Beschreibung
Produktdetails
| Autoren | Sandra Lüpkes |
| Verlag | Kindler |
| Inhalt | Buch |
| Produktform | Fester Einband |
| Erscheinungsdatum | 17.04.2026 |
| Thema |
Belletristik |
| EAN | 9783463000671 |
| ISBN | 978-3-463-00067-1 |
| Anzahl Seiten | 496 |
| Illustration | Mit 1 s/w-Karte |
| Abmessung (Verpackung) | 13.6 x 3.9 x 20.9 cm |
| Gewicht (Verpackung) | 513 g |
| Themen |
Drittes Reich |
Kundenrezensionen
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Drei Frauen auf der Suche nach Identität und Heimat
Der Roman ist hauptsächlich aus der Perspektive von drei Frauen erzählt, die alle der botanische Garten in Istanbul verbindet: Magda, Mehpare und Imke. Es wird auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt, die ineinander übergehen und vermischt Fiktion und reale historische Personen bzw. Ereignisse. Das Buch handelt von Identität, Heimatsuche, Gemeinschaft, interkultureller Austausch und Neuanfängen.
Die Türkei als Exilort für die von den Nazis verfolgten deutsche Wissenschaftler ist ein sehr spannendes Thema, was wunderbar recherchiert und für den Roman aufbereitet wurde. Auch der Schauplatz des Romans Istanbul wurde sehr detailreich und atmosphärisch beschrieben, sodass man richtig das Gefühl bekam dort zu sein. Generell hat mir der Schreibstil gut gefallen, denn er war ruhig, angenehm, mitfühlend und hat die historischen Figuren lebendig wirken lassen. Besonders Mehpare und Magda fand ich als Charaktere sehr interessant und komplex. Ich konnte beim Lesen einiges lernen, besonders über die deutsch-türkische Geschichte.
Der Roman ist sehr ruhig, besonders am Anfang, aber mit viel Tiefgang. Da der botanische Garten im Zentrum der Geschichte steht, hat mir sehr gut gefallen, wie viel sprachliche Mittel wie Metaphern sich der Botanik bedienen und sich Pflanzen als Symbole wirklich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen. Allerdings hätte es für meinen Geschmack ein paar weniger Passagen über die Arbeit in der Botanik geben können. Außerdem waren im letzten Teil große Zeitsprünge auf einmal und dann kam das Ende ziemlich abrupt, da hat mir die Erzählstruktur vorher besser gefallen. Trotzdem hatte das Buch trotz seiner 450 Seiten und seinem ruhigen Tempo für mich kaum Längen und war sehr mitreißend.
Auf jeden Fall ein Roman, bei dem ich viel gelernt habe und der mich noch lange in Gedanken begleiten wird!
Ich würde es allen empfehlen, die gerne historische Romane lesen, die sich eher langsam aber mit viel Tiefgang entfalten.
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Herrlich atmosphärisch!
Manche Bücher liest man und spürt noch während der Lektüre: sie verändern etwas in einem. "Ein Ort, der bleibt" gehört für mich ganz eindeutig zu meinen all-Time-Highlights. Dieses Buch bleibt im Herzen.
Ich weiß jetzt schon: Ich werde nie wieder durch einen botanischen Garten gehen können, ohne an diesen wunderbaren Roman zu denken. An Istanbul. An diesen besonderen Garten. An die Menschen, die in der Türkei Zuflucht fanden. An all die Einzelschicksale.
Bereits "Die Schule am Meer" hatte mir in puncto Figurenzeichnung enorm gut gefallen, doch mit ihrem aktuellen Werk hat die Autorin sich für mich komplett übertroffen.
Besonders faszinierend fand ich den historischen Hintergrund. Obwohl ich sehr gerne historische Romane rund um die Zeit des Zweiten Weltkriegs lese, war mir dieser Aspekt der Geschichte bislang völlig unbekannt: Dass viele jüdische Akademiker:innen während Hitlers Regime in die Türkei flohen und dort unter Atatürk aufgenommen wurden. Allein dieses Thema machte den Read für mich schon außergewöhnlich und unglaublich bereichernd.
Im Mittelpunkt steht unter anderem der jüdische Genetiker Alfred Heilbronn, der in Münster seine Lehrbefugnis verliert und schließlich mit seiner Familie nach Istanbul flieht. Dort entsteht auf einer Brandruine ein botanischer Lehrgarten, ein Ort voller Hoffnung, Wissen und Neubeginn, nicht nur für ihn und seine Familie.
Apropos: Insbesondere die Passagen aus Sicht seiner Frau Magda haben mich berührt. Während sie in Deutschland oft lediglich in ihrer geschätzten Rolle als Frau Doktor existierte, beginnt sie in Istanbul plötzlich aufzublühen. Auf der Reise trinkt sie Champagner, entdeckt neue Seiten an sich, lernt Türkisch und findet Schritt für Schritt zu einer Version ihrer selbst, die zuvor kaum Raum hatte zu existieren. Diese Entwicklung wurde so feinfühlig, atmosphärisch und lebendig erzählt, dass ich vollkommen darin versunken bin.
Überhaupt ist Atmosphäre eine der ganz großen Stärken dieses Romans. Sandra Lüpkes erschafft ein Istanbul, das sich nicht nur lesen, sondern fühlen lässt. Ich konnte die Wärme beinahe spüren, den Duft der Pflanzen riechen und die Geräusche der Stadt hören.
Zusätzlich gibt es die Perspektive von Mehpare, die zunächst als Assistentin für Professor Heilbronn arbeitet, sowie die Gegenwartsebene rund um Imke. Auch sie erlebt durch den Aufenthalt in Istanbul einen tiefgreifenden Wandel, und auch ihre Geschichte hat mich emotional sehr bewegt. Die Dynamik mit ihrer Mutter, ihr ständiges Verantwortungsgefühl, das Gefühl selbst eher die Mutterrolle einzunehmen, all das wurde unglaublich authentisch dargestellt. Umso schöner war es mitzuerleben, wie Imke langsam lernt loszulassen und zu erkennen, dass ihre Mutter durchaus ihren eigenen Weg finden kann (und muss).
Sandra Lüpkes verknüpft mehrere Perspektiven und Zeitebenen miteinander, ohne dass je etwas überladen wirkt. Im Gegenteil: Alles greift so geschickt ineinander, dass ein unglaublich stimmiges Gesamtbild entstanden ist.
Es ist offensichtlich, wie viel Herzblut der Recherche in diesem Buch steckt. Ich hatte das große Glück, eine Buchbox zu gewinnen, der unter anderem ein Interview mit der Autorin beilag. Darin erzählte sie, dass sie selbst die Strecke von Münster nach Istanbul mit dem Zug gereist ist (!) - genau wie einst ihre Figuren. Sie lebte eine Zeit lang in der Türkei, besuchte die Gewächshäuser und folgte den Spuren ihrer Protagonistinnen. Und genau das spürt man beim Lesen auf jeder einzelnen Seite. - Diese Verbundenheit mit Istanbul, mit den Frauen. Man wird selbst ein bisschen eins damit.
Für mich ist dieses herausragende Werk daher weit mehr als 'nur' ein historischer Roman. Es ist eine Geschichte über Neuanfänge, Freiheit, Identität, Verlust, Heimatgefühl, Selbstfindung und darüber, wie sehr Orte Menschen verändern können.
𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Was für ein starker, beeindruckend atmosphärischer Roman! Klare Leseempfehlung! -
Nicht nur Botanik
Imke fliegt nach Istanbul, um an einem Gutachten über einen alten Botanischen Garten mitzuwirken. Dieser wurde 1933 angelegt, und zwar von einem deutschen Professor, der vor den Nazis geflohen ist. Jetzt soll entschieden werden, ob der Garten und die Gebäude aufgelöst werden.
Das Buch erzählt die interessante Geschichte einer wahren Begebenheit. Der Botanische Garten in Istanbul wurde tatsächlich von dem jüdischen Professor Alfred Heilbronn angelegt. Er ist vor den Nazis zusammen mit seiner Familie geflohen. Auch seine Frau ist Doktor, aber in Istanbul kann sie nur als Hausfrau arbeiten. Trotzdem ist sie unheimlich wichtig für ihren Mann. Das kommt in dem Buch sehr gut rüber. Die Geschichte in der Gegenwart konnte mich nicht so packen, auch weil ich mit Imke nicht wirklich warm geworden bin. Ihre Ängste und Marotten haben mich eher genervt. Die Geschichte in der Vergangenheit war für mich tatsächlich wesentlich interessanter. Auch wie damals in der Türkei die Wissenschaft gefördert wurde und Frauen auf einmal viele Freiheiten bekommen. Das ist gut beschrieben und deshalb gibt es von mir eine Leseempfehlung -
Istanbul - neue Heimat
Der sehr ruhige und grüne Cover zum neuen Roman von Sandra Lüpkes
"EIN ORT DER BLEIBT" hat mich sofort angesprochen
Da ich schon viele, verschiedene Bücher von Sandra Lüpkes gelesen habe, war ich sehr gespannt auf diesem Roman.
Die bisher gelesenen Bücher haben mir immer sehr gut gefallen und ich war sofort in den Geschichten drin, was mir hier bei diesem Roman leider nicht gelungen ist, obwohl mich das Thema "Auswanderung" nach Istanbul sehr interessiert hat, zumal es im Dritten Reich gespielt hat.
Leider bin ich mit den Figuren nicht "warm" geworden, obwohl diese detailgenau beschrieben worden sind.
Die Geschichte als solches ist sehr interessant, aber mir ist der Roman viel zu langatmig erzählt worden, was für mich das Lesen sehr schwierig gemacht hat.
Interessant war, wie die Geschichte der drei verschiedenen Frauen zusammen gefügt worden ist, das hat mir gut gefallen.
Alles in Allem ein Roman, der noch lange nachhalten wird. -
Ein Buch das nachwirkt
Ein Ort, der bleibt ist bereits das zweite Buch das ich von der Autorin gelesen habe und wiederum bin ich sehr beeindruckt von ihrer hervorragenden Recherche. Von den drei Protagonisten Magda, Mehpare und Imke haben zwei Frauen tatsächlich gelebt und eine Lebensgeschichte ist frei erfunden. Drei unterschiedliche Schicksale, die irgendwie zusammen gehören und eine wirklich interessante Geschichte ergeben.
Im Anhang sind alle historischen Personen aufgelistet und ich habe schon während ich den Roman gelesen habe, die einzelnen Passagen zu den jeweiligen Personen nachgelesen. Einfach aus Interesse, aber auch um mir ein besseren Überblick zu verschaffen.
Dass die Türkei für viele Menschen während des Zweiten Weltkriegs zum Exil wurde und Akademiker damals gezielt von Atatürk angeworben wurden, war mir bisher nicht bewusst. Die Türkei als Exilort finde ich unglaublich spannend. Die mit der Auswanderung verbundenen Probleme, Heimatverlust und das Zurechtfinden in einem fremden Land sind von der Autorin sehr authentisch und nachvollziehbar dargestellt. Die ganze Geschichte kommt ohne einen Spannungsbogen aus und trotzdem hat mich allein der Gedanke, dass vieles wirklich so passiert ist, unheimlich gefesselt. Den Schreibstil von Sandra Lüpkes würde ich als sehr bildlich, ruhig und angenehm zu lesen bezeichnen.
Mein einziger Kritikpunkt bezieht sich auf die sehr ausführlichen botanischen Berichte. Auch wenn der Botanische Garten von Istanbul im Mittelpunkt der Geschichte steht, wurde für meinen Geschmack doch etwas zu viel gepflanzt und geforscht.
Mir hat der Roman gut gefallen und ich finde es einfach toll, dass eine wahre Geschichte auch von weniger bekannten Menschen hier erzählt wird. Es ist ein sehr ruhiges, aber auch sehr berührendes Buch, an das ich bestimmt noch lange denken werde. -
Drei Frauen in Istanbul
Ich habe schon länger kein Buch von Sandra Lüpkes gelesen, aber habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Vor dem Regime der Nationalsozialisten flieht die Familie Heilbronn aus Münster nach Istanbul, um dort für Atatürk einen botanischen Garten zu gestalten.
Im Mittelpunkt dieses Romans stehen allerdings nicht der Botaniker oder Atatürk, sondern drei Frauen. Da ist zuerst einmal Alfreds Ehefrau Magda, wie er ist auch sie Biologin und agiert mehr im Hintergrund bzw. in Gesprächen mit ihrem Ehemann. Konkrete Mitarbeit leistet die Biologin Mehpare, die mithilft, den botanischen Garten aufzubauen.
Und dann gibt es noch eine zweite chronologische Ebene, die in der Gegenwart angesiedelt ist. Hier reist die Stadtplanerin Imke nach Istanbul, um nach den Spuren des botanischen Gartens und der Heilbronns zu schauen.
Drei Frauen, viel historischer Hintergrund und aktuelle Informationen zur Türkei und gut geschrieben. -
Drei Frauen zwischen Münster und Istanbul
Sandra Lüpkes hat hier zwei reale - wenn auch ehre unbekannte - Frauengestalten mit einer fiktiven Figur aus der Gegenwart verknüpft.
Mehpares Geschichte beginnt bereits 1926 in Istanbul, wo sie schon als Schulmädchen sehr wissbegierig und strebsam ihre Liebe zu Pflanzen und zur Genetik entdeckt. Magda muss mit ihrer Familie 1933 aus Münster vor den Nazis fliehen. Sie selber ist promovierte Biologin, ihr Mann wird Leiter des Botanischen Instituts und Professor an der Universität in Istanbul. Imke lebt in Münster mit ihrer gesundheitlich angeschlagenen Mutter, soll aber nun für die Besichtigung eines Institutsgebäudes aus den 30er Jahren für einen Monat nach Istanbul fliegen.
Die Autorin hat das Leben von Mehpare und Magda sehr gut recherchiert, beide Frauen waren mir bis jetzt völlig unbekannt. Mehpare hat mich mit ihrem Ehrgeiz und ihrem Mut sehr beeindruckt. Um in den 30er Jahren in der Türkei einen Doktortitel als Botanikerin zu bekommen musste man alles andere zurück stellen und sich mühsam den Weg erkämpfen. Zum Glück hat Magdas Ehemann Alfred Heilbronn ihr großes Talent erkannt und unterstützt. Ihre Geschichte vermittelt sehr anschaulich und interessant einen Eindruck der damaligen Zeit in der Türkei und den Umbruch nach Atatürks Tod.
Magda hingegen stellt ihre eigene Karriere völlig hinter die Interessen ihres Ehemanns und der Kinder zurück. Sie ist die gute Seele im Hintergrund, hat gesunden Menschenverstand, ist weltoffen und pragmatisch. Eine mir unglaublich sympathische und intelligente Frau. An ihrem Beispiel erfährt man viel Interessantes über das Leben der jüdischen Wissenschaftler, die 1933 tatsächlich in die Türkei gerufen wurden, um von ihrem Wissen zu profitieren. Die Fremdheit und die kulturellen Unterschiede machen deutlich, was das Leben im Exil damals bedeutete.
Demgegenüber steht Imke, die in der Gegenwart die Reise nach Istanbul antritt. Die Beziehung zu ihrer Mutter, für die sie sich verantwortlich fühlt, blockiert ihren eigenen Weg und ihre berufliche Perspektive. Die erzwungene Reise verlangt ihr beruflich und privat viel ab und es braucht großen Mut, um ihr Leben in die Hand zu nehmen und sich auf Veränderungen einzulassen.
Beim Lesen dieses Romans entsteht nicht nur eine wunderbare Pflanzenwelt vor dem inneren Auge, sondern auch die Stadt Istanbul wird lebendig. Mit Mehpare erlebt man das alte, traditionelle Istanbul, mit Magda die wuselige Stadt mit fremden Sitten und Gebräuchen, mit Imke das heutige Istanbul, politisch und kulturell.
Der Roman liest sich leicht und unterhaltsam und vermittelt dabei gleichzeitig viel Wissenswertes. Alle drei Frauenschicksale sind sehr interessant und und die Figuren von Mehpare und Magda haben meinen Horizont deutlich erweitert.
Eine unbedingte Leseempfehlung an alle, die einen vielschichtigen Roman verknüpft mit Zeitgeschichte zu schätzen wissen.
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