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Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt machen einen Paradigmenwechsel im Ressourcenverbrauch unumgänglich: «Neues» Bauen wird sich vom Dogma des Neubaus lösen müssen. Baubestand muss wieder als Quelle von Ressourcen und Ideen betrachtet, seine Wieder- und Weiterverwendung als architektonisches Potenzial verstanden werden.
Neue Ansätze in der Architektur zeigen einen Trend zu Konzepten des häufig genutzten, theoretisch und historisch jedoch kaum definierten Begriffs Upcycling. Dabei geht oft vergessen, dass die Geschichte des Bauens immer auch eine Geschichte
der Wieder- und Weiterverwendung war - erstens von Baumaterialien und Bauteilen, zweitens von Bauwissen und Baustilen.
Bauwerke wieder als Teil eines Prozesses im gesellschaftlichen Wandel zu verstehen, hinterfragt unsere heutigen Gewohnheiten und ein modernes Verständnis von Eindeutigkeit, Abgeschlossenheit und Autorschaft von Architektur.
Die Publikation untersucht das Potenzial historischer Konzepte des Upcyclings - der qualitativen Wiederverwendung von Bauten und Bauteilen - und stellt sie neuen Entwicklungen in der Architektur- und Baupraxis gegenüber.
Die Autoren gehen dabei der Frage nach, inwiefern sich neue Lösungen für die Architektur der Zukunft gewinnen lassen; damit «Wiederverwendung und Upcycling» keine Frage von Idealismus, sondern ein Argument der Ökonomie und
gestalterisch-konstruktiven Qualität werden kann.
Mit Beiträgen von: Alberto Alessi, Barbara Buser, Jürg Conzett, Elisabteh Crettaz-Stürzel, Anja Diener, Philipp Entner, Hanna Kuzniatsova, Silke Langenberg, Hans Rudolf Meier, Lisa Ochsenbein, Johannes Rederer, Nicholas Ransome, Fetanete Rashiti und Daniel Stockhammer.
About the author
Daniel Stockhammer, Dr. sc. ETH / Architekt ETH FH SIA, forscht seit 2018 am Institut für Architektur und Raumentwicklung der Universität Liechtenstein zu Fragen der Wieder- und Weiterverwendung in der Architektur.
Zuvor dozierte er an der Architekturschule St.Gallen. Zu den von ihm herausgegebenen Publikationen zählen u.a. Schweizer Holzbautradition (ETH Zürich, 2015) und Weiterbauen in Stahl (mit Astrid Staufer und Daniel Meyer, 2017). Er studierte und diplomierte an den Architekturschulen von Wien, Zürich und Winterthur. Nach dem Studium in den Meisterklassen von Wolf D. Prix und Zaha Hadid (Universität für Angewandte Kunst Wien) arbeitete er bei Jacques Herzog und Pierre de Meuron in
Basel. Von 2012 bis 2015 lehrte und promovierte er am ETH-Institut für Denkmalpflege und Bauforschung bei Uta Hassler (ETH Zürich) und Manfred Schuller (TU München).
Summary
Exploitation and destruction of the environment call for an inevitable paradigm shift as regards our resource consumption: “innovative” building will have to break away from the dogma of new build. We need to reconsider the existing building stock as a wealth of resources and ideas, just as we should understand recycling and upcycling building stock as architectonic potential.
New approaches in architecture reveal a trend towards concepts of the frequently used but theoretically and historically rarely defined term upcycling. In that context, one often forgets that the history of building has also always been a history of, firstly, recycled and upcycled building materials and components, and secondly, of building knowledge and building styles.
Comprehending buildings as a part of a social change process poses a challenge to our current habits and modern concept of unambiguity, seclusion and authorship of architecture.
This publication explores the potential of historical concepts of upcycling – the qualitative recycling of buildings and building components – and confronts them with new developments in architectural and building practice.
Importantly, the authors look into the question of whether and how new solutions could be found for future architecture. “Recycling and upcycling” should not be a matter of idealism, but rather present an argument for economy and the quality of structure and design.
With contributions by:
Alberto Alessi, Barbara Buser, Jürg Conzett, Elisabeth Crettaz-Stürzel, Anja Diener, Philipp Entner, Hanna Kuzniatsova, Silke Langenberg, Hans Rudolf Meier, Lisa Ochsenbein, Johannes Rederer, Nicholas Ransome, Fetanete Rashiti and Daniel Stockhammer