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Die Gegenwartsbelletristik kennt einen neuen Trend die All-Age-Literatur. Dabei handelt es sich um Romane, die kindliche und erwachsene Leser gleicherma en ansprechen und damit auch eine Reihe neuer Fragen an die Literaturwissenschaft stellen. Worin unterscheiden sich kindliche von erwachsenen Lekt reformen? Und auf welche Weise werden diese von den Texten gezielt gesteuert? Jonas Etten n hert sich diesen literaturtheoretischen Aspekten mit Hilfe zweier Romane: Michael Endes Die unendliche Geschichte und William Goldmans The Princess Bride. Sie sind f r die Besch ftigung mit All-Age-Literatur besonders geeignet, da sie bereits in erz hlerischer Hinsicht eine selbstreflexive Dimension aufweisen. Sowohl Goldman als auch Ende thematisieren die Begegnung eines kindlichen Lesers mit einem erz hlerischen Text, der sein Leben wesentlich pr gen wird. Beide Romane entwickeln ihre Erz hlung auf mehreren narrativen Ebenen zugleich und kontrastieren diese mithilfe formal anspruchsvoller Verfahren der Metafiktion. Etten zeigt, wie der erwachsene Leser in beiden F llen in einem Spannungsfeld von Regression und Reflexion gehalten wird, wodurch ihm zugleich kindliche wie auch erwachsene Lekt reweisen abverlangt werden. Dieses Verfahren macht beide Romane nicht nur zu selbstreflexiven Schl sseltexten der All-Age-Literatur, sondern stellt sie auch als Stellungnahmen zu Tendenzen der literarischen Postmoderne und einer kindheitsliterarischen Erinnerungskultur heraus.
About the author
Jonas Etten, geboren 1980, studierte von 2003 bis 2011 Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft sowie Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit 2007 absolviert er ein paralleles Studium der Freien Bildenden Kunst in der Klasse für Film und Video der Kunsthochschule Mainz. Er promoviert derzeit in Philosophie mit einer Arbeit zur Wahrnehmungstheorie Henri Bergsons im Kontext der (post)digitalen Medienkunst.