führt, weitab gewohnter Vorstellungen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich Reinhold Schneider die Frage stellte, warum die Leitbilder aus der deutschen Klassik und Nachklassik so erschreckend versagt haben, ja, daß in ihrem Zeichen die ungeheuerlichsten Schreckenstaten verübt wurden. Aus welchen Kräften und Gegenkräften die Zeit sich speiste, darüber sich einen Sinn zu machen, war der augenblickliche Sinn dieser Studien.
About the author
Reinhold Schneider (1903 - 1958) gehört zu den bedeutenden Autoren des 20. Jahrhunderts. Sehr früh erfolgreich als Romancier, Lyriker und Essayist, hat er Wesentliches zur Verständigung der Völker Europas nach 1945 beigetragen. Er setzte sich für die demokratische Entwicklung Deutschlands und für die Aufrichtigkeit politischen Handelns ein - eine Stimme auch für die Gegenwart und die Zukunft. 1956 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.