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Herbst 1977. Das Familienanwesen in Lausanne wird nach dem Tod des Großvaters geräumt. Auch die dreizehnjährige Clémence ist dabei. Man erwartet Vincent, erfolgreicher Kunsthändler und Frauenheld, der alle zu elektrisieren scheint. Clémence hat sich in ihren Onkel verliebt; fünf Jahre später wird sie seine Geliebte. Als das Abenteuer bekannt wird, geht ein Beben durch die ganze Familie; allein - die Vorwürfe richten sich vor allem gegen Clémence.
Der Roman erzahlt, wie dieses für alle einschneidende Ereignis jahrzehntelang nachwirkt, und beleuchtet eine unfreiwillige Komplizenschaft der Frauen: Cle mence, von ihrer Eroberung fasziniert wie verunsichert; Judith, ihre Mutter, der alles entgleitet; Anne-Lise, die Vincent jeden Seitensprung verzeiht; Nancy, beharrlich die schützende Hand über den Sohn haltend.
Mit der ihr eigenen Kunst, Geheimnisse und Zweideutigkeiten in Szene zu setzen, stoßt Pascale Kramer in das komplexe Innenleben einer Familie vor. Sie erkundet nicht nur weibliches Begehren, sondern auch die Nachsichtigkeit der Frauen; Nachsichtigkeit gegenüber Feigheit, Taktlosigkeit, Verrat und Kälte der Männer, Männer, die heutzutage wegen Vergewaltigung oder Missbrauch vor Gericht stehen würden.
A propos de l'auteur
Pascale Kramer, 1961 in Genf geboren, ist eine vielfach ausgezeichnete Romanautorin. Aufgewachsen in Lausanne, ging sie 1987 nach Paris, wo sie heute lebt. Die Nachsichtigen, 2023 in Frankreich erschienen, ist ihr zehnter Roman und hat ein starkes Presseecho ausgelöst. Bekannt für subtile Familiengeschichten und sprachliche Präzision, konnte Pascale Kramer 2017 den Schweizer Grand Prix Literatur fü ihr Gesamtwerk entgegennehmen. Sie engagiert sich u. a. im Verein Nouvelle Page zur Eingliederung von Migrant*innen.
Résumé
Herbst 1977. Das Familienanwesen in Lausanne wird nach dem
Tod des Großvaters geräumt. Auch die dreizehnjährige Clémence
ist dabei. Man erwartet Vincent, erfolgreicher Kunsthändler und
Frauenheld, der alle zu elektrisieren scheint. Clémence hat sich in
ihren Onkel verliebt; fünf Jahre später wird sie seine Geliebte. Als
das Abenteuer bekannt wird, geht ein Beben durch die ganze Fa-
milie; allein – die Vorwürfe richten sich vor allem gegen Clémence.
Der Roman erzählt, wie dieses für alle einschneidende Ereignis jahrzehntelang nachwirkt, und beleuchtet eine unfreiwillige Komplizenschaft der Frauen: Clémence, von ihrer Eroberung fasziniert wie verunsichert; Judith, ihre Mutter, der alles entgleitet; Anne-Lise, die Vincent jeden Seitensprung verzeiht; Nancy, beharrlich die schützende Hand über den Sohn haltend.
Mit der ihr eigenen Kunst, Geheimnisse und Zweideutigkeiten in Szene zu setzen, stößt Pascale Kramer in das komplexe Innenleben einer Familie vor. Sie erkundet nicht nur weibliches Begehren, sondern auch die Nachsichtigkeit der Frauen; Nachsichtigkeit gegenüber Feigheit, Taktlosigkeit, Verrat und Kälte der Männer, Männer, die heutzutage wegen Vergewaltigung oder Missbrauch vor Gericht stehen würden.
Commentaire
In Die Nachsichtigen spielt Pascale Kramer anhand einer Familie durch, wie sich die gesellschaftliche Akzeptanz von sexuellem Missbrauch über die Jahre gewandelt hat. Man wünscht sich, sie würde Partei ergreifen. Doch das macht sie gerade nicht - und überlässt das Werten den Leser:innen.« Silvia Süess / WOZ
»Pascale Kramer ist eine Meisterin der Zwischentone. Eine, die die Zeichen der Zeit - und des Zeitgeistes - virtuos dechiffriert.« Bundesrat Alain Berset / Laudatio Schweizer Grand Prix Literatur