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CH Audio-CD

Kasperli

Schöflidieb / Es Hät Kei Glace Meh

Artists Kasperli
 
Content CD
Released 04.04.2014
 
Evaluation 2 (1)

Tracks

play 1.S Gheimnis Vom Schöflidieb 30:35
play 2.Es Hät Kei Glace Meh 29:08

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Customer reviews

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  • from MrMele dated 31. March 2015

    Nicht ansatzweise auf dem Niveau des Originals

    Wie viele Schweizerinnen und Schweizer, die ihre Kindheit ab den 60er-Jahren verbrachten, wurde ich fast mit den Kasperlitheatern von Jörg Schneider sozialisiert und heute sind meine eigenen Kinder begeistert von diesen Klassikern.

    Ich freute mich sehr, als ich hörte, dass David Bröckelmann diese Tradition mit neuen Geschichten aufleben lassen will. Bröckelmann mag ich als Mensch und Parodist bei Giacobbo/Mueller sehr. Es braucht zudem einigen Mut, in die Fussstapfen von Jörg Schneider, Ines Torelli und Paul Bühlmann treten zu wollen. So setzte ich mich mit Vorfreude mit den neuen Kasperligeschichten auseinander.

    Nach dem Anhören mehrerer der neuen Geschichten und speziell der zwei auf dieser CD vorliegenden Kasperlistücke (weil sie unsere Kinder besitzen und sich häufig anhören) ist die Ernüchterung gross. Es beginnt beim Kasperli, der in diesen neuen Stücken zu einem eigentlichen Clown verkommen ist, der den anderen Figuren dabei äusserst respektlos begegnet. Keinen Dialog kann er irgendwie ernsthaft führen, dazu hat er die Tendenz, regelmässig Witze auf Kosten der anderen Figuren zu machen. Die Wortspiele kommen dabei ganz selten an die träfen Sprüche des "alten" Kasperlis heran. Auch hat er keine sich repetierenden Standardsprüche mehr auf Lager, die eben eine Identifikation schaffen würden.

    Ebenfalls enttäuschend sind die meisten weiteren Charaktere der Geschichten, die oft blass und beliebig wirken - und das bei weitaus mehr Sprechern als beim Original. Wenn man im Vergleich bedenkt, welche Vielzahl von Charaktertypen Schneider, Torelli und Bühlmann zu dritt geschaffen haben, dann kann man vor der hörspielerischen Leistung dieses Trios nur den Hut ziehen. Auf dieser CD wirkt zum Beispiel die Figur der lismenden Käthi beim Schöflidieb völlig kantenlos und emotionslos. Das wundert mich schon deshalb, weil sie von Sibylle Aeberli gesprochen wird, die als Frontfrau der grossartigen Kinderband "Schtärneföifi" ganz andere Qualitäten zeigt.

    Zu guter Letzt sind auch die Handlungen der neuen Stücke nicht auf dem Niveau des Originals. Natürlich wirken gewisse der alten Kasperlistücke mittlerweile inhaltlich etwas angestaubt, aber es sind Figuren mit klaren Positionen drin und das lieben Kinder im Kasperlialter. Da gibt es die Bösen und die Lieben, dazu einige neutrale Figuren, die sich aber im Verlauf der Geschichten oft ebenfalls positionieren. Die einen Bösen sind uneinsichtig und die andern erleben eine Läuterung. Die neuen Figuren sind sehr unklar gezeichnet und lassen teilweise verwirrte Hörerinnen und Hörer zurück (z. B. hier der Wolf oder Pinguin Balduin), da diese Figuren zwar kein böses Grundgemüt haben, aber ihre Bedürfnisse (hier warmer Pulli oder eine kalte Umgebung) mit unlauteren Mitteln stillen.

    Unter dem Strich ein enttäuschendes Revival einer Kultserie. Das positivste ist in meinen Augen, dass unsere Kinder den neuen Kasperli ebenfalls gerne hören. Ich frage mich aber schon, ob ich nicht lieber ein paarmal zu viel "Potz Holzöpfel und Zipfelchappe" höre als gesuchte Wortklaubereien, wo aus "Es hät kei Glacé" "Es hät Kai-Glacé" gemacht wird und Kasperli diesen banalen Wortwitz gleich vierfach wiederholen muss.