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Überleben im Warschauer Ghetto. Jahrzehnte später erinnert sich Michal Glowinski - mittlerweile ein bedeutender polnischer Literaturwissenschaftler - an seine Kindheit im besetzten Polen. Er erzählt eindrücklich: vom ausgemergelten Geiger, der in den Straßen des Ghettos ein Konzert von Mendelssohn spielt, von einem Schachspiel um Leben und Tod, von der Flucht aus dem Ghetto und dem Versteck der Familie in Warschau, von seiner Rettung und der Befreiung durch die Rote Armee.
Immer wieder blickt Glowinski aus der Gegenwart auf diese schwarzen Jahre zurück. Wie konnte er überleben? Warum ausgerechnet er? Warum erinnert er sich - an die Farben und Gerüche im Ghetto, seine Nachbarn und Mitschüler? Was hat seine Erinnerung beeinflusst? Und warum hat er so vieles vergessen?
Ein außergewöhnliches und ausgesprochen kluges Buch über die Shoah und das Erinnern.
A propos de l'auteur
Michal Glowinski, geb. 1934, ist Literaturhistoriker, Kritiker und Prosaist. Er gehört zu den wichtigsten polnischen Literaturwissenschaftlern und ist Autor etlicher Studien über literarische Kommunikation, den Sozialistischen Realismus und kommunistische Propagandasprache. Seit den 1990er-Jahren schreibt Glowinski vor allem autobiografische Erinnerungstexte.
Commentaire
»Neben der poetischen, bildreichen Sprache ist es vor allem Glowinskis Reflexion über die Funktionsweise der Erinnerung, die dieses Buch so lesenswert macht.« Frankfurter Allgemeine Zeitung »'Schwarze Jahreszeiten' ist eine kraftvolle Geschichte voller sprachlicher und bildlicher Details, aufrichtig und leidenschaftlich geschrieben.« The Slavic and East European Journal »'Schwarze Jahreszeiten' ist ein außergewöhnliches Buch in vielerlei Hinsicht - was allerdings keine Überraschung sein dürfte, für jemanden, der das Werk Michal Glowinskis kennt [...] Er ist ein herausragender Historiker und Literaturwissenschaftler.« New Polish Writing »Es gibt so viele faszinierend erzählte Episoden in dem Buch, dass man [...] fast sagen könnte, es ist trotz aller Tragik eine vergnügliche Lektüre.« Marcia Weiss Posner, Jewish Book Council »Obwohl der Autor von anderen Orten und Überlebensstrategien erzählt als Imre Kertész im Roman eines Schicksallosen, sind sich die Bücher ähnlich: die trockene, beinahe lakonische Sprache baut eine Distanz zur eigenen Kindheit auf. Immer wieder sperrt er sich gegen eine Einordnung seiner individuellen Erinnerung in mittlerweile gut bekannte Zusammenhänge. Gerade dadurch wird glaubwürdig die Perspektive eines Kindes rekonstruiert, das die Welt der Erwachsenen im Schatten des Holocaust nur instinktiv zu verstehen vermochte.« Professor Wlodzimierz BORODZIEJ