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CH TIPP Audio-CD

The Second Cousins (Blues)

Bloody Tears

Interpreten The Second Cousins (Blues)
 
Genre Blues, Zydeco
Inhalt CD
Erschienen 18.07.2018
 
Kundenbewertung Keine Rezension vorhanden

Deep Blues aus der Schweiz – The Second Cousins mit ihrem Debütalbum «Bloody Tears»

Wenn Rockgitarristen einen hochgezogenen Ton spielen, wenn Popsongs mit ein paar Bluenotes aufgepeppt werden, wenn Slidegitarren im Werbespot die Einsame-Wüste-Stimmung intonieren – immer und überall muss der Begriff «Blues» herhalten. Allzuleicht wird dabei vergessen, dass der traditionelle und vor Intensität triefende Blues aus Chicago, Louisiana oder Mississippi noch immer existiert. «Deep Blues» wird das Genre inzwischen genannt – ein rettender Kunstgriff, um sich von der grassierenden Drei-Akkord-Banalität abzugrenzen. Pure und ehrliche Musik dieser Art hört man hierzulande nicht alle Tage, und nicht selten leider nur als Parodie. Umso wohltuender, wenn hin und wieder eine glaubwürdige Perle erscheint – so wie das Debütalbum des Schweizer Bluesquartetts THE SECOND COUSINS. «Bloody Tears» heisst die Platte treffend – und deep ist sie vom ersten bis zum letzten Ton!

Von: Richard Koechli

Kein Etikettenschwindel also. Oder höchstens der Begriff «Debütalbum» – der führt definitiv auf eine falsche Fährte. Hier sind keine Greenhorns versammelt, ganz im Gegenteil. Zwei Projektleader mit tonnenschwerem Bluesbackground, hierzulande im Grunde regelrechte Legenden, und zwei weitere Musiker mit sattelfestem Handwerk. Einer der beiden Leader heisst Cla Nett. Der 62-jährige Gitarrist und Sänger aus Basel hat helvetische Musikgeschichte geschrieben und wurde 2004 mit dem Swiss Blues Award ausgezeichnet. Er ist Gründer und Bandleader der Lazy Poker Blues Band, einer pionierhaften Schweizer Bluescombo, die 1984 sogar gemeinsam mit Joe Cocker unterwegs war. Mitte der 90er-Jahre spielte Nett in Chicago mit illustren Gästen wie Kenny Neal, Jimmy Johnson, Maurice John Vaughn und Jon McDonald zwei starke Alben ein, «Halsted» und «Halsted Sessions». Mit dem Muddy Waters- und Magic Slim-Musiker John Primer tourte er durch Europa, und zusammen mit seiner eigenen Band «Blues NeTTwork» gastierte er auf renommierten Bühnen wie dem Lucerne Blues Festival oder dem Blues Baltica in Eutin. Der Zweite im Bunde heisst Kurt Bislin, 60-jährig, ebenso Gitarrist und Sänger. Er war mit Bluecaster, The Raindogs und The D.Biters unterwegs – und hat mehr als genug geschichtsträchtige Bluesluft eingeatmet. Mit Larry und Aron Burton von Albert Collins’ Original Icebreakers gastierte der Ostschweizer beim Paléo Festival Nyon sowie beim Montreux Jazz Festival – und die Liste aller berühmten US-Bluesmusiker, die er sonst noch auf Tourneen begleitete, vergeht auf der Zunge: Bob Stroger, Mojo Buford (während über 20 Jahren Muddy Waters' Bluesharper), Fillmore Slim, Sugar Blue, Sam Carr, Doug Legacy. Mit Legacy, seinem Freund aus Texas, spielte Bislin 2005 das bemerkenswerte Album «Sittin’ On Top Of The World» ein, worauf übrigens auch Cla Netts Gitarre zu hören ist.

Spätestens jetzt fragt man sich, wie die beiden Schweizer Musiker zusammenfanden – und kriegt eine fantastische Geschichte, wie gemacht für den Blues: Die beiden hatten sich seinerzeit im legendären «Atlantis» in Basel kennengelernt, wo Kurt Bislin mit den Burton Brothers aus Chicago Halt machte und spontan Cla Nett auf die Bühne bat. Während langer Zeit liefen sie sich nur selten über den Weg, waren sogar Konkurrenten, bis das Schicksal vor zwei Jahren die Weichen stellte. Bislin und Nett diskutierten am Küchentisch eine Nacht lang über Gott und die Musikwelt – und fanden schliesslich heraus, dass ihre Grossväter Brüder waren. Die Blueser sind Cousins zweiten Grades. Der perfekte Startschuss für ein gemeinsames Ding – und die Story liefert auch gleich den Bandnamen: The Second Cousins. Zwei mit allen Wassern gewaschene Musiker (Bassist Markus Halmer und Schlagzeuger Bernie Ruch) komplettierten das Ganze, und kurz nach ihrer Gründung stand das Quartett bereits auf renommierten Bühnen. Jetzt musste nur noch eine gemeinsame Platte her – aber keine beliebige, denn «Deep Blues» verpflichtet.

In den Little Big Beat Studios spielten die Vier ein authentisch und im besten Sinne traditionell klingendes Album ein, mit zehn eigenen Stücken sowie je einer Coverversion von Taj Mahal und John Funchess. Eine treffsichere Mischung aus elektrischem Chicago-Blues, rauhen Mississippi-Tönen, versumpftem Louisina-Feel und lebensfrohen New Orleans-Grooves. Swingend, schweisstreibend, hypnotisierend. Nett und Bislin wechseln sich ab in Gesang und Gitarre, das gesamte Quartett harmoniert prächtig. Beide Sänger machen nicht den Fehler, schwarz klingen zu wollen. Sie erzählen eigenwillig intonierend ihre Stories: Typische Bluesgeschichten, aus dem Leben gegriffen, meilenweit weg von jeder Parodie. «Deep Blues ersten Grades» – kommt einem als Wortspiel in den Sinn ...

Tracks

play 1.31st Of July 5:10
play 2.Train Down South 3:04
play 3.I'm Scared 3:38
play 4.Mean And Evil 3:10
play 5.I Ain't Got Enough 3:56
play 6.Done Change My Way Of Living 4:53
play 7.Sailed To Dixieland 4:49
play 8.Handle With Care 3:39
play 9.Bound To Go 5:46
play 10.Boogie Fever 4:31
play 11.Believe Me 5:50
play 12.Special Kind Of Karma 3:09
play 13.Bloody Tears 3:28

In externem Player probehören (m3u-Playlist)

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